Ein Glücksfall für Hunde, Katzen und Co.

Der gemeinnützige Verein «Mensch und Tier im Glück» hilft Menschen und Haustieren in Not. Freiwillige unterstützen bedürftige Haustierhalter und -halterinnen oder übernehmen die Tierbetreuung ganz.

Heidi Randegger setzt sich mit dem Verein «Mensch und Tier im Glück» für ebensolche in Not ein. (Bild zvg.)
Heidi Randegger setzt sich mit dem Verein «Mensch und Tier im Glück» für ebensolche in Not ein. (Bild zvg.)

Immer mehr Menschen, die allein, alt oder bedürftig sind, teilen ihr Leben mit einem Vierbeiner, um den sie sich liebevoll kümmern. «Oft sind die Haustiere die einzigen Sozialpartner, die diese Menschen noch haben», sagt Heidi ­Randegger, Gründerin und Präsidentin des gemeinnützigen Vereins «Mensch und Tier im Glück» in Bonstetten. «Die Tiere geben den Menschen das Gefühl gebraucht zu werden, strukturieren deren Alltag und sorgen für Abwechslung und Bewegung.»

Doch wer kümmert sich um das Haustier, wenn der Besitzer/die Besitzerin krank wird, ins Spital muss oder die Kräfte mit zunehmendem Alter langsam nachlassen, und kein Bekannter oder Verwandter nach dem Vierbeiner schauen kann oder das Geld für eine professionelle Tierbetreuung fehlt? «Ich habe zu oft erlebt, wie Menschen in Not ihr geliebtes Haustier ins Heim geben mussten», ergänzt Heidi Randegger, die während vieler Jahre einen Tierrettungsdienst im Zürcher Unterland leitete. «Schicksalsschläge, die Mensch und Tier trennen, sorgen für viel Leid auf beiden Seiten.» Dagegen wollte die 54-Jährige angehen. Vor fünf Jahren gründete sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner und ihrer Schwester den Verein «Mensch und Tier im Glück» (siehe Box) und baute die schweizweit einzigartige Dienstleistung mit viel Engagement aus.

Tierwohl ist zentral

«Der gemeinnützige Verein Mensch und Tier im Glück ermöglicht alten, kranken oder bedürftigen Menschen, auf Basis von Freiwilligenarbeit, ihre Haustiere trotz eingeschränkter Mobilität zu ­Hause halten zu können», erklärt Heidi Randegger. «Dabei liegt unser Fokus auf dem Tierwohl und einer artgerechten Tierhaltung.»

Rund 150 freiwillige Helferinnen und Helfer, hauptsächlich Frauen, engagieren sich für den Verein. «Nach einer Bedürfnisabklärung beim Tierhalter/der Tierhalterin wählen wir einen passenden Helfer/eine passende Helferin aus dem vereinseigenen Pool aus oder suchen jemanden über die sozialen Netzwerke in Regionen, in denen unser Verein noch nicht so bekannt ist.» Das ­Betreuungsangebot ist gratis und reicht von Gassigehen mit den Hunden über Katzenkisten reinigen, Fellpflege, Futter besorgen bis hin zu Tierarztbesuchen. «Diese Unterstützung entlastet den Tierhalter/die Tierhalterin individuell und beeinflusst Mensch und Tier nachweislich positiv, da sie zusammenbleiben können.» Sehen sich die Verantwortlichen zusätzlich mit Altersarmut konfrontiert, begegnen sie dieser mit Futter- und Materialspenden.

Die meisten Einsätze sind von kurzer Dauer und stehen nach einem Unfall während der Rehabilitationszeit an. Das Angebot habe sich seit der Gründung des Vereins 2015 herumgesprochen und sei mittlerweile vielerorts in der Deutschschweiz gefragt. «Unsere Freiwilligen leisten gute Arbeit», findet ­Heidi Randegger. Regelmässige Weiterbildungen sollen dafür sorgen, dass das so bleibt.

Kann ein Tierhalter oder eine Tierhalterin den Vierbeiner nicht mehr zu Hause halten, da er oder sie in ein Alters- oder Pflegeheim wechselt oder stirbt, suchen die Verantwortlichen einen Pflegeplatz für das Haustier, damit es nicht ins Heim muss. «Wir sind daran, das entsprechende Netzwerk weiter auszubauen. Passende Pflegeplätze sind nicht einfach zu finden», räumt sie ein. Und so kümmere sie sich neben den eigenen drei Hunden ebenfalls regelmässig um Pflegetiere.

Patenprojekt ist angedacht

Der Verein ist auf Spenden angewiesen, da er seine Dienstleistungen kostenlos anbietet. «Viele Menschen finden das Angebot gut und spenden Geld», sagt Heidi Randegger. «Überdies stellen Firmen Material und Futterspenden zur Verfügung, Tierärzte gewähren einen Tierschutz-Rabatt und Hunde-Frisösen arbeiten unentgeltlich.» Trotz erfolgreichem Angebot, wachsen die Bäume nicht in den Himmel. «Es gibt noch viel zu tun, da das Interesse am Angebot stets zunimmt. Hätten wir ausreichend finanzielle Mittel, könnten wir Regionalgruppen für das Betreuungsangebot ­aufbauen.»

Sobald das Dienstleistungsangebot breiter aufgestellt sei, möchte sie ein Patenprojekt für Haustiere in Alters- und Pflegeheimen realisieren. «Der Verein könnte das fehlende Betreuungsangebot für die Vierbeiner übernehmen.» So könnten die alten Menschen ihre Lieblinge ins Heim mitnehmen. «Es ist dies ein zusätzliches Herzensprojekt, das ich verwirklichen möchte», sagt sie abschliessend. Man darf auf weitere ­gespannt sein.

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