Ein Millionen-Überschuss und viele Verabschiedungen

Gemeindeversammlung in Hausen im Zeichen von personellen Veränderungen

Geben mit dem Ende der Legislaturperiode ihre Ämter ab: (hintere Reihe, v. l. n. r.) Maya Langhi, Beatrice Sommerauer, Stefan Gyseler, Thomas Frick, Ruth Schärer und Sandra Bundi; (vordere Reihe, v. l. n. r.) Andrea Sidler, Katja Krauer und Yvonne
Geben mit dem Ende der Legislaturperiode ihre Ämter ab: (hintere Reihe, v. l. n. r.) Maya Langhi, Beatrice Sommerauer, Stefan Gyseler, Thomas Frick, Ruth Schärer und Sandra Bundi; (vordere Reihe, v. l. n. r.) Andrea Sidler, Katja Krauer und Yvonne Peter. (Bild Daniel Vaia)

Das kommt an Gemeindeversammlungen nur selten vor: dass der inoffizielle Teil fast gleich lange dauert, wie der offizielle. So geschehen am vergangenen Mittwoch in Hausen. Der Grund: Auf Ende der laufenden Legislatur (Ende Juni) endet die Amtszeit von gleich vier Gemeinderats-Mitgliedern, darunter jene von Gemeindepräsident Stefan Gyseler, sowie von elf Kommissionsmitgliedern; letztere Zahl hängt auch mit der vom Stimmvolk beschlossenen Aufhebung der Tiefbaukommission sowie der Sozialbehörde per Ende dieser Legislatur zusammen. Anlass, die jahrelange Tätigkeit der Frauen und Männer im Dienst der Allgemeinheit zu würdigen und Danke zu sagen.

Für beide einzigen offiziellen Traktanden des Abends brauchten die anwesenden 76 Stimmberechtigten nur eine halbe Stunde: Mit jeweils grosser Mehrheit und ohne Gegenstimmen sagten sie Ja zur Jahresrechnung 2025 sowie zu einem Kredit von 435000 Franken für die Sanierung des Mehrzwecksaals an der Bifangstrasse.

Rechnung noch besser als budgetiert

Im Budget für das Jahr 2025 waren zwar grüne Zahlen erwartet worden. Doch statt eines Ertragsüberschusses von 420000 Franken, resultierte in der Rechnung sogar ein Plus von 2.240 Millionen. Gesamthaft belief sich der Aufwand auf 26.7 Millionen, der Ertrag auf 29.0 Millionen. Gemeinderätin Beatrice Sommerauer begründete die Mehreinnahmen unter anderem mit höher als erwarteten Einnahmen bei den Grundstückgewinnsteuern (2.2 Mio. statt 1 Mio.) und höheren Einkommenssteuern. Gesunken seien dafür die Vermögenssteuern.

Auf der Ausgabenseite resultierten grössere Abweichungen gegenüber dem Budget vor allem im Bereich Soziale Sicherheit. Hier machten sich namentlich die höheren Kosten bei der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe bemerkbar (Sozialhilfe), die Integrationskosten im Asylbereich sowie Mehrkosten im Bereich Kinder- und Jugendheimgesetz. Zudem stiegen die Kosten für die Pflegefinanzierung infolge von mehr pflegebedürftigen Personen sowie teilweise höheren Pflegestufen.

Die Investitionsrechnung fiel mit Ausgaben von 9.4 Millionen Franken deutlich geringer aus als erwartet (Budget: 16.4 Mio.). Grund sind vor allem Verzögerungen beim Bau der Sporthalle mit Tagesstrukturen und dem Projekt Anschluss der Abwasserreinigungsanlage.

Die Liquidität der Gemeinde reduzierte sich mit der seit vielen Jahren erstmaligen Aufnahme von Fremdkapital (2 Mio. Franken) um 330000 Franken. Wegen der erwähnten Investitionen dürfte auch im laufenden Jahr zusätzliches Fremdkapital nötig sein. Aktuell sei die Eigenkapitalquote der Gemeinde mit 80 Prozent aber immer noch sehr hoch, so Sommerauer.

Ja zu Mehrzwecksaal-Sanierung

Ebenso problemlos wie die Jahresrechnung wurde auch der Kredit von 435000 Franken für die Sanierung des Mehrzwecksaals und der Küche an der Bifangstrasse 1 gutgeheissen. Saal und Küche sind seit mittlerweile 42 Jahren in regem Betrieb. Die für 100 Personen ausgelegte Lokalität wird zum einen für Familienfeste, Infoveranstaltungen und Sitzungen benutzt, zum anderen als Übungs- und Trainingsraum von verschiedenen Vereinen.

Über ein Dutzend Verabschiedungen

Viel Platz nahm nach dem offiziellen Teil der Gemeindeversammlung die Verabschiedung von Gemeinderats- und Kommissionsmitgliedern ein, die ihr Amt mit dem Ende der Legislatur Ende Monat abgeben. Besonders gewürdigt wurde der langjährige Gemeindepräsident Stefan Gyseler – für ihn gab es neben einer Magnum-Flasche Wein sogar stehenden Applaus.

