Ehrerbietung für Gino Mäder
Der Besuch der Tour de Suisse am Freitag im Säuliamt wurde vom Tod des Radsportlers Gino Mäder überschattet. Der Zürcher Radprofi war am Vortag in der Abfahrt zum Etappenziel in La Punt bei hohem Tempo von der Strasse abgekommen und schwer gestürzt.
Der Besuch der Tour de Suisse am vergangenen Freitag im Säuliamt wurde von der Tourleitung unter Führung von Olivier Senn zur Trauerfahrt ausgerufen. Dies nachdem um die Mittagszeit vom Rennteam Gino Mäders bekannt gegeben wurde, dass der 26-Jährige seinen schweren Verletzungen im Spital von Chur erlegen ist. Am Vortag war der Zürcher Radprofi in der Abfahrt vom Albulapass bei hohem Tempo von der Strasse abgekommen und in ein Bachtobel gestürzt. Die Meldung von Mäders Tod hinterliess an der Strecke konsterniertes und trauerndes Publikum, das dem Tross zu Ehren Mäders die Achtung erwies.
Auf die schrille und laute Werbekolonne wurde verzichtet. Die Streckensicherungsmotorräder fuhren mit schwarzen Streifen quer über die Windschutzscheibe geschlossen im Verband vor dem Tross der Rennfahrer her. Angeführt von Mäders Teamkollegen der Mannschaft Bahrain-Victorious und Tour-de-Suisse-Leader Mattias Skjelmose bestritt das Peloton eine neutralisierte 20-Kilometer-Gedenkfahrt für Mäder durchs Säuliamt ans reguläre Etappenziel in Oberwil-Lieli.
Respektvolles Radsportpublikum
Das Publikum entlang der Strecke hatte sich auf ein Radsportfest vorbereitet. In Bonstetten, am Fusse des Islisbergs, war eine Festwirtschaft eingerichtet worden und bei der Hofdurchfahrt von Bauer Werner Locher standen bunte Kunststoffkühe in Reih und Glied an der Fahrbahn. Entlang der steilen Islisbergstrasse standen die Fans bereit, um den Radprofis einen würdigen Empfang zu bereiten. Es wurde eine ungewöhnlich ruhige Durchfahrt, als das Feld geschlossen anrollte.
Das Publikum applaudierte. In den Gesichtern stand jedoch Betroffenheit anstatt Begeisterung und Freude. Die sonst üblichen Anfeuerungsrufe blieben aus und auch auf Glockengebimmel und andere Formen der Geräuschentwicklung wurde verzichtet.
Schweizer Fahrer zogen sich zurück
Die Etappe wurde nicht gewertet. Nach dem Teilstück zogen sich Bahrain-Victorious, das Schweizer Team Tudor Pro Cycling und die belgische Mannschaft Intermarché-Circus-Wanty aus der Tour zurück. Ebenso die Schweizer Radsportler Stefan Küng, Marc Hirschi, Michael Schär und Mauro Schmid.
Erst kurz vor Mitternacht gab Tourdirektor Senn bekannt, dass die Tour de Suisse nicht abgebrochen werde. Sie ging am Sonntag mit dem Gesamtsieg des 22-jährigen Dänen Skjelmose und einem schalen Nachgeschmack zu Ende.








