Ein fortschrittliches Wärmeverbundsystem in Hausen

Die Häcksel-Service GmbH hat als Pionierunternehmen in Hausen vor mehr als zehn Jahren eine Schnitzelheizung mit Fernleitungsnetz aufgebaut. Dieses wird nun von der Heizgenossenschaft Hausen (HGH) übernommen und in das geplante Wärmeverbundsystem integriert. Die HGH wird in den kommenden Jahren eine neue Heizzentrale erstellen.

Übergabe mit Corona-Handschlag: Oliver Weisbrod (links), Präsident der HGH, und Kari Burkard von der Häcksel-Service GmbH. (Bild Marianne Voss)
Übergabe mit Corona-Handschlag: Oliver Weisbrod (links), Präsident der HGH, und Kari Burkard von der Häcksel-Service GmbH. (Bild Marianne Voss)

Kari Burkard aus Hausen setzte schon vor mehr als zehn Jahren auf die Holzenergie aus unseren umliegenden Wäldern. Mit seiner Häcksel-Service GmbH hat er als Pionierunternehmen im Dorf eine Holzschnitzel-Heizzentrale und ein Fernleitungsnetz für acht Liegenschaften aufgebaut. Er ist nach wie vor überzeugt, dass der Wald in Zukunft noch mehr als Energielieferant an Bedeutung gewinnen wird. Daher suchte er nach einer möglichst nachhaltigen Nachfolgelösung für sein Unternehmen.

Die gewünschte Lösung war bereits vorgespurt. Vor einem guten Jahr wurde in Hausen die HGH (Heizgenossenschaft Hausen a. A.) gegründet. Das Projekt war damals durch den Gemeinderat Gregor Blattmann und Förster Robi Püntener vorwärtsgetrieben worden. Die beiden waren der Überzeugung, dass in Hausen mehr Potenzial vorhanden sei für Wärmeabnehmer von Holzenergie. Ihr Ziel war, die 830 Hektaren Wald und das Gartenschnittholz unserer Region als wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Wärmeressource zu nutzen. Mitglied in der HGH sind die Gemeinde Hausen, die Holzkorporationen als Lieferanten und die potenziellen Wärmebezüger.

Übernahme auf 1. Januar 2021

Die HGH mit Oliver Weisbrod als Präsident und die Häcksel-Service GmbH mit Kari Burkard wurden sich in den ­vergangenen Monaten einig, dass ein ­Zusammenschluss, respektive eine Übernahme für alle der beste Weg ist. Die Häcksel-Service GmbH hat nun auf den 1. Januar 2021 das bestehende Fernleitungsnetz an die HGH verkauft. Die HGH übernimmt den Wärmeverbund Husmatte. Die Häcksel-Service GmbH wird bis zur Verfügbarkeit der neuen Heizanlage der HGH die Wärmeproduktion sicherstellen. Kari Burkard ist glücklich mit der Lösung: «Einerseits steht hinter dem Projekt der Genossenschaftsgedanke, andererseits stammen alle Beteiligten aus der direkten Umgebung.»

Win-win-win-Situation

Im Weisbrod-Areal wird nächstes Jahr eine neue Holzschnitzel-Heizzentrale mit einer Leistung von bis zu maximal 1,2 Megawatt (mit Ausbaupotenzial) ­gebaut. Die Weisbrod-Zürrer AG wird dabei den Rohbau erstellen und diesen der HGH vermieten. In den letzten Jahren habe in der Bevölkerung ein grosses Umdenken stattgefunden, stellt Oliver Weisbrod fest. Das Interesse an einem Anschluss sei in mehreren Quartieren vorhanden. Die bereits vorliegenden ­Zusagen von grossen Bezügern zeigten auch, dass diese Heizlösung nicht nur ökologisch überzeugt, sondern sich auch rechne. Für viele Eigentümer sei es die einfachste und günstigste Alternative bei einem anstehenden Heizungsersatz. Für den ersten Ausbau des Leitungsnetzes seien durch Darlehen zurzeit genügend finanzielle Mittel vorhanden. Doch der grosse Finanzierungsbedarf werde erst nächstes Jahr anfallen. «Wir hoffen da auf eine Bürgschaft vonseiten der Gemeinde, um gute Konditionen bei der Fremdfinanzierung zu bekommen.» Er spricht von einer Win-win-win-Situation. «Wir haben eine gute Lösung gefunden für Kari Burkard. Die HGH kann nun bereits operativ starten und ist am Markt. Und das Dorf Hausen bekommt ein sehr fortschrittliches ökologisches Wärmeverbundsystem.» Kari Burkard ergänzt: «Zudem bleibt die Wertschöpfung in der Region und wir sichern eine kostendeckende Waldbewirtschaftung.»

Weitere Infos: www.heizgenossenschafthausen.ch.

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