«Eine Gängsterkomödie ohne Gängster»

Die Operettensaison in Arth ist mit «Gasparone» eröffnet

Carlotta und Erminio zeigen einander ihre tiefe Zuneigung. (Bild Theater Arth)
Carlotta und Erminio zeigen einander ihre tiefe Zuneigung. (Bild Theater Arth)

Viele Operettenbegeisterte aus dem Säuliamt besuchen jedes Jahr die Aufführung in Arth. Der Weg ist nicht weit, und die Produktionen bieten immer wieder Genuss für Auge, Ohr und Gemüt. Das Theater Arth überzeugt durch professionelle Musik des Orchesters, des Chors und des Solisten-Teams. Weitere Highlights sind die anmutigen Tanzeinlagen, die farbigen Kostüme sowie das immer wieder neue und überraschende Bühnenbild mit modernen Lichteffekten. Wer in Arth eine Operette besucht, spürt zudem den Teamgeist, der in der Theatergesellschaft herrscht, und die Begeisterung der 230 engagierten Personen vor, unter und hinter der Bühne.

Am vergangenen Samstag wurde die Operettensaison mit dem Stück «Gasparone» eröffnet. Den echten Räuber Antonio Gasparone gab es tatsächlich. Er wurde 1793 geboren und verbrachte 47 Jahre seines Lebens in italienischen Gefängnissen. Als Anführer einer Räuberbande wurde er verehrt. Die Uraufführung der Operette «Gasparone» von Carl Millöcker fand 1884 statt, zwei Jahre nach dem Tod des berühmten Räubers. Im Theater Arth dreht sich aktuell also alles um den gefürchteten Gasparone, den jedoch niemand zu sehen bekommt. Auf der Bühne treten Gauner, ein korrupter Bürgermeister und unfähige Polizisten auf. Es wird geklaut, geschmuggelt, und es finden mehrere Entführungen statt. Wie in einer Operette üblich spielt auch die Liebe eine wichtige Rolle – am Schluss finden die Paare glücklich zusammen. Und da es sich um eine Komödie handelt, wird auch niemandem ernsthaft nach dem Leben getrachtet.

Bewegte Dramaturgie

Die Theatergesellschaft Arth feiert ihr 175-Jahr-Jubiläum. Sie wurde drei Jahre vor der Festlegung der Bundesverfassung gegründet und überstand zwei Weltkriege. «Das ist eine grosse Leistung, auf die wir stolz sind», betonte Sandro Forni, Präsident der Theatergesellschaft, und wies auf die geplanten Festivitäten im Sommer hin. Zur aktuellen Produktion von «Gasparone» erklärte er: «In den letzten Jahren haben wir die Operette immer wieder angepasst, aktualisiert und entstaubt. Nebst Ohrenschmaus gibts auch Augenschmaus.» Frisch, fruchtig und farbig präsentiert sich die Aufführung, die das Publikum ins sonnige Sizilien entführt. Die Regisseurin Elja-Duša Kedveš spricht von einer lustvollen Inszenierung mit einer lebendigen, bewegten Dramaturgie zwischen Chor, Solisten und Tänzerinnen. «Inhaltlich haben wir uns einem aussergewöhnlichen Genre angenommen, einer Gängsterkomödie ohne Gängster, aber mit vielen kleinen Gaunern.»

Die Kostüme nehmen den Stil der bunten schwingenden Röcke aus den 1950er-Jahren auf. Die Geschichte spielt jedoch zur heutigen Zeit. So ist beispielsweise die Gräfin Carlotta (Madeleine Merz) eine engagierte junge Frau, die im heruntergekommenen Schloss eine Bio-Zitronenprodukte-Manufaktur betreibt und gestrandeten Flüchtlingen eine Bleibe gibt. Ihr Liebhaber Erminio (Simon Witzig) ist Walforscher, und Zenobia (Doris Langara) führt als Reiseleiterin eine Schweizer Gruppe durch Syrakus. Die Natur ist im Bühnenbild stark präsent und begleitet die Handlung mit Farben, schönen Landschaften sowie den Kräften des Meeres und des feuerspuckenden Vulkans Ätna.

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