Fast zwei Meter gross, aber noch nicht ganz erwachsen

Der Säuliämtler Sven Ivanic wurde für das Arosa Humorfestival nominiert

Komiker mit Potenzial: Sven Ivanic, Jurist, Stand-up-Comedian und Säuliämtler. (Bild Martin Mullis)
Komiker mit Potenzial: Sven Ivanic, Jurist, Stand-up-Comedian und Säuliämtler. (Bild Martin Mullis)

Dass Sven Ivanic als kommender grosser Stand-Up-Comedian gilt, zeigt die Tatsache, dass er für das renommierte Arosa Humorfestival nominiert wurde. Als einer von vier Newcomern darf er am 9. Dezember 2018 in Arosa auftreten. Ivanic kam 1991 mit seinen Eltern in die Schweiz und besuchte in Affoltern und in Wettswil die Schule. Er erinnert sich, dass er zwar nicht den Pausenclown spielte, jedoch aber bei gewissen Sketchen und witzