Der FC Hausen im Corona-Modus
Das abstiegsgefährdete Fanionteam des FC Hausen hat sich zum Ziel gesetzt, schnell über den Strich zu kommen. Derweil die Damenmannschaft ihren ersten Platz festigen wollte. Anstatt dieser Ziele wird jetzt von zu Hause aus trainiert. Ohne zu wissen, wann und wie es mit dem Fussball-Meisterschaftsbetrieb weitergeht.

Seit einigen Wochen herrscht perfektes Fussballwetter. Die erste Mannschaft des FC Hausen wäre am 22. März mit einem wichtigen Nachtragsspiel in die Rückrunde gestartet. Nach dem schwierigen Herbst und vielen unglücklichen Niederlagen liegen die Herren auf dem letzten Tabellenplatz der 3. Liga. Mit einem guten Wintertraining, unter anderem auch wieder mit Einheiten beim ehemaligen Snowboard-Profi Tim Watter, legten die Männer die Grundlage für die Aufholjagd. Doch die Coronakrise hat den Sport und somit auch den Fussballbetrieb weltweit lahmgelegt. Auch zusammen trainieren ist verboten. Trotzdem steht das Herrenteam auch in der Krise nicht still. Es will bereit sein, wenn es dann endlich losgeht mit dem Meisterschaftsbetrieb. Die Spieler pflegen den Kontakt zueinander über Chat und joggen viel. Beim Ausdauertraining gilt die Anweisung, die Intensität und Häufigkeit nach eigenem Ermessen zu wählen, aber keinesfalls zu übertreiben, um die körpereigenen Abwehrkräfte zu schonen. Konditionsmässig sollte das Fitnesslevel dennoch gehalten oder sogar verbessert werden.
Videotraining ist Pflicht
Das gemeinsame Fussballtraining wurde vom Rasen in den virtuellen Raum verlegt und findet ein bis zwei Mal pro Woche per Video auf der Plattform «Zoom» statt. Trainer Philippe Leu stellt jeweils einstündige Trainingssessions zusammen. Der Fokus liegt dabei bei der Schulung von Kraft, Explosivität und Körperstabilität. So hält sich die erste Mannschaft fit und verliert das wertvolle Aufbautraining nicht. Die Videotrainings sind zwar Pflicht. Doch es herrscht stets eine gute Stimmung. Was auch damit zusammenhängt, dass sich das Team trotz der für alle ungewohnten Einschränkungen per «Zoom» sehen und das Verbindende spüren kann. Und die gute Nachricht: Es erfreuen sich alle noch immer bester Gesundheit.
Fit halten trotz Corona – so läuft es bei den Frauen vom FC Hausen
Kein Mannschaftstraining, keine Spiele, kein soziales Zusammensein – das gilt auch für die topklassierten Frauen des FC Hausen. Der Zürcher Fussballverband gab unterschiedliche Szenarien bekannt, wie die Zeit nach Corona aussehen könnte. Diese Szenarien rechnen mit einem kurzfristigen Start in die Spielsaison. Noch ist das Startdatum aber nicht bekannt.
Das bedeutet: Fit halten! Die Frauen des FC Hausen gehen seit Beginn der Sperre mindestens einmal pro Woche joggen. Dies natürlich alleine, mit dem nötigen Sicherheitsabstand und an wenig frequentierten Orten. Viele Spielerinnen gehen mehrmals pro Woche in die Natur und nutzen die «freie» Zeit, um sich draussen zu bewegen. Training zu Hause mit dem Ball, Intervallsessions sowie Krafttraining stehen auf den individuellen Trainingsplänen, die sich jede Spielerin bei Bedarf selbst zusammengestellt hat.
Nach drei Wochen Einschränkungen trainieren die Frauen ebenfalls gemeinsam über «Zoom». Jeweils eine bis zwei Spielerinnen bereiten Übungen vor. Kurz vor Trainingsbeginn wird ein Link an alle Spielerinnen verschickt, der zur Teilnahme einlädt. Kraft, Ausdauer, Intervall und Beweglichkeit stehen zwei Mal pro Woche auf dem Programm. Der Anklang ist gross, es nehmen viele Spielerinnen teil und geniessen das gemeinsame Training aus dem heimischen Zimmer oder Garten. Natürlich bleibt dabei immer auch Platz für einen kleinen privaten Austausch. So wird der soziale Zusammenhalt gestärkt, gemeinsam trainiert und trotzdem werden alle BAG-Vorgaben eingehalten. Dennoch freuen sich schon alle auf den Tag, an dem das reale Mannschaftstraining im heimischen Jonentäli endlich wieder aufgenommen werden kann! Bis dahin heisst es: Gemeinsam und trotzdem alleine trainieren! (mab./flo./map.)


