Das Wetter schlägt Kapriolen, die Stimmung bleibt stabil
Abwechslungsreiches Programm und treue Stammkundschaft am Rampe Openair in Hausen
Wer am vergangenen Wochenende das Gelände des Rampe Openairs auf dem Weisbrod-Areal in Hausen betrat, rieb sich verwundert die Augen. Wo vor einer Woche noch flirrende Hitze über den Parkplätzen lag, flanierte das Gros der Besuchenden in den Abendstunden eingepackt in Pullovern und Jacken. Nach einer gefühlt endlosen, zehnwöchigen Hitzeperiode und zahllosen schlaflosen Tropennächten vollzog das Wetter in der Woche vor dem Openair die langersehnte Wende.
Der Freitagabend startete feucht, windig und vergleichsweise kühl. Petrus meinte es fast zu gut mit der Abkühlung, was verständlicherweise den einen oder anderen Schönwetter-Fan erst einmal auf dem heimischen Sofa verharren liess. Die Openair-Anhänger zogen die Kapuzen tiefer ins Gesicht. Doch darf man sich nach einer derartigen Trockenzeit ernsthaft über den lang ersehnten Regen beklagen? Die Antwort der Anwesenden lautete unisono: auf keinen Fall! Statt Trübsal zu blasen, rückte das Publikum unter den Vordächern und in den Festzelten einfach ein Stück näher zusammen. Genau diese intime Gemütlichkeit machte den ersten Abend zu einem besonderen Erlebnis.
Feierlaune verwandelt das Gelände in eine Partyzone
Auch der Samstag präsentierte sich abends klimatisch eher verhalten und hielt die Temperaturen im tiefen zweistelligen Bereich. Wer allerdings dachte, dass die kühle Witterung der Traditionsveranstaltung allzu sehr zusetzen würde, täuschte sich. Der Samstag lockte erneut zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die sich die Feierlaune nicht verderben lassen wollten und das Gelände in eine bebende Partyzone verwandelten. Die Stimmung war über beide Tage hinweg bemerkenswert gelassen und von einer grossen Dankbarkeit geprägt.
Dass die verhaltenen Temperaturen auf dem Openair-Gelände in den Hintergrund rückten, lag massgeblich am abwechslungsreich zusammengestellten, international angehauchten Line-up, das für reichlich Bewegung bei den Tanzenden sorgte. Musik ist Geschmacksache. Dem Schreibenden besonders gefallen hat am Samstag der Auftritt des dänischen Pop-Duos Roya. Trotz Synthesizer-Sound schaffte es die extrovertierte Sängerin Line Gade rasch, einen guten Draht zum Publikum herzustellen, was sich sehr positiv auf die Stimmung auswirkte. Faszinierend auch der Auftritt der Lausanner She-DJ Röse, die nach Mitternacht mit einer Mischung aus Techno, Tekno, Psytrance und groovigen Hard-Techno-Elementen sehr minimalistisch und industriell – und damit passend zur Geschichte des Areals – die Luft zum Vibrieren brachte.
Der Geist der Menschen bringts
Vollkommen gegensätzlich war dazwischen der Auftritt von Malaka Hostel. Die sechsköpfige Truppe aus Freiburg im Breisgau fackelte nicht lange und heizte der Menge mit ihrem treibenden «Global Umpa»-Sound ordentlich ein. Gemäss Selbstdeklaration ist das ein «wilder Mix aus Balkan-Beats, Ska und Latin-Rhythmen»; dazu vielsprachige Texte und ein energetischer Brass.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass ein gutes Openair eben nicht nur von Sonnenschein und warmen Temperaturen lebt, sondern vom Geist der Menschen, die es besuchen und organisieren. Das Rampe Openair hat einmal mehr bewiesen, dass man auch bei kühlen Temperaturen heiss abfeiern kann.








