Der erste Ämtler Standortförderer feiert einen «Runden»
Charles Höhn, ehemaliger Bonstetter Gemeindepräsident, wird 80
80 Jahre? Da präsentiert sich ein fitter Mann in aufgeräumter Stimmung, einer, der sich täglich bewegt und sogar noch joggt. Charles Höhn, der erste Standortförderer im Säuliamt, feiert am 26. April 2026 einen runden Geburtstag. Seine Devise: «Fordern, aber nicht überfordern. Das gilt nicht nur im Bereich des Sports.»
Beim Begriff «Bewegung» geht es beim Jubilar tatsächlich nicht nur um Sport: Charles Höhn hat in seinen Funktionen während Jahren vieles bewegt oder zumindest tatkräftig mitgeholfen – zum Beispiel beim Anstossen von Ideen und Projekten. 1978 kam er, seit rund 50 Jahren Mitglied der FDP, mit Ehefrau Angela und den beiden Kindern nach Bonstetten. 1990 wurde er in den Gemeinderat gewählt, den er von 1998 bis 2011 präsidierte.
Gemeinden gemeinsam
Mit Blick auf die Autobahneröffnung (November 2009) machten sich Parteien, Unternehmer, aber auch Einwohnerinnen und Einwohner um die Jahrtausendwende Gedanken zur Entwicklung des Säuliamtes. 2002 nahm der Gemeindepräsidentenverband (GPV) den Ball auf. Überzeugt von der Notwendigkeit einer regionalen Standortförderung, erarbeitete er zusammen mit weiteren Exponenten aus der Region in vier Workshops ein Leitbild, das einstimmig genehmigt wurde – dies unter der Leitung der Ernst Basler + Partner. Der GPV bildete die Trägerschaft und wählte Charles Höhn 2004 zum ersten Standortförderer mit einer Geschäftsstelle. Anfänglich kamen 11 der 14 Gemeinden ins Boot, drei folgten etwas später. Die Finanzierung erfolgte mit einem Beitrag von anfänglich 5 Franken pro Einwohner, heute sind es 3 Franken. «Im Zentrum stand – und steht – eine nachhaltige Sicherung und Förderung der Region in den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft und Ökologie – mit Projekten und Massnahmen in Absprache mit dem GPV», hält Charles Höhn fest. Hier geht es um die Erhaltung des ländlichen Raums, Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen, um lokale Wertschöpfung, Stärkung des Gewerbes. Und um die Identifikation der Bevölkerung mit der Region, um das sogenannte «Wir-Gefühl» in einer Region mit hoher Lebens- und Wohnqualität. Mit Nachdruck betont er den Willen der Gemeinden zur Zusammenarbeit – gemeinsam, statt dass jede Gemeinde in eigener Regie agiert. Wichtig sei es, dass die Bevölkerung in Prozesse eingebunden werde. «Das Partizipative funktioniert gut in unserer Region – bei allen kontrovers behandelten Themen. Auch wenn wir nicht alles umsetzen konnten: In anderen Regionen staunt man, was hier alles möglich ist», fügt Höhn bei und spricht von einer guten Entwicklung. «Ich bin glücklich, dass ich im Säuliamt leben darf», bringt er das persönlich zum Ausdruck. Diesen Eindruck hat auch der Bürgermeister aus dem deutschen Bonstetten, der Partnergemeinde. «Ihr habt es gut hier», hat er Charles Höhn wissen lassen. 2005 hat Höhn auch den «Frühlingstreff Wirtschaft – Politik» mitlanciert.
«EnergieRegion» als Schwerpunkt
Massgeblich mitgewirkt hat Charles Höhn sodann beim 2010 lancierten Schwerpunktthema der Standortförderung, das sich «EnergieRegion» nennt. Gemäss einer von Fachleuten erstellten Potenzialstudie ist es möglich, dass die Region bis 2050 80 Prozent der gebrauchten Energie selbst produzieren kann. «Es deuten sich sogar 100 Prozent an. Auf jeden Fall sind wir hier schon heute über dem schweizerischen Durchschnitt», fügt Charles Höhn bei. Seit dem Start wurde im Säuliamt bei allen Gemeinden eine energiepolitische Bestandesaufnahme gemacht, dazu ein behördenverbindlicher Energieplan für alle Gemeinden und ein regionales Solarkataster. Seit 2012 funktionieren ausserdem eine regionale Energieberatung für Immobilienbesitzer, Elektromobiltage, 2020 folgte das Projekt «PV-Anlagen in Gewerbebetrieben» und private Solarstrom-Initiativen, um ein paar Beispiele zu nennen. «Die Photovoltaik-Produktion in der Region beträgt aktuell gegen ein Viertel des Stromverkaufs», so Charles Höhn.
Möglichst wenig Abhängigkeit von ausserhalb der Region – eine Devise, die auch der aktuelle Standortförderer Johannes Bartels weiterführt. «Ich bin sehr froh, dass er Standortförderer geworden ist», sagt Charles Höhn, der bei der Frage nach persönlichen Glanzpunkten seiner jahrelangen Tätigkeit in der Öffentlichkeit lange überlegt. «Dass ein gutes Miteinander und Füreinander keine Worthülsen sind, sondern in der Region gelebt wird – auch bei kontrovers diskutierten Themen mit gut eidgenössischen Kompromissen am Schluss», so seine Antwort. Und im gleichen Atemzug auch Ehefrau Angela nennt, die sein Wirken voll mitgetragen hat. Er ist ihr dankbar, dass sie ihm auch in schwierigeren Phasen den Rücken freigehalten hat. So ganz zurückgezogen hat sich der Jubilar aber nicht. Noch ist Charles Höhn Mitglied der Bonstetter Energiekommission.






