Einblicke ins Innenleben der Gemeinden

In Aeugst wird prozentual am meisten geheiratet, in Ottenbach am meisten geschieden. Die höchste Zahl von Geburten hat Mettmenstetten aufzuweisen, derweil in Affoltern am meisten gestorben wird. Und Wettswils Bevölkerung lebt am dichtesten aufeinander und zahlt am meisten Steuern. Dies alles lässt sich den Zahlen des Statistischen Amts des Kantons Zürich entnehmen.

Statistisch am heiratsfreudigsten im Säuliamt ist Aeugst. (Bilder Livia Häberling)

Statistisch am heiratsfreudigsten im Säuliamt ist Aeugst. (Bilder Livia Häberling)

Geburtenreich: Mettmenstetten. (Bild tst.)

Geburtenreich: Mettmenstetten. (Bild tst.)

In den vergangenen 60 Jahren hat Wettswil eine gewaltige Verdichtung der  Bevölkerung erlebt, während diese in Maschwanden fast konstant geblieben ist. (Grafik Statistisches Amt des Kantons Zürich)

In den vergangenen 60 Jahren hat Wettswil eine gewaltige Verdichtung der Bevölkerung erlebt, während diese in Maschwanden fast konstant geblieben ist. (Grafik Statistisches Amt des Kantons Zürich)

In Affoltern sterben am meisten Menschen prozentual zur Bevölkerung.

In Affoltern sterben am meisten Menschen prozentual zur Bevölkerung.

99 Prozent aller Schweine im Säuliamt leben in vier Gemeinden. (Bild Bruno Kissling)

99 Prozent aller Schweine im Säuliamt leben in vier Gemeinden. (Bild Bruno Kissling)

Statistiken? Tönt langweilig. Da steigen vielen Menschen Bilder hoch von endlosen Zahlenauflistungen und Tabellen mit nichtssagenden und unwichtigen Datenerhebungen. Muss aber nicht sein. Aus Statistiken lassen sich durchaus viele Fakten und Gegebenheiten herauslesen, die zwar nicht zwingend relevant sein müssen, dafür aber dennoch interessant, spannend und amüsant sein können. Die vom Statistischen Amt des Kantons Zürich zu allen Gemeinden des Kantons erhobenen Daten zeigen aufschlussreiche Unterschiede und Ähnlichkeiten der 14 Gemeinden des Bezirks Affoltern auf.

Zunächst mal eher trocken sind die Bevölkerungszahlen der Gemeinden. Im Bezirk Affoltern schwanken diese von der kleinsten Gemeinde – Maschwanden – mit 636 Einwohnern und 12246 im Bezirkshauptort Affoltern. Doch interessant ist, dass drei Gemeinden fast auf den Kopf genau gleich viele Einwohner haben. Im Jahr 2020 zählte Hausen 3797, Hedingen 3793 und Stallikon 3785 Nasen in ihrem Gemeindegebiet.

Unterschiedliches Verhalten zeigen die Bevölkerungen der Gemeinden, was ihre Heiratsfreudigkeit angeht. So wurde in Aeugst 2019 pro 1000 Einwohner 7,1-mal geheiratet. In Rifferswil hingegen gerade mickrige 2,7-mal. Die Heiratslust hingegen hat – wie man vermuten könnte – keinen Einfluss auf die Zahl der Scheidungen. Diese nämlich ist mit 3,1 je 1000 Einwohner in Ottenbach am höchsten. Demgegenüber scheinen in Kappel und Maschwanden die glücklichsten Ehen geführt zu werden – die Scheidungsquote betrug dort an beiden Orten sagenhafte 0,0 Prozent!

Doch weder die Zahl der Heiraten noch der Scheidungen scheint einen direkten Einfluss auf die Fortpflanzungstätigkeit zu haben. Denn hier schlagen wieder zwei andere Gemeinden oben- respektive untenaus: In Mettmenstetten wurden stolze 13,9 Kinder je 1000 Einwohner geboren (insgesamt 71), Maschwanden brachte es gerade mal auf schlappe 6,2 (real 4). Auch auf die Langlebigkeit der Menschen scheinen sich das Heiraten respektive Scheiden nicht auszuwirken. Hier nehmen wieder zwei andere Gemeinden die beiden Extrempositionen ein: In Affoltern starben im Jahr 2019 von 1000 Einwohnern 9,3 (113 Menschen), in Hausen nur 3,8 (14).

Dicht auf dicht in Wettswil

Grosse Unterschiede zeigen die Säuliämtler Gemeinden in der Art, wie eng die Menschen zusammenleben. Viel Platz hat das einzelne Individuum in Maschwanden zur Verfügung: Dort leben gerade mal 136 Personen auf einem Quadratkilometer. Sehr viel enger aufeinander wohnen dagegen die Wettswilerinnen und Wettswiler, nämlich über zehnmal mehr als die Maschwander Bevölkerung. 1408 Personen müssen sich in Wettswil einen Quadratkilometer teilen. Darin zeigt sich auch der rasante Wandel, den Wettswil in den vergangenen 50 Jahren vom verträumten Bauerndorf zur dynamischen Agglomerationsgemeinde vor den Toren Zürichs durchgemacht hat.

Wo sichs eng zusammenlebt, wird dafür gut verdient. Oder, andersherum gesehen, wer viel Platz zum Leben hat, verdient weniger. Denn genau umgekehrt sind die Plätze Maschwandens und Wettswils beim durchschnittlichen Steuereinkommen. Maschwanderinnen und Maschwander versteuerten 2019 pro Kopf 55005 Franken, die Wettswilerinnen und Wettswiler fast das Doppelte, nämlich 104214 Franken.

Wer fährt am liebsten Auto im Bezirk? Am liebsten tut dies offenbar die Ottenbacher Bevölkerung, kommen doch dort 628 vierrädrige fahrbare Untersätze auf 1000 Menschen. In Knonau begnügen sich gleichviele Menschen mit gerade mal 501 Autos.

Wem das Säuliamt seinen Namen verdankt

Die Landwirtschaft hat im Knonauer Amt nach wie vor ihren Stellenwert. Gibt es doch eine stattliche Anzahl von Bauernbetrieben in den 14 Gemeinden. Am meisten davon – Stand 2019 – sind zu finden in Mettmenstetten (47) und Hausen (34), am wenigsten in Hedingen (11) und Wettswil (6). Und wem verdankt das Säuliamt am meisten seinen Namen? Es sind dies im Wesentlichen vier Gemeinden, in denen 99,2 Prozent aller Schweine des Säuliamts leben: Mettmenstetten, Knonau, Hedingen und Riffers­wil. Maschwanden trägt weitere 60 Schweine zur Gesamtzahl bei, Hausen deren zwei «Alibischweine». In den übrigen acht Gemeinden hält sich dagegen keine einzige Sau auf.

Alle und noch viel mehr Daten sind zu finden unter: www.zh.ch/de/direktion-der-justiz-und-des-innern/statistisches-amt.html, Stichwort: Gemeindeporträt.

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