Digitaler Dorfplatz nimmt Fahrt auf

Seit Juni 2020 steht der Obfelder Bevölkerung die interaktive App «Crossiety» zur Verfügung. Gemeinde, Vereine, Institutionen, Unternehmen und Einzelpersonen können sich und andere über Neuigkeiten, Events, Angebote, Tipps und Ideen informieren. Eine unkomplizierte und Corona-konforme Art der Vernetzung.

Projektleiter Philipp Metzler (links) und Gemeindepräsident Stephan Hinners macht die Arbeit für die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Plattform «Crossiety» sichtbar Spass. (Bild zvg.)
Projektleiter Philipp Metzler (links) und Gemeindepräsident Stephan Hinners macht die Arbeit für die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Plattform «Crossiety» sichtbar Spass. (Bild zvg.)

Wo befindet sich der Wasserrohrbruch auf der Dorfstrasse? Wer begleitet mich auf einen Hundespaziergang? Was tut eigentlich der Gemeindepräsident den lieben langen Tag? Wie informiere ich mich als Neuzuzüger über meine neue Wohngemeinde? Wer macht beim Setzlingstausch im Frühling mit? Welche Veranstaltungen finden in der nächsten Woche in Obfelden statt? Solche und unendlich viele andere Fragen können auf Crossiety gestellt und beantwortet werden. Zudem ist es unterhaltsam, auf Crossiety zu schmökern und die Gemeinde über die Quartiersgrenzen hinweg besser kennen zu lernen.

Wie es begann

Im Herbst 2019 wurde von der Gemeinde eine Umfrage gestartet, deren Ergebnis zeigte, dass 88 Prozent der ­Antwortenden gern nicht nur über Printmedien wie den «Anzeiger» oder den Impuls, sondern auch digital über das Dorfgeschehen informiert würden. Die Gemeinde nahm den Ball an, eine Projektgruppe recherchierte und verglich unterschiedlichste Möglichkeiten und kam schliesslich zum Schluss, dass Crossiety am geeignetsten ist. Es ist leicht zu bewirtschaften, technische ­Lösungen und inhaltliche Überprüfung erfolgen über den neutralen Anbieter und es bietet optimale Datensicherheit. Es unterstützt auch das Anliegen des Gemeindepräsidenten nach Transparenz betreffend Arbeit in den Behörden. Die jährlichen Kosten betragen lediglich drei Franken pro Einwohner.

So startete Crossiety im Juni 2020, als man dachte, das Schlimmste mit der Pandemie sei überstanden. Heute weiss man, dass dies eine Fehleinschätzung war. Das Leben hat sich weiter verändert – es gibt kaum Events, soziale Kontakte sind rar geworden. Crossiety macht aber gerade auch in Krisenzeiten Sinn. Es ist ein Dorf- und Marktplatz, an dem man sich nicht physisch, sondern virtuell treffen und austauschen kann.

Keine Konkurrenz

Gemeindepräsident Stephan Hinners ­betont: «Wir sahen Crossiety nie als Konkurrenz zu bisherigen Kommunikations- und Vernetzungskanälen, sondern als Ergänzung.» So wurde beispielsweise Dominik Stierli in die Planung miteinbezogen. Er betreibt schon länger mit viel privatem Engagement für sein Dorf die beliebte Seite obfelden.info.

Sowohl Gemeindepräsident Stephan Hinners als auch Projektleiter Philipp Metzler sind zufrieden mit dem bisherigen Erfolg von Crossiety – räumen aber auch ein, dass die App in Zukunft noch breiter genutzt werden könnte. «Es ist wie ein Topf voll Popcorn auf dem Feuer. Lange geschieht nichts und dann ploppt es los», meint Stephan Hinners. Er und Philipp Metzler, professioneller Kommunikationsberater, der die Gemeinde bei der Einführung von Crossiety fachlich begleitet, haben gute Ideen, wie man Crossiety breiter bekannt ­machen kann – doch wegen der Pandemie können sie momentan nur wenige umsetzen. Unterdessen sind 750 Obfelder angemeldete Nutzer von Crossiety.

Wer die Seite seinen Bedürfnissen entsprechend nutzen will, muss sich in die Plattform einarbeiten. Zuerst registriert man sich. Man definiert in seinen Einstellungen die Region, aus der man Infos erhalten will. Tut man dies nicht, fühlt man sich schnell überschwemmt mit Mitteilungen von anderen Gemeinden, die Crossiety nutzen.

Es gibt bereits 43 Obfelder Gruppen. Man entscheidet selbst, welcher man beitreten will. Bestimmt wählt man «Aus der Gemeinde Obfelden», um in Echtzeit Informationen der Gemeinde zu bekommen. Sinnvoll ist auch der Terminkalender. Weitere Gruppen wählt man entsprechend den individuellen Informationsbedürfnissen, beispiels­weise «Kultur Obfelden», «Bibliothek Obfelden» oder «O2Jugend». Seit drei Wochen berichten fünf professionell Schreibende in der Gruppe «Obfelder Orte – die Dorfkolumne» Informationen, Gedanken und Hintergründe zu Orten, mit denen sie persönliche Erlebnisse und Emotionen verbinden.

Philipp Metzler und Stephan ­Hinners sind sich einig: «Wir wünschen uns von der Obfelder Bevölkerung ­Offenheit und Vertrauen in Crossiety sowie die Neugier und den Mut, sich einzulassen und selbst aktiv zu werden. Probieren geht über studieren! Die Verantwortlichen freuen sich auch auf Feedback, um die Seite noch informativer und nutzerfreundlicher zu machen.

www.crossiety.app/dorfplatz/obfelden.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Bezirk Affoltern27.08.2026

Müller‑Mehrheit – und die Säuliamt‑Spezialitäten

Offizielle Namensdaten: Im Bezirk Affoltern dominieren die grossen Schweizer Klassiker
Maschwanden fällt aus der Reihe
Bezirk Affoltern27.08.2026

Maschwanden fällt aus der Reihe

Fortsetzung: «Müller-Mehrheit – und die Säuliamt-Spezialitäten»
Ungleiches Abstimmungsbudget? Schweizweit, so auch im Knonauer Amt, finden sich viele Plakate, die für eine Annahme der Neutralitätsinitiative werben, wie dieses hier in Affoltern. Solche für die Ernährungsinitiative sind eher selten zu sehen, we
Bezirk Affoltern27.08.2026

Neutralität und Ernährung im Fokus

Über diese zwei nationalen Abstimmungsvorlagen gilt es, am 27. September an der Urne zu befinden