Der TCS boomt – steigende Mitgliederzahlen auch im Säuliamt
Delegiertenversammlung der TCS-Sektion Zürich in Affoltern

Die Wiederwahl des Präsidenten Roman Lehmann, zwei neue Gruppenpräsidenten, ein neuer Finanzchef und ein Jahresgewinn, der hinter dem Vorjahresergebnis zurückbleibt: Das bildeten Hauptmerkmale der Delegiertenversammlung der TCS Sektion Zürich im Gastro- und Eventlokal aff in Affoltern.
Keine Partei, kein Verein oder eine andere Organisation zählt so viele Mitglieder wie der TCS: schweizweit sind es 1.65 Millionen (40000 mehr als im Vorjahr), im Kanton Zürich fast 240000 und im Knonauer Amt, der kleinsten Zürcher Gruppe, knapp 11000. Kantonsweit stieg die Zahl um fast 5000, und auch das Säuliamt verzeichnete einen Zuwachs von vier Prozent. Tendenz weiter steigend. «Das liegt auch am TCS-Eti-Schutzbrief, einer umfassenden Reiseversicherung», vermutet Andreas Renggli (Bonstetten), Präsident der Gruppe Knonauer Amt und Vizepräsident der Zürcher Sektion.
Erfolg auf politischer Bühne
Erfolg verzeichnet der TCS auch auf politischer Bühne. Zentralpräsident Peter Goetschi nannte in seinem Grusswort das Ja (57 Prozent) zur Mobilitätsinitiative im vergangenen November – dies trotz der «schwierigen Brocken in den Städten Zürich und Winterthur», fügte er anerkennend bei. «Da ja Zürich immer eine gewisse Signalwirkung auf den Rest der Schweiz hat, ist dies für den ganzen TCS sehr wichtig», so Goetschi, der die Zürcher Sektion in den höchsten Tönen lobte. Affolterns Stadtpräsidentin Eveline Fenner brachte den 81 stimmberechtigten Delegierten den Bezirkshauptort näher, der sich durch die Bautätigkeit stark wandelt, ein Dienstleistungszentrum und gleichwohl ein lebenswerter Ort ist. «Nichts ist so beständig wie Wandel», zitierte Eveline Fenner Herakles. Im Weiteren strich sie die gute Zusammenarbeit zwischen TCS und Stadtpolizei heraus, zum Beispiel bei Lichtkontrollen.
TCS – mehr als nur Pannenhilfe
Laut Andreas Häuptli, Geschäftsführer der Zürcher Sektion, sind im Kanton Zürich im vergangenen Jahr in den Mobilitätszentren fast 51000 Fahrzeuge geprüft worden. Rund eine halbe Million Franken hat der TCS in weitere Verkehrssicherheit investiert, mit Präventionskampagnen – auch an Schulen. Das soll auch 2026 mit Präsenz an Messen und Events fortgesetzt werden.
Wie weiter aus dem Zentralclub zu erfahren war, wird schweizweit alle 70 Sekunden jemandem geholfen, 368000 Mal auch bei Pannen oder Unfällen, 39000 Mal im Ausland. TCS-Camping verzeichnete 942000 Logiernächte, das Kontakt-Center registrierte 436000 Anrufe, und die TCS-App zählt monatlich 163000 Nutzer. Neu sind TCS-Drohnen für Inspektions- und Transportflüge für Güter bis 40 kg. Die 23 Ambulanz-Stützpunkte in neun Kantonen verzeichneten 45000 Einsätze. «TCS ist mehr als nur Pannenhilfe», sagte Präsident Roman Lehmann.
Nur ein Minus in 17 Jahren
Die statutarischen DV-Geschäfte wurden allesamt einstimmig befürwortet, und auch die Wahlen blieben völlig frei von Überraschungen: Präsident Roman Lehmann wurde einstimmig im Amt bestätigt. Alexander Herzog löst Helmut Pfeifhofer als Finanzvorstand ab. Pfeifhofer verkündete in seiner letzten Präsentation einen Gewinn von 230000 Franken. In den 17 Jahren seiner Tätigkeit hat er nur einmal einen Verlust bekannt geben müssen. Unter seiner Ägide hat der TCS sämtliche Hypothekarschulden in der Höhe von 12 Millionen Franken zurückzahlen können. Das Eigenkapital der Zürcher Sektion ist leicht gestiegen, auf rund 12.5 Millionen Franken.
Die Delegierten genehmigten auch die Mehrjahresplanung 2026 bis 2030. Bis 2028 werden positive Rechnungsabschlüsse prognostiziert. Ab 2027 sind alle Gruppen zu einem ausgeglichenen Budget verpflichtet. Es wird mit einem leichten Rückgang bei den Mitgliederzahlen gerechnet, hingegen mit einer Zunahme bei den Fahrzeugkontrollen. 450000 Franken sind für Investitionen und Unterhalt vorgesehen.
Der scheidende Finanzchef Helmut Pfeifhofer hat die Ehrenmitgliedschaft wahrlich verdient. Daneben wurden auch Peter Fischer (Winterthur), Hanspeter Cuel (Unterland) und Stefan Angst (Limmattal) zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Die Wiederwahl von sechs bisherigen Gruppenpräsidentinnen und -präsidenten – unter ihnen Andreas Renggli – verlief geräuschlos. Präsident Lehmann hob hier den hohen Frauenanteil hervor. Zu neuen Gruppenpräsidenten wurden Dieter Kläy (Winterthur, ehemals Kantonsratspräsident) und Marco Bertschinger (Unterland) gewählt.
Den Schlusspunkt unter die DV setzte Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser mit einem witzigen Statement. So bezeichnet sie sich als «politischer Eunuch» während ihrer einjährigen Präsidialzeit, die die SVP-Vertreterin im Kantonsparlament zu neutralem Verhalten verpflichtet. Sie will Gesetze und Vorlagen den Bürgerinnen und Bürgern näherbringen, unter anderem mit lustigen Videos. Dem TCS-Präsidenten überreichte sie einen Böögg im Miniformat und erinnerte in unverfälschtem Walliser Dialekt augenzwinkernd daran, dass der Sechseläuten-Böögg jedes Jahr Geschichte ist.


