«Ein Dorf lebt von der Bevölkerung und einem konstruktiven Miteinander»

Abschlussanlass «Lokal vernetzt älter werden»

Von links: Barbara Brugger, Kommission für Altersfragen, KofAM; Gabriela Hofer, Stellenleiterin Suchtprävention Dietikon und Affoltern; Marcel Eicher, Gemeinderat und Vorsitzender der Kommission für Altersfragen, KofAM, und Vreni Spinner, Gemeinde
Von links: Barbara Brugger, Kommission für Altersfragen, KofAM; Gabriela Hofer, Stellenleiterin Suchtprävention Dietikon und Affoltern; Marcel Eicher, Gemeinderat und Vorsitzender der Kommission für Altersfragen, KofAM, und Vreni Spinner, Gemeindepräsidentin und mit Mitglied KofAM. (Bild Regula Zellweger)

Vor einem Jahr folgten über hundert Mettmenstetterinnen und Mettmenstetter der Einladung zum Mitwirkungsanlass zum Projekt «Lokal vernetzt älter werden» ins «Weisse Rössli». Damals wurden in einer Zukunftswerkstatt Befindlichkeit und Wünsche der Teilnehmenden in Erfahrung gebracht. Aus den Resultaten dieser Gruppenarbeiten wurden Themenfelder abgeleitet. Daraus entstanden drei Arbeitsgruppen zu den Themen Kommunikation, Begegnung und Angebote, die nun ein Jahr gemeinsam an ihren Zielen arbeiteten und am Abschlussanlass über ihre Arbeit berichteten. Moderiert wurde der Anlass von Gabriela Hofer, Stellenleiterin Suchtprävention Dietikon und Affoltern.

Ergebnisse der Arbeitsgruppen

Marcel Eicher, Gemeinderat und Vorsitzender der Kommission für Altersfragen, KofAM, präsentierte die Arbeit der Gruppe Kommunikation: Eingeleitet wurde die Information für Neuzuzüger über 60 Jahre, der Webauftritt wird laufend optimiert, und Broschüren liegen im Gemeindehaus und in der Bibliothek auf.

Marcel Eicher betonte, dass am Schalter im Gemeindehaus jederzeit gern Fragen beantwortet werden. Er verwies aber auf die «Holschuld»: «In Mettmenstetten stehen für die ältere Generation viele interessante und vielfältige Angebote für Bewegung, Sport und Freizeit zur Verfügung. Aber man muss sich selbst bewegen.» Er räumte ein, dass es gelte, für Menschen, die wegen ihres hohen Alters oder wegen eines körperlichen und geistigen Handicaps nicht in der Lage sind, sich am Geschehen im Dorf einzubringen, geeignete Lösungen zu generieren.

Sophie Frey berichtete aus der Gruppe Begegnung. Es gelang, regelmässig Menschen zu Pétanque-Spielanlässen zusammenzubringen. Zwei Gruppenmitglieder waren jeweils informierend und motivierend bei der Alterssiedlung vor Ort. Das Projekt «Lokal vernetzt älter werden» wurde zwar mit dem Anlass im Rössli abgeschlossen, Sophie Frey und ihr Team werden aber begeistert am Ball bleiben und weiter das unkomplizierte Vernetzen beim Pétanquespiel fördern.

Hannes Baschung sprach für die Gruppe Angebote. Hier wurde intensiv diskutiert und das Projekt «Lokal vernetzt älter werden» wird unter der Bezeichnung «Netzwerk Mättmi 55+» weitergeführt. An Ideen mangelt es nicht. Erwünscht sind weitere aktive Personen jeden Alters, die sich gern für das gute Altern in Mettmenstetten engagieren wollen.

Wie geht es weiter?

Das Abschlussprojekt mit Fokus auf das «Wie geht es weiter?» wurde im Vergleich mit dem Mitwirkungsanlass vor einem Jahr nur noch von halb so vielen Personen besucht. Nichtsdestotrotz vermittelten die Verantwortlichen Zuversicht und bezeugten den Willen, am Thema des Vernetzens zugunsten der älteren Generation dranzubleiben.

Marcel Eicher formulierte: «Es gilt, den Start zu wagen, einen Schritt nach dem anderen zu tätigen und gezielt zu kommunizieren. Wir wollen den persönlichen Austausch suchen und das grosse Netzwerk aller nutzen, um unsere Tätigkeiten über diverse Kanäle aufzuzeigen. Wir haben bereits etablierte und wertvolle Gefässe im Bereich der Seniorenaktivitäten, diese wollen wir aktiv einbeziehen.»

Als im «Rössli» gefragt wurde, wer sich neu für das Netzwerk Mättmi 55+ engagieren wolle, erhob einzig ein Mann seine Hand. Es wurde Enttäuschung über das mangelnde Interesse der breiten Öffentlichkeit kundgetan – was wenig hilft, dies den engagierten Teilnehmenden vor Ort und den motivierten Organisierenden zu erzählen. Die im Projekt Netzwerk Mättmi 55+ involvierten Menschen tun dies bereits mit Herzblut, es gilt, neue Personen für die aktive Gestaltung von Lebensraum und Lebensqualität für Menschen ab der Lebensmitte zu finden.

Wünsche, Visionen und Engagement

Marcel Eicher wünscht sich, dass sich mehr Personen für die Mitgestaltung melden, dass der direkte Austausch zwischen der Bevölkerung und der KofAM mehr lebt und die Möglichkeiten für die Mitgestaltung der Lebenswelt für Menschen in der dritten Lebensphase intensiver genutzt werden. Dafür setzt er – und viele weitere Personen – sich ein.

Seine Visionen für das kommende Jahr: «Dank der vielen engagierten Personen ist das Netzwerk Mättmi 55+ schon ein halbes Jahr früher ein fester Bestandteil der Altersgruppe 55+. Es ist in eine Organisationsstruktur eingebettet und fest verankert, verfügt über eine funktionierende Struktur und ist ein wichtiger Partner für die KofAM.»

Der Erfolg des Netzwerks Mättmi 55+ steht und fällt nicht zuletzt mit dem Engagement von Personen vor, während und nach dem Eintritt ins Pensionsalter. Es gilt, möglichst Eigenverantwortung für die Befindlichkeit im Alter zu übernehmen und mit einem Engagement für die Gemeinschaft – für sich selbst und andere – sinnstiftendes Miteinander zu schaffen und Einsamkeit vorzubeugen.

Marcel Eicher fordert: «Wir als Kommission der Gemeinde benötigen klare Ansprechpartner für die verschiedenen Themen» und bringt es auf den Punkt: «Ein Dorf lebt von der Bevölkerung und einem konstruktiven Miteinander.»

Weitere Informationen und Kontakt: vreni.spinner@mettmenstetten.ch und marcel.eicher@mettmenstetten.ch

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