Die Dorfzentren aufwerten und die Bevölkerung einbeziehen

Wie sind sie gestartet und was sind ihre weiteren Ziele in der Legislatur bis 2026? Zum Jahreswechsel lässt der «Anzeiger» die Ämtler Gemeinde­präsidentinnen und -präsidenten zu Wort kommen.

Fantastische Silvester-Abend-Stimmung über dem Säuliamt. (Bild Sylvia Limacher)
Fantastische Silvester-Abend-Stimmung über dem Säuliamt. (Bild Sylvia Limacher)

Das Spital Affoltern erhält mit einer neuen Ausrichtung auf Akutgeriatrie, Gerontopsychiatrie, Psychiatrie und ­Palliative Care eine Chance, Affoltern hat den Wandel vom Dorf zur Stadt mit ­einer rauschenden Party gefeiert und Mettmenstetten sein «Generationen­projekt» für Schulraum, Turnhalle und ­Bibliothek mit Begegnungsort ein­ge­weiht. Im Knonauer Amt hat sich ­einiges getan im Jahr 2022, das nun zu Ende geht.

Gemeindepräsidentinnen in der Überzahl

Aus politischer Sicht seien die Wahlen der Kommunalbehörden erwähnt, ­welche der «Anzeiger» im Frühjahr mit ­einer ausführlichen Serie begleitet hat. Sie haben dem Bezirk eine neue Stadtpräsidentin, drei neue Gemeinde­präsidentinnen und zwei neue Gemeindepräsidenten beschert – und erstmals eine weibliche Überzahl im regionalen Gemeindepräsidentenverband. So haben nun acht Frauen und sechs Männer die höchste Stelle in ihrer Kommunalbehörde inne. Wie sind die Ämtler Gemeinderäte in die Legislatur gestartet und was haben sie in den verbleibenden drei­einhalb Jahren noch vor? Das hat der «Anzeiger» die Stadtpräsidentin, die ­sieben Gemeindepräsidentinnen und die sechs Gemeindepräsidenten für die vorliegende Silvesterausgabe gefragt. Zwölf der 14 haben das Angebot genutzt.

Eine von ihnen ist Eveline Fenner, seit einem halben Jahr neue Stadtpräsidentin von Affoltern. Sie habe gleich zu Beginn ­ihrer neuen Aufgabe viel Wohlwollen und Herzlichkeit gespürt, verrät sie. Und: «Ich habe den ­Eindruck, der Start sei uns ganz gut gelungen.» In ­welche Richtung es weitergehen soll, dazu werden die Weichen in Affoltern Anfang 2023 gestellt. Dann diskutiert der Stadtrat dies im Rahmen eines World-Cafés mit der Bevölkerung sowie in einer Klausurtagung. Die Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen abholen und bei der Weiterentwicklung der Gemeinde berücksichtigen, das ist gemäss ­Gemeindepräsident Martin Hunkeler auch in ­Kappel ein erklärtes Ziel.

Teilhabe ermöglichen

Ähnliches haben sich auch weitere ­Behörden vorgenommen. Die Gemeinde sei auf einen breiten Konsens aller Bevölkerungs­gruppen angewiesen, um Zukunfts­themen wirkungsvoll angehen zu können, führt Nadia Hausheer aus. Als Herausforderung bezeichnet die ­Gemeindepräsidentin von Aeugst, ­komplexe Sachverhalte so zu vermitteln, dass sich alle Anspruchsgruppen angesprochen fühlen. Stallikon will den Einwohnerinnen und Einwohnern eine aktive Partizipation erleichtern, so ­Valérie Battiston, neue Gemeinde­präsidentin der Reppischtalgemeinde.

«Wichtig ist uns die gelebte Wertschätzung», betont auch die neue Mettmen­stetter Gemeindepräsidentin Vreni Spinner. Nebst Bevölkerung und Verwaltung schliesse das auch die Dorfvereine und die anderen Bezirksgemeinden mit ein, hält sie fest. Und Gaby Noser, ­Gemeindepräsidentin von Ottenbach, spricht die Zusammenarbeit auf überkommunaler Ebene an: Ein eingespieltes Teamwork zwischen den Gemeinden, das wünsche sie sich fürs Säuliamt.

Sichtbare Veränderungen

Das Dorfzentrum wieder beleben und vermehrt zu einem Treffpunkt ­machen – das hat sich der Gemeinderat Bonstetten für die noch junge Legislatur vorgenommen. «Mit einem Studien­wettbewerb wollen wir Ideen gewinnen», so Gemeindepräsidentin Arianne Moser. Diese sollen dann mit der Bevölkerung besprochen werden. Eine Zentrums­planung hat auch der Gemeinderat Hedingen bereits angestossen. «Die ersten Projektphasen sind dank der partnerschaftlichen ­Zusammenarbeit mit den beteiligten Grundeigentümern auf sehr gutem Wege», verrät Gemeindepräsident Ruedi Fornaro.

«Die Gemeinde Obfelden wird sich in den nächsten Jahren stark verändern», sagt Stephan Hinners, Gemeindepräsident der Reusstal-Gemeinde. Als prägende Beispiele nennt er den Autobahnzubringer und das Postareal. ­Knonau beabsichtigt derweil, das Projekt für den Neubau einer Turnhalle voranzutreiben. Bereits ab April 2023 werde die Bibliothek in die ehemalige Bäckerei ­umziehen, berichtet Gemeindepräsidentin Esther Breitenmoser.

Wie es in Hausen mit dem Projekt der Sporthalle und Tagesstruktur ­weitergeht, das hängt vom Entscheid des Verwaltungsgerichts ab. Wir erinnern uns: Der Bezirksrat hat einen Rekurs gegen die Urnenabstimmung gutgeheissen, der Gemeinderat diesen Entscheid angefochten. «Ausserdem wollen wir ein ­Verkehrskonzept ‹Chratz› der Gemeinde­versammlung vom Juni vorlegen», so Gemeindepräsident Stefan Gyseler.

Asylunterkünfte und Strommangel

Und natürlich beschäftigt die Ämtler ­Gemeinden auch weiterhin der Krieg in der Ukraine – und damit zusammenhängend die potenziell drohende Strommangel­lage sowie das Asyl- und Migrations­wesen. «Wir werden weiter stark gefordert sein, um Lösungen zu finden», sagt Katrin Röthlisberger, Gemeindepräsidentin von Wettswil. Sie habe letzthin die örtliche Zivilschutzanlage besichtigen dürfen: «Hier ­möchte ich niemanden länger unterbringen müssen.»

Umso wertvoller ist die grosse ­Unterstützung aus der Bevölkerung, die in ­diversen Ämtler Gemeinden mit ­Freude registriert wird.

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