Ein fröhliches Jubiläumsfest
Der grosse Jubiläumsabend am Freitag war der Auftakt des Musigfäschts vom vergangenen Wochenende in Hausen. 125 Jahre Musikverein Harmonie Hausen – da kamen fast alle, um mitzufeiern oder zu gratulieren. An dem fröhlichen und festlichen Abend war viel Zusammenhalt im Dorf und in der Region spür- und erlebbar.
Schon das Gedränge beim Sponsoren-apéro zeigte, dass fast das ganze Dorf auf den Beinen war. Alle aus der Region, ob Mitglieder aus Behörden, Vereinen, Inhaber von KMUs oder Personen, die in anderer Weise mit dem Musikverein Hausen verbunden sind, waren dabei und feierten mit. Sowohl im Vorfeld wie auch bei der Durchführung des dreitägigen Festes konnte das Geburtstagskind auf sehr breite Unterstützung durch Sponsoren, Gönner und Scharen von Helfenden zählen. Auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden war unkompliziert und sehr entgegenkommend.
Unter diesem positiven Stern der Solidarität, des Gemeinnutzes und des dörflichen und regionalen Zusammenhaltes begann das dreitägige Musigfäscht am Freitagabend mit der eigentlichen Geburtstagsparty für den 125-jährigen Musikverein Hausen. «Ihr dürft aufbauen auf einer langen Tradition, das verpflichtet», erklärte OK-Präsident Georges Köpfli anlässlich seiner Festrede im fast vollen Zelt. «Ihr bleibt aber nicht in alten Mustern verhaftet. Ihr interpretiert die Tradition mit viel Kreativität und Experimentierfreude. Und ihr wagt Neues.» Er betonte den Zusammenhalt über mehrere Generationen in diesem Verein und die Musizierfreude. «Wenn ihr musiziert, springt eure Freude rüber zum Publikum. Ohne euch und eure Musik wäre unser Dorfleben weniger farbig und weniger festlich.» Auf sein herzliches «Happy Birthday!» stimmte das Publikum spontan das Geburtstagslied zu Ehren des Musikvereins an. Auch Gemeindepräsident Stefan Gyseler gratulierte dem Verein und gab seiner Wertschätzung Ausdruck: «125 Jahre, das ist ein Leistungsausweis! Und, dass Musik verbindet, dafür ist der Musikverein Hausen ein Beweis. Denn ihr fördert den Zusammenhalt im Dorf.»
Jubiläumsmusik mit vier Chören
Matthias Morf, alias Hobo, moderierte den Jubiläumsabend, der mit einem mitreissenden Marsch begann. Die Stimmung war von Anfang an fröhlich. Mit Applaus wurde nicht gespart – sei es als Dank für die riesige Arbeit des OKs und der Helfenden oder für die abwechslungsreichen musikalischen Vorträge von Schlager bis Rock. Zu Beginn trat das Geburtstagskind unter der Leitung von Rägle Brawand alleine auf, eingekleidet in neuen Gilets und Krawatten. Dann füllte sich bald die Bühne mehr und mehr. Die befreundeten Chöre aus der Region feierten und musizierten nämlich mit – ebenso die Beginners-Band mit dem Blasmusik-Nachwuchs.
So entstanden verschiedene spannende Klangvereinigungen von Blasmusik und vier Chören, die abwechselnd auftraten: der Oberämtler Chor, der Katholische Kirchenchor, der Schülerchor und der Jodlerklub am Albis. Zum fulminanten Schlussbouquet mit sämtlichen Musizierenden und Singenden auf der Bühne sagte Ueli Imhof, Präsident des Musikvereins Hausen: «Wir machten ja immer wieder Experimente zusammen mit Chören. Es ist für uns ein grosses Jubiläumsgeschenk, dass heute alle Chöre mitgemacht haben und wir die grosse Bühne hier mit 150 Personen voll ausnutzen konnten.» Das Schlussstück, Celtic Crest von Basler-Tattoo wurde zusätzlich von einem Dudelsack-Spieler unterstützt. Und die emotionale Zugabe von allen 150 Beteiligten war das bekannte Lied «All’s was bruchsch uf dr Wält, das isch Liebi», die mit einer kaum endenden standing Ovation verdankt wurde.
Kuchen mit 1,4 Meter Durchmesser
Natürlich gab es zum Geburtstag auch Geschenke und Gratulationen vonseiten der Chöre. Und ebenso fehlte die Geburtstagstorte nicht. Sie hatte einen Durchmesser von 1,4 Metern und war eine Spende der Bäckerei Pfyl. Sie war so gross, dass alle Gäste im Festzelt davon ein Stück geniessen konnten. Das Fest dauerte auch nach dem offiziellen Teil weiter bis in die Morgenstunden. Drei Bands mit Musikern und Sängern aus der Region, «The Lost Keys», «Wilcox» und «Last Avenue», übernahmen die Unterhaltung mit mitreissender Rock- und Popmusik und animierten viele zum Mittanzen. Andere liessen den Abend im Bier- oder im Barzelt ausklingen.
Für das OK und alle, die mithalfen, war der Freitag erst der Anfang. Am Samstag und Sonntag fanden darauf in Hausen die Musiktage Amt und Limmattal statt, mit 19 auswärtigen Musikvereinen und total 650 Musikerinnen und Musikern. Marschmusikparaden, Konzertvorträge, Veteranenehrungen und natürlich geselliges Zusammensein bei Speis und Trank sind feste Bestandteile eines solchen regionalen Musiktreffens. Am Sonntagabend gegen 19 Uhr sassen OK-Präsident Georges Köpfli und Ueli Imhof, Präsident des Musikvereins Hausen, bei einem kühlen Getränk im Schatten. «Ein eigenartiges Gefühl», meinte der OK-Präsident. «Während drei Jahren haben wir auf diese Tage hingearbeitet, und jetzt ist alles vorbei.» Beide sind aber sehr glücklich. «Wir haben nur zufriedene Gesichter gesehen, es war rundherum ein sehr friedliches und gelungenes Fest.» Es habe keine Zwischenfälle gegeben, keine Unfälle, keine Schlägereien, keinen Abfall am falschen Ort und keine Pöbeleien. Natürlich seien sie und wohl alle vom OK jetzt auch sehr müde, denn viel Schlaf sei während des Festwochenendes nicht möglich gewesen. Doch nun werde zuerst noch aufgeräumt. «Bis am Montagabend ist hier alles wieder weg.»












