Das Wesentliche ist Licht

Das Kloster Kappel erhellt Heiligabend mit einem Lichtermeer

Behängt mit Wünschen, Fürbitten und kleinen Gebeten: Bäumchen im «Advents-Tannenwald» vor dem Kloster Kappel. (Bild Daniel Vaia)
Behängt mit Wünschen, Fürbitten und kleinen Gebeten: Bäumchen im «Advents-Tannenwald» vor dem Kloster Kappel. (Bild Daniel Vaia)

Der lichtmässige Höhepunkt im Kloster Kappel steht noch bevor: Morgen, an Heiligabend, werden um 21.15 Uhr in und vor der Klosterkirche viele tausend Kerzen die Nacht erhellen. 1000 sollen es alleine in der Kirche sein, gar 10000 vor der Kirche in Form des leuchtenden Sterns von Bethlehem. Ein «Lichtermeer», wie es im umfangreichen Programm des Klosters zur Adventszeit und zu den Weihnachtstagen heisst. Mit der klösterlichen Ruhe wird es dann allerdings für ein paar Stunden vorbei sein, zumal am selben Abend auch noch das Öffnen des Weihnachtsfensters geplant ist, das Weitergeben des Friedenslichts und später – natürlich – die Christnachtfeier.

Beschaulicher präsentierte sich das Kloster in den Tagen vor Heiligabend. Im Kreuzgang und beim Nussbaum im Garten erhellte ein mit elektrischen Lämpchen geschmückter «Advents-Tannenwald» die dunkle Jahreszeit. Dazu ertönte aus Lautsprechern dezent Musik. Kein Spektakel, kein Social-Media-Fotosujet, sondern eine Einladung zur Einkehr. Besucherinnen und Besucher waren gleichzeitig eingeladen, auf kleinen Holzsternen Wünsche, Fürbitten oder ein kleines Gebet niederzuschreiben und die Sterne an die Bäumchen zu hängen. Wer die meist nur aus wenigen Worten bestehenden Aussagen las, stellte fest, dass hier Menschen das ausdrückten, was ihnen nah am Herzen lag: «Oma soll wieder gesund werden», «Ewigi Liebi vom mim Schatz», «Licht für uns alle», «Danke für Gesundheit, Frieden und Fülle». So wurden aus den Weihnachtsbäumchen Bäumchen der Hoffnung, Freude und Dankbarkeit. Wie anders wäre es herausgekommen, hätte man die Menschen nach ihren Sorgen gefragt. Dabei ist das eine gar nicht so weit entfernt vom anderen: Hinter vielen Wünschen, Fürbitten und Gebeten stecken ja oft Sorgen und Ängste. Aber gleichzeitig wird eben der Blick nach vorne gerichtet, wenn man nach Wünschen und Hoffnungen fragt. Man fragt quasi nach dem Licht in der Dunkelheit.

In der Nähe des Kloster-Kreuzgangs war in diesen Tagen ein «Wort der Woche» zu lesen. Es stammt von Antoine de Saint-Exupéry, dem französischen Autor der Erzählung «Der kleine Prinz». Es befasst sich ebenfalls mit dem Licht – mit jenem Licht, das selbst noch wirkt, wenn es nicht mehr ist: «Das Wesentliche einer Kerze ist nicht das Wachs, das seine Spuren hinterlässt, sondern das Licht.»

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