Die neue Schreiberin ist gewählt
Sie ist 44 Jahre alt, Juristin und wohnt in Hedingen. Laura Molleman tritt im März die Nachfolge des langjährigen Rifferswiler Gemeindeschreibers Bruno Hänni an.

32 Jahre ist es her, seit Bruno Hänni, damals ein junger Polizist, als Quereinsteiger die Leitung der Gemeindeverwaltung Rifferswil übernommen hat. 30 Jahre stand ihm Rösli Vollenweider zur Seite, vor fünf Jahren wurde der Personalbestand auf drei Personen erhöht. «Bruno hat in dieser Zeit unglaublich viele Funktionen wahrgenommen», blickt Gemeindepräsident Christoph Lüthi zurück, «ich habe sogar bei ihm geheiratet.»
Ende März verabschiedet sich der langjährige Gemeindeschreiber vorzeitig in den Ruhestand. Ein Grund dürfte sein bereits vollzogener Umzug nach Solothurn sein, ein anderer die nächstes Jahr im Frühling anstehenden Erneuerungswahlen im Gemeinderat. So hat seine Nachfolgerin Zeit, sich einzuarbeiten, bevor dann bei einem allfälligen Wechsel in der Behörde nochmals Knowhow verloren geht.
19 Bewerberinnen und Bewerber
Ein Pragmatiker sei er, ein Entscheider und ein Macher, sagt der Gemeindepräsident über den Gemeindeschreiber. Wie regelt man die Nachfolge einer Person, die sich in so vielen Jahren ein unvergleichliches Wissen angeeignet hat? Auch wenn der Gemeindeschreiber heute keine «One-Man-Show» mehr ist, braucht der Job nach wie vor ein breites Wissen. «In einer kleinen Gemeinde noch stärker», betont Christoph Lüthi, denn hier lasse sich weniger delegieren.
Auf die Stellenausschreibung – unter anderem im «Anzeiger» – Ende Oktober letzten Jahres, meldeten sich 19 Interessierte. Darunter seien einerseits viele Quereinsteiger gewesen, so Christoph Lüthi, darunter eine Post-Kaderperson und ein Wirtschaftsstudent direkt ab Uni, und andererseits langjährige Gemeindeschreiber von weit weg, etwa aus St.Gallen, Glarus oder Basel. Vier Bewerberinnen und Bewerber wurden schliesslich zum persönlichen Gespräch mit Christoph Lüthi und Primarschulpräsidentin Charlotte Decrusch eingeladen. Dabei vermochte die 44-jährige Juristin Laura Molleman zu überzeugen. In einem zweiten Gespräch punktete die Hedingerin auch bei den künftigen Mitarbeiterinnen auf der Verwaltung. Und so wählte der Gemeinderat Rifferswil sie zur neuen Gemeindeschreiberin.
Platz lassen für frischen Wind
«Mit Frau Molleman hoffen wir eine Nachfolgerin für Bruno Hänni gefunden zu haben, die auch pragmatisch und mutig ist», sagt der Gemeindepräsident. Nicht zuletzt solle so die Verwaltung schlank bleiben. Einzig fürs Bausekretariat ist für den Frühling eine neue Lösung in Planung. Die Idee: eine Person, die zu je 50% in Rifferswil und in Aeugst angestellt sein wird. Diese zusätzliche interne Kompetenz soll allerdings auch helfen, externe Kosten zu senken.
Laura Molleman war bereits bei der letzten Gemeinderatssitzung dabei und wird nun von Bruno Hänni halbtageweise eingearbeitet. Am 8. März wird sie voll einsteigen und Ende März die Leitung von Bruno Hänni übernehmen. «Wenn man frischen Wind will, muss man einer Person auch Platz lassen», begründet Christoph Lüthi die verhältnismässig kurze Übergangsphase. Die zukünftige Gemeindeschreiberin sei verheiratet und Mutter von zwei Kindern, teilt die Gemeinde auf ihrer Webseite mit. Sie arbeitete unter anderem am Bezirksgericht Zürich, beim kantonalen Steueramt und war auch bei einer grossen Schweizer Versicherung tätig.


