Ertragsüberschuss, aber auch massive Kostensteigerung

Die Ottenbacher Jahresrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von gut 451000 Franken ab, wesentlich besser als budgetiert. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von knapp 80000 Franken. Dennoch bereitet Finanzvorstand Franz Zeder die massive Kostensteigerung gegenüber der Rechnung 2022 Sorgen.

Bei einem Aufwand von knapp 17 Mio. Franken und einem Ertrag von gut 17,4 Millionen Franken schliesst die Rechnung 2023 zwar gut ab. Zeder sprach aber von einer Kostensteigerung von 10 Prozent gegenüber der Rechnung 2022. Sorgen bereitet ihm auch, weil das Bevölkerungswachstum in dieser Periode nur 3,6 Prozent betrug. Mehrkosten resultieren vor allem für Kesb und Berufsbeistandschaften beim Sozialdienst sowie beim Zivildienst. Auch bei der Bildung, im Bereich der Gesundheit, AHV-Ergänzungsleistungen und der wirtschaftlichen Sozialhilfe sind die Ausgaben gestiegen. Demgegenüber steht ein Minderaufwand von 500000 Franken bei Unterhaltsarbeiten für Gemeindestrassen: Insgesamt resultieren rund 500000 Franken Mehrkosten gegenüber dem Budget. Andererseits stiegen die Einnahmen im Vergleich zum Budget um 6 Prozent, unter anderem bei den Einkommens- und Grundsteuern. «Der Ertragsüberschuss von gut einer halben Million Franken stärkt das Eigenkapital, auch für kommende Investitionen», sagte Franz Zeder.

Dass weniger investiert werden konnte, hat verschiedene Gründe: unter anderem, weil ins Projekt Dorfzentrum infolge Verzögerungen bei den Strassenprojekten weniger investiert werden konnte. Dazu gab es Verzögerungen bei der Schulraumerweiterung durch Einsprachen und andere Faktoren, aus denen gesamthaft Minderinvestitionen von knapp einer Million Franken geführt haben. Franz Zeder sieht durch Einsprachen insgesamt ­einen erheblichen Investitionsstau bei Hoch- und Tiefbauprojekten.

Insgesamt aber, so führte der Finanzvorstand aus, seien die Ziele der Selbstfinanzierung erfüllt worden. Mit einer positiven Selbstfinanzierung werde das Eigenkapital für kommende Investitionen gestärkt. Allerdings, fügte er an, werde die Zielsetzung einer Begrenzung von Substanz und Verschuldung nicht erfüllt. Infolge eines Investitionsstaus liege Ottenbach weiterhin über dem Grenzwert von 1000 Franken pro Einwohner.

Mit anstehenden Grossinvestitionen für Schulraumerweiterung, Strassen- und Werkleitungssanierungen, Dorfzentrum und Sanierung Hallenbad gerate Ottenbach in eine Nettoverschuldung und werde damit gegen die untere Brandbreite tendieren. Ziele bleiben laut Franz Zeder ein stabiler Steuerfuss von 91 Prozent und eine kostendeckende Verursacherfinanzierung der Gebührenhaushalte. – Zu diskutieren gab es nach den Ausführungen nichts; die Gemeindeversammlung stimmte der Rechnung 2023 einstimmig zu.

Sanierung des Hallenbades

Im Infoteil nach der Gemeindeversammlung sticht vor allem ein Projekt hervor: die Sanierung des Hallenbades, für die nun ein Vorprojekt vorliegt. Eine Erneuerung drängt sich wegen laufender Störungen auf, die halt nach 53 Jahren Betrieb auftreten können. Im Detail werden die Stimmberechtigten anlässlich einer Infoveranstaltung im Herbst 2024 orientiert, schon jetzt ist aber klar, mit welchen Kosten zu rechnen ist: rund 4,8 Millionen Franken (Stand 2020). Die Urnenabstimmung ist für 2025 geplant, 2026 erfolgen Ausschreibung und Bauplanung. Während der voraussichtlichen Sanierung zwischen Dezember 2026 und August 2027 bleibt das Hallenbad geschlossen.

Im Weiteren war zu erfahren, dass Ottenbach ein neues Projekt zur räumlichen Entwicklung startet mit der Stossrichtung «Visionen/Wohnen entwickeln». Das soll in ein Leitbild münden. Dazu gibt es eine Onlinebefragung, einen Flyer und einen Workshop am 23. November 2024. Auch wurde über das reichhaltige Angebot der Bibliothek und über Gesundheitsprävention orientiert sowie darüber, dass weiterhin Wohnraum für Geflüchtete gesucht wird. Zu vernehmen war auch, dass alle Lehrstellen der Schule besetzt werden konnten, der 4. Chindsgi umgebaut und auf das neue Schuljahr bezogen werden kann – und zudem der Neubau auf Kurs ist. (-ter.)

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