Die Misswahl der besonderen Art

Der traditionelle Anlass der Gemeindeviehschau zeigt sich auch im Zeitalter des Computers, der Genomanalysen und der künstlichen Besamung noch immer als Festtag der Viehzüchter. Stolz zeigen die Landwirte fast 250 ihrer schönsten Tiere.

Kleinbauern im wahrsten Sinne des Wortes: Die Kids der Tierhaltergenossenschaft Burkhard Heiniger. (Bilder Martin Mullis)

Kleinbauern im wahrsten Sinne des Wortes: Die Kids der Tierhaltergenossenschaft Burkhard Heiniger. (Bilder Martin Mullis)

Die Konkurrenz ist riesig: Welche Kuh ist die Schönste?

Die Konkurrenz ist riesig: Welche Kuh ist die Schönste?

Von Martin Mullis

Bereits vor 9 Uhr am Donnerstagmorgen herrschte auf der Wiese zwischen den Bahngeleisen und dem Bauernhof von Kantonsrat Martin Haab in Mettmenstetten Hochbetrieb. Unablässig fahren die Viehtransportwagen auf den Hof der Schürmatt und die Bauern führen ihre schönsten Kühe auf den Ausstellungsplatz. Ganz ohne Transportwagen kam auch dieses Jahr die Tierhaltergenossenschaft Burkhard Heiniger (THG) aus. Sie trieben ihre 60 Kühe die zwei Kilometer lange Wegstrecke vom Grüt nach alter Väter Sitte und schön langsam auf die Schürmatt. Das sei beim heutigen Verkehr eine ganz schöne Herausforderung, betont Yvonne Burkhard von der THG. Beim «Mini-Alp-Abtrieb» halfen auch ein gutes Dutzend Knirpse, allesamt in schmucke blaue «Sennenchutteli» gekleidet. Sie freuten sich ob der grossen Aufmerksamkeit und stahlen dem edlen Braunvieh etwas die Schau. Ganz offensichtlich aber freuten sich auch die Wiederkäuer über den ungewöhnlichen morgendlichen Spaziergang und den Schönheitswettbewerb. Auf dem Areal der Schürmatt herrschte nämlich ein durchdringend lautes Muhen.

Wettstreit um Schönheit und Eleganz

Einige der Tiere waren derart aufgeregt wegen dem bevorstehenden Wettstreit um Schönheit und Eleganz, dass sie fast furchterregende Bocksprünge unternahmen. Jedenfalls hatten einige der Landwirte alle Hände voll zu tun, um die unbeherrschten Rindviecher unter Kontrolle zu halten. Erst als dann alle der braunen Wettbewerbsteilnehmerinnen in Reih und Glied angebunden waren, konnten die drei kantonalen Experten ihre heikle Arbeit aufnehmen. Und die Sachverständigen hatten viel zu tun, mussten sie doch ganz verschiedene Wahlen vornehmen. Da wird neben der eigentlichen Miss-Wahl auch eine Schöneuter-Wahl durchgeführt sowie die Miss OB (Original Braunvieh), die Miss BS (Braun-Swiss) und die Sieger beim Mutter/Tochter- Wettbewerb erkoren.

Die Leistungsschau der Viehzuchtgenossenschaft Mettmenstetten und Umgebung geniesst auch in der heutigen hochtechnologisierten Welt nicht nur in der Landwirtschaft sondern auch in weiten Teilen der Bevölkerung grosse Sympathie und Aufmerksamkeit. Der friedliche Wettstreit unter den Milchbauern und Viehzüchtern mag vielleicht nicht mehr den wichtigen Stellenwert von früher aufweisen, ein gesellschaftlicher und kultureller Anlass ist der Schönheits-Wettbewerb der Kühe allemal. Nebenbei jedoch – sicher nicht ganz unwichtig – muss erwähnt werden, dass die Miss OB (Original Braunvieh) Oase heisst und die Miss BS (Brown Swiss) Arista. Oase stammt aus dem Stall des Werk- und Wohnhauses zur Weid und Arista gehört dem Landwirt Ernst Meier.

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