Nach zunächst acht Jahren in der Rechnungsprüfungskommission (RPK) amtete Gyseler die letzten zwölf Jahren als Gemeindepräsident. In ihrer Laudatio lobte Gemeinderätin Beatrice Sommerauer die Fähigkeit ihres Amtskollegen, «Menschen mit unterschiedlichsten Meinungen zusammenzubringen und ihnen zuzuhören». «Du bist ein echter Menschenfreund», so Sommerauer. Neben unzähligen Kommissionssitzungen habe Gyseler über all die Jahre zirka 240 Gemeinderatssitzungen geleitet und 25 Gemeindeversammlungen. In dieser Zeit habe er sich überdies stark für das Spital Affoltern eingesetzt, das es ohne ihn heute so wohl nicht mehr gäbe. Er habe gekämpft, für das, was ihm wichtig war – und den Kopf hingehalten, wenn es mal nicht so lief. Einziger Wermutstropfen in seiner Amtszeit sei gewesen, so Sommerauer augenzwinkernd, dass er mit seiner Idee für eine Weihnachtsbeleuchtung am Gemeindehaus nicht durchgedrungen sei.

Gyseler selber bedankte sich bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern für das Vertrauen, welches ihm in all den Jahren entgegengebracht wurde. Er habe es stets als Privileg empfunden, «sich für einen Ort einsetzen zu dürfen, der mir am Herzen liegt». In all den Jahren habe er lernen müssen, dass man es nicht immer allen recht machen kann – aber dass man stets bemüht sein muss, Andersdenkenden die Gründe zu erläutern; dass Reden in der Politik oft weniger wichtig ist als Zuhören; dass man Gelassenheit braucht; dass Toleranz wichtig ist; und dass man sich selber nicht zu wichtig nehmen darf. Als er vor 20 Jahren von Zug nach Hausen umzog, sei er anfänglich als «Zugezogener mit der Zuger Autonummer» bezeichnet worden. Heute sei Hausen seine Heimat, «eine starke Gemeinde mit engagierten Menschen».

Mit Gyseler scheiden auch Beatrice Sommerauer aus dem Gemeinderat aus (sie war ebenfalls zwölf Jahre lang Mitglied), Andrea Sidler (sie amtete unter anderem gleichzeitig acht Jahre als Primarschulpflege-Präsidentin) und Maya Langhi (seit vier Jahren Mitglied). Sie alle durften einen Blumenstrauss in Empfang nehmen – und einen langen Applaus von den Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern.

Ihre Amtszeit ebenfalls beenden elf Kommissionsmitglieder: Kaspar Oettli (Primarschulpflege), Thomas Frick (Baukommission), Andy Lüscher, Katja Krauer und Werner Haas (alle Tiefbaukommission), Yvonne Peter, Ruth Schärer, Timo Sykora und Annamaria Aschwanden (alle Sozialbehörde) sowie Sandra Bundi und Urs Steinmann (Rechnungsprüfungskommission).

 

 

Sek Hausen mit Überschuss statt Defizit

Die Jahresrechnung 2025 der Sekundarschule Hausen schliesst deutlich besser als budgetiert. Anstelle eines Verlusts von 131000 Franken resultierte ein Ertragsüberschuss von 393000 Franken. Der Aufwand der Schule, zu der die Kreisschulgemeinden Hausen, Kappel und Rifferswil gehören, belief sich im letzten Jahr auf 6.42 Millionen. Franken, der Ertrag auf 6.81 Millionen, basierend auf einem Steuerfuss von 22 Prozent.

An der Gemeindeversammlung der Sek Hausen am Mittwoch in Hausen begründete Finanzvorsteherin Eva Huwiler den Überschuss mit den höheren Steuererträgen der drei Kreisgemeinden. Zudem fiel der Aufwand geringer aus. Mit ein Grund hier sind Rückzahlungen des Kantons Zürich wegen jahrelanger zu Unrecht belasteter Versorgertaxen (Kosten für Heimpflegeleistungen) in der Höhe von 116000 Franken. Die Rechnung wurde an der von Sekundarschulpflege-Präsidentin Esther Flückiger geleiteten Versammlung ohne Diskussion in nicht einmal einer Viertelstunde einstimmig gutgeheissen. Anwesend waren lediglich 18 Stimmberechtigte. Für die Sek Hausen kommt das Finanzpolster zur rechten Zeit, da grössere Investitionen anstehen. 2027 wird mit einem Beitrag von rund 2 Millionen Franken an die im Bau befindliche Dreifachsporthalle in Hausen gerechnet sowie 250000 Franken für die Sanierung des Singsaals Weid 3, ab 2028 stehen Sanierungen der Schulhäuser Weid 1 und 2 auf dem Programm.

Zum Schluss verabschiedete Flückiger mit grossem Bedauern und einem Blumenstrauss die bisherige Schulpflegerin und Vizepräsidentin Barbara Moser; sie wurde in den Hausemer Gemeinderat gewählt. (dv)

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