«Diese Arbeit ist meine grosse Leidenschaft»

Fortsetzung des Artikels über die römische Besiedelung des Knonauer Amtes

Daniel Käch im Feld. (Bild Rachel D’Angelone, Kantonsarchäologie Zürich)

Daniel Käch im Feld. (Bild Rachel D’Angelone, Kantonsarchäologie Zürich)

Frührömische Keramik von der Fundstelle Aeugst-Brunnenstube. (Bild M. Bachmann, Kantonsarchäologie Zürich)

Frührömische Keramik von der Fundstelle Aeugst-Brunnenstube. (Bild M. Bachmann, Kantonsarchäologie Zürich)

Dieses Bild zeigt das Fragment eines Leistenziegels mit eingeritzter Inschrift. Zu lesen sind die Namen Victor, Paridianus und Erymus. Victor ist vermutlich der Eigentümer der Zigelei und Besitzer des Gutshofes Wettswil-Heidenkirche. Es handelt sich hierbei um den einzigen Guthsherren aus der römischen Zeit, den man im Kanton Zürich mit Namen kennt.(Bild M. Gygax, Kantonsarchäologie Zürich)

Dieses Bild zeigt das Fragment eines Leistenziegels mit eingeritzter Inschrift. Zu lesen sind die Namen Victor, Paridianus und Erymus. Victor ist vermutlich der Eigentümer der Zigelei und Besitzer des Gutshofes Wettswil-Heidenkirche. Es handelt sich hierbei um den einzigen Guthsherren aus der römischen Zeit, den man im Kanton Zürich mit Namen kennt.(Bild M. Gygax, Kantonsarchäologie Zürich)

Luftaufnahme der Fundstelle Heidenkirche bei Wettswil. In der Bildmitte das Ausgrabungsgelände auf dem Heidenchilen-Plateau. Im Bereich des Einfamilienhausquartiers liegen bereits im 19. Jahrhundert erwähnte römische Gebäude. (Bild S. Vogt, Kantonsarchäologie Zürich)

Luftaufnahme der Fundstelle Heidenkirche bei Wettswil. In der Bildmitte das Ausgrabungsgelände auf dem Heidenchilen-Plateau. Im Bereich des Einfamilienhausquartiers liegen bereits im 19. Jahrhundert erwähnte römische Gebäude. (Bild S. Vogt, Kantonsarchäologie Zürich)

«Der Kern des Buches ist der Inventarteil», sagt Daniel Käch. Dieses Inventar enthält sämtliche belegte Fundstellen und ist als Nachschlagewerk in die Publikation eingebunden. Darin werden die 90 ausgewerteten Fundstellen aufgeführt – mitsamt Informationen zur Forschungsgeschichte, einer Besprechung der Funde und Befunde, Angaben zur vorhandenen Literatur sowie einer zusammenfassenden Beurteilung der Fundstelle. So erhalten die Leserinnen und Leser einen schnellen Überblick über die Fakten, die den im Buch dargelegten synthetischen Auswertungen und Schlussfolgerungen zugrunde liegen. Zum einen dient diese Zusammenstellung der Nachvollziehbarkeit der im Buch dargelegten Erkenntnisse, zum anderen bildet sie ein wertvolles Arbeitsinstrument für Fachpersonen, die sich für das Thema interessieren.

Ein zweites Kapitel beschäftigt sich mit der detaillierten Auswertung zweier wichtiger Fundstellen in Wettswil. Die Ausgrabung Wettswil-Heidenkirche von 2013 erbrachte erstmals den Nachweis eines Nebengebäudes zu der seit dem 19. Jahrhundert bekannten Villa Wettswil-Heidenkirche. Ebenso konnte dort erstmals Fundmaterial geborgen werden, welches für die Datierung des Gutshofes einen essenziellen Beitrag leisten kann. Die zweite im Buch behandelte Fundstelle, der bereits 1992 ausgegrabene Ziegelbrennofen von Wettswil-Josenmatten, wurde bislang nur mit einer knappen Fundmeldung erwähnt und war daher in der Forschung weitgehend unbekannt. «Beide Fundstellen liefern entscheidende Ergänzungen für das Gesamtverständnis des Gutshofes Wettswil-Heidenkirche. Aus dem Ziegelbrennofen stammt ein Dachziegel mit einer Ritzinschrift, welche vermutlich den Besitzer der Ziegelei nennt: Victor.

Das Buch enthält auch Beiträge von anderen Autoren. So über das frühe Mittelalter, zu den Münzen aus dem Untersuchungsgebiet, zu sehr spannenden Analyseresultaten von römischen Dachziegeln und zur Flurbezeichnung «Betmur/Betbur», welche in der Schweiz eine Zürcherische Spezialität zu sein scheint.

Ein weiteres Buch zum Thema

Eigentlich gehört zur Darstellung der römischen Siedlungsgeschichte im Knonauer Amt auch ein Buch über den Vicus Obfelden, der eine grössere Bedeutung hat als bisher vermutet. Der Archäologe Beat Horisberger ist derzeit noch daran, das Buch fertigzustellen. Kächs Buch war einfach schon etwas früher fertig. «Die beiden Bücher sind dann als eine Einheit zu sehen», sagt der Spezialist für römische Siedlungen, der sich selbst als «Archäologe mit Leib und Seele» bezeichnet. «Diese Arbeit ist meine grosse Leidenschaft.»

Das Umland des Vicus von Obfelden-Lunnern – Der Südwesten des Kantons Zürich in römischer Zeit.

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