Deutlicher Unwille gegenüber dem Kanton
Das Wachstum soll nicht nur in Affoltern und Hedingen erfolgen und der öV soll in allen Gemeinden ausgebaut werden. Nach einer langen, teils turbulenten Versammlung verabschiedeten die Delegierten der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt (ZPK) den Regionalen Richtplan mit gewichtigen Änderungen.

Die kantonale Verwaltung hat bei den Vorgaben für die regionale Richtplanung vor allem in zwei Punkten den Unmut der Gemeinden provoziert: 80 Prozent des Wachstums bis 2030 solle in den urbanen Wohnlandschaften (Affoltern und Hedingen) erfolgen, nur 20 Prozent in den übrigen Gemeinden. Dies hätte zur Folge, dass beispielsweise Mettmenstetten bereits über dem Stand von 2030 liegt.
Zweitens dürfe für den öffentlichen Verkehr nur eine Hauptrichtung definiert werden – im Fall der Ämtler Gemeinden der Weg nach Zürich, meist über Affoltern. Die Folge dieser Vorgabe waren der Verzicht auf den Viertelstundentakt zwischen Affoltern und Zug sowie ein Abbau der Postautoverbindungen für die Gemeinden abseits der S-Bahn.
In der Vernehmlassung von diesem Sommer wurden 181 Einwendungen zum Regionalen Richtplan eingereicht. Auf dieser Basis hat der Vorstand mit dem Kanton verhandelt, denn abschliessend entscheidet nicht die Region, sondern der Regierungsrat über die Festlegung des Plans.
Gewichtige Änderungsanträge
ZPK-Vizepräsident Christian Gabathuler wies darauf hin, dass der Vorstand bereits viele Konzessionen des Kantons erreicht habe. Mehr sei kaum zu erwarten. Der Hausemer Delegierte Christoph Tandler entgegnete, die kantonale Verwaltung habe mehr Gehör gefunden als die Gemeinden, insbesondere diejenigen abseits der S-Bahn.
Der Mehrheit der Delegierten leuchtete das Argument des Vorstandes ein, nach sechs Jahren Planung sei es wichtig, endlich über einen verbindlichen Richtplan zu verfügen. Sie verwarfen daher den Rückweisungsantrag mit 8 gegen 13 Stimmen. Vor der Schlussabstimmung hiessen sie aber alle sechs Anträge von Delegierten mit überwältigendem Mehr gut. Im Kern ging es dabei vor allem um zwei Anliegen: Der Satz, das künftige Wachstum sei im Wesentlichen auf Affoltern und Hedingen zu konzentrieren, wurde ersatzlos gestrichen. Angenommen wurde dafür der Antrag, das heutige ÖV-Angebot sei als Minimum zu bezeichnen, «mehr wird angestrebt». Weitere Anträge betrafen die Ausrichtung der Postautoverbindungen sowie die Aufwertung der Islisbergstrasse zu einer Kantonsstrasse.
In der Schlussabstimmung hiessen die Delegierten den so bereinigten Richtplan einstimmig gut. Sie stärkten damit dem Vorstand den Rücken für die weiteren Verhandlungen mit dem Kanton.


