Die Kirche soll auf jeden Fall im Dorf bleiben
Die Mehrheit der Kirchenpflegen ist für eine einzige reformierte Kirchgemeinde im Bezirk, unter den Pfarrpersonen halten sich Pro und Kontra die Waage. Vom 13. bis 18. Juni entscheidet die Bevölkerung, ob Verhandlungen aufgenommen werden sollen.
Kommt es zum grossen Zusammenschluss der reformierten Kirchgemeinden im Knonauer Amt? Falls Ja, wird dieser Entscheid frühestens in zwei Jahren fallen. Vorerst müssen die 13 Kirchgemeinden Stellung beziehen, ob sie überhaupt darüber verhandeln wollen. Die entsprechenden Versammlungen finden in neun Kirchgemeinden am Dienstag, 13. Juni, statt, in Rifferswil am Mittwoch, 14., in Knonau und Stallikon/Wettswil am 15. und in Obfelden am Sonntag, 18. Juni.
Die Ausgangslage ist klar: Die Mitgliederzahlen nehmen seit Längerem ab, der Kostendruck steigt damit. Gleichzeitig wird es schwieriger, ausreichend Freiwillige zu finden, die bereit sind, sich in der Behörden oder in anderen Funktionen zu engagieren. Der Zusammenschluss sei eine Chance, ein vielfältigeres Angebot bieten und somit auch kleinere Bevölkerungsgruppen abholen zu können, so Markus Rosenberger, Kirchgemeindepräsident in Knonau und Leiter des Lenkungsausschusses KG+ Bezirk Affoltern. Dabei soll die «örtliche kirchliche Heimat» erhalten bleiben.
Zehn der 13 reformierten Kirchenpflegen können sich eine einzige Bezirkskirchgemeinde vorstellen, für sieben wäre das gar die erste Wahl. Elf Kirchenpflegen haben sich auf eine einheitliche Vorlage geeinigt. Obfelden und Stallikon/Wettswil werden diese den Stimmbürgern zwar als Variante ebenfalls präsentieren, machen sich allerdings für eine massgeschneiderte Lösung stark. «Wir sind nicht gegen eine Zusammenarbeit», stellt Werner Schneiter, Kirchenpflegepräsident in Obfelden, klar, aber man wolle einen gemeindeeigenen Entwicklungsprozess anstossen mit den Mitgliedern vor Ort. Denkbar sei etwa eine Ausdehnung der Zusammenarbeit mit Ottenbach auf weitere Bereiche.
Verhandlungsbeginn im Herbst?
Ähnlich tönt es aus Stallikon/Wettswil. Hier schlägt die Kirchenpflege Zusammenschlussverhandlungen mit Bonstetten und allenfalls auch mit Hedingen vor. Die einzige Kirchgemeinde im Bezirk mit Fusionserfahrung warnt bei grösseren Gebilden vor der Anonymisierung und dem Verlust von Gemeindeautonomie. Weit auseinander gehen derweil die Meinungen bei den Pfarrpersonen: Rund die Hälfte sei für einen Zusammenschluss, die andere Hälfte dagegen, verrät Dekan Werner Schneebeli.
Mit einem Ja verpflichten sich die Kirchgemeinden nur zur Mitwirkung an den Verhandlungen und Beteiligung an den Projektkosten, wobei da auch die Landeskirche Beiträge in Aussicht stellt. Bei ausreichender Zustimmung sollen die Verhandlungen noch diesen Herbst starten und gut zwei Jahre dauern. Für die Kirchgemeinden, welche den gemeinsamen Antrag ablehnen, ist die Tür nicht definitiv zu. Denkbar ist, dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt den laufenden Verhandlungen anschliessen können.


