Ein grosser Tag für kleine Leute

Weit über 6000 Schüler starteten im Säuliamt Anfang der Woche in den Kindergarten, in die Primar- sowie in die Sekundarschule. Während sich die Lehrpersonen sorgfältig darauf vorbereitet haben, fiebern vor allem die Kindergartenschüler und die Erstklässler dem grossen Tag entgegen.

Sie muss 14 neue Namen lernen: Kindergärtnerin Sina Dummermuth zwischen Mia und Janis.<em> (Bild Martin Mullis)</em>
Sie muss 14 neue Namen lernen: Kindergärtnerin Sina Dummermuth zwischen Mia und Janis.<em> (Bild Martin Mullis)</em>

Am letzten Montag war es so weit: Gemäss Angaben der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich starteten im Bezirk Affoltern insgesamt 6323 Schülerinnen und Schüler im Kindergarten sowie in der ersten Klasse der Primar- oder Sekundarschule. Allein in Ottenbach lernten 26 Mädchen und Buben ihre erste Lehrerin, Deborah Buchs, kennen. 14 Kindergärtler waren überaus gespannt endlich ihrer Kindergärtnerin Sina Dummermuth «Grüezi» sagen zu dürfen.

Doch die trockene Statistik sagt nicht viel aus über die mit einem Schulbeginn oder einem Übertritt in eine neue Klasse verbundenen Emotionen. Es gibt viel zu tun, von den Lehrpersonen werden umfangreiche Vorbereitungen getroffen und hier und dort ist bei den Eltern und Kindern sogar einiges an Lampenfieber festzustellen.

Daniel Eichenberger von der Schuleinheit Chilefeld Stigeli in Affoltern hält fest, dass entgegen der landläufigen Meinung weder Lehrpersonen noch die Schulleitung während fünf Wochen im Sommer die Seele baumeln lassen. Auch wenn die Schule geschlossen ist, wird in den Schulzimmern gearbeitet. Insbesondere beim Eintritt in den Kindergarten bzw. bei einem Stufenübertritt gibt es immer einen Berg an Vorbereitungsarbeiten zu bewältigen. Schulleiter Eichenberger schildert einige der grösseren Aufgaben. Im Kindergarten stellt sich die Frage, ob Eltern ihre Kinder loslassen können. Die Kinder müssen plötzlich feststellen, dass sie nur noch ein Teil einer Gruppe von 20 bis 24 anderen Kindern sind. Bei vielen Kindern kommt die fremde beziehungsweise neue Sprache hinzu – nämlich Hochdeutsch. Auf der Primarstufe gilt es, allen Kindern gerecht zu werden.

Kinder motivieren Neues zu lernen

Ihr Enthusiasmus, ihre Neugierde aber auch die Möglichkeit, die Kinder zu motivieren Neues kennen zu lernen, bereite viel Genugtuung und mache den Berufsalltag einer Lehrperson überaus spannend.

Dino Wolf, Schulleiter der Primarschule Ottenbach freute sich ebenfalls auf den kommenden Schulbeginn. Aber auch er und sein Team arbeiteten bereits gut und gerne zwei Wochen intensiv an den Vorbereitungen zum neuen Schuljahr. Es gibt viel Organisatorisches zu planen und die Lektionen so zu gestalten, dass die Wissbegierde der Kinder aufrechterhalten werden kann. Er stellt fest, dass die Zusammenarbeit mit den Schülern aber stets gut bewältigt werde. Hie und da gestalte sich allerdings der Kontakt mit den Eltern als eigentliche Herausforderung.

Für Mia, die einen Tag nach der Einschulung in den Kindergarten ihren fünften Geburtstag feiern darf, ist der erste Tag im Kindergarten eines der grossen und wichtigen Erlebnisse in ihrem noch kurzen Leben. Endlich gehört sie nicht mehr zu den ganz Kleinen, ausserdem kann sie schon längst auf zehn zählen und auf dem begehrten iPad ihres 70 Jahre älteren Nachbarn einen Trickfilm zu starten bezeichnet sie als «bubieinfach». Sie dürfte die umstrittene digitale Aufrüstung dereinst in der Schule begrüssen. Den «Chindsgi-Bändel» und die Tasche hat sie längst griffbereit und der Weg zum Schulhaus ist ihr bestens bekannt, immerhin arbeitet ihr Vater dort als Leiter des Hausdienstes.

Bestens gerüstet für die neuen Kindergärtler

Trotz klopfendem Herzen sollte beim grossen Ereignis nichts schiefgehen. Auf den grossen Tag musste Mia allerdings etwas länger warten. Die Erstjahr-Kindergartenschüler wurden erst am Dienstag eingeschult, dies um den Eintritt nicht mit den Zweitjahr-Schülern zusammen zu gestalten und damit eine gewisse Hektik zu vermeiden. So ist denn auch Kindergärtnerin Sina Dummermuth bestens für die Begrüssung der neuen Kindergärtler gerüstet.

Am letzten Dienstag war es dann so weit und nachdem die Querung auf dem Fussgängerstreifen über die vielbefahrene Zwillikerstrasse absolviert war, gehörte Mia im Kindergarten des Schulhauses Chappelistein endlich zu den Kindergartenschülern. Zusammen mit den anderen Kindern, auch jenen welche bereits ein Kindergartenjahr hinter sich haben, durfte sie sich jetzt spielerisch vorstellen.

Die Erstjahr-Kindergartenschüler behaupteten fast alle, dass sie trotz dem grossen Tag gut geschlafen haben. Die zeitliche Ablösung vom Elternhaus dürfte jedoch einigen Kindern etwas zu schaffen machen. Für Sina Dummermuth ist die wichtigste Voraussetzung für ein erfreuliches und perfektes Schuljahr, dass die Eltern und die Lehrperson am gleichen Strick ziehen.

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