Engagement für die Gemeinschaft im Mittelpunkt
Gemeindepräsident Stephan Hinners im Gespräch mit Rettungssanitäterin Dominique Rupp
Nicht eine klassische Festrede, sondern ein persönliches Interview prägte die diesjährige Bundesfeier in Obfelden. Unter dem Motto «Leidenschaft als Lebensmotto» sprach Gemeindepräsident Stephan Hinners mit Rettungssanitäterin Dominique Rupp über Engagement, Zivilcourage und Verantwortung für die Gemeinschaft.
Bereits am 31. Juli fand in der Badi Obfelden die traditionelle 1.-August-Feier statt. Organisiert wurde der Anlass von dem Feuerwehrverein. Erstmals stand die Feier unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Obfelden.
Für den musikalischen Rahmen sorgte die zwölfköpfige Gruppe Ohrestüber Musikanten, die während mehr als zwei Stunden ohne Dirigenten mit volkstümlichen Klängen unterhielten. Anschliessend spielte die Band Martens bis zum Ende der Feier. Auch die Kinder kamen mit einem eigenen Programm auf ihre Kosten. Der Feuerwehrverein kümmerte sich um das kulinarische Angebot, während die Badibeiz die Gäste mit Getränken versorgte.
Brigitte Baur und Silvia Chow besuchen die Bundesfeier seit Jahren. «Dieses Jahr hatte es eher weniger Besucherinnen und Besucher als letztes Jahr – wahrscheinlich wegen der Hitze», vermuteten sie. Für beide gehört die Feier fest zur Dorftradition. Besonders begeistert zeigten sie sich vom Zauberer Tino Plaz, der die Gäste direkt an den Tischen mit seinen Kunststücken verblüffte.
Was Rettungskräfte brauchen
Gemeindepräsident Stephan Hinners, gekleidet in einem Hemd mit Edelweissmotiv und kleinem Schweizerwappen, stellte seinen Interviewgast vor. Dominique Rupp, gelernte Fachfrau Gesundheit, arbeitet heute als Leiterin Bildung bei der TCS Ambulances Services AG und ist in ihrer Freizeit als Patrouilleurin auf den Skipisten in Savognin tätig. Eine zentrale Frage lautete: «Was wünschst du dir von allfälligen Patientinnen und Patienten – und was von Drittpersonen? Was könnte deine Arbeit erleichtern?» «Man kann sich nicht aussuchen, wann man zur Patientin oder zum Patienten wird. Idealerweise sind eine Medikamentenliste und eine Patientenverfügung griffbereit», erklärte Dominique Rupp. Noch wichtiger seien ihr jedoch die Reaktionen von Drittpersonen. «Es gilt, nicht einfach herumzustehen und zu filmen, sondern mitzuhelfen – beispielsweise indem man uns beim Eintreffen einweist.»
Generell ermutigte sie die Anwesenden, Menschen, die sich offensichtlich nicht wohlfühlen, anzusprechen und Hilfe anzubieten. Gerade bei Herzproblemen könne jede Minute entscheidend sein.
Stephan Hinners ergänzte, dass sich derzeit in der Gemeinde 14 Defibrillatoren befinden. «Die nützen aber nichts, wenn man nicht weiss, wo sie stehen», gab Dominique Rupp zu bedenken und verwies auf www.defikarte.ch. Es lohne sich, den nächstgelegenen Standort bereits im Voraus zu kennen. «Die Handhabung ist nicht schwierig», betonte sie.
Appell für mehr Miteinander
Zum Schluss bedankte sich Stephan Hinners bei allen Organisatorinnen und Organisatoren, Helferinnen und Helfern sowie bei seiner Interviewpartnerin. «Ich hoffe, wir haben mit diesen Informationen Ängste abbauen können und dass künftig noch mehr Obfelderinnen und Obfelder im Notfall Hilfe leisten», sagte er.
Sein abschliessender Appell galt dem Zusammenhalt im Dorf. Mehr Hilfsbereitschaft, mehr Fürsorge und mehr Nächstenliebe seien Werte, die den Alltag prägen sollten. «Wann hast du zuletzt ungefragt Hilfe angeboten oder jemandem eine spontane Freude bereitet?», fragte er die Anwesenden. Er wünsche sich einen Wandel von der Ich- zur Wir-Gesellschaft und schloss mit einem Zitat von Albert Einstein: «Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.»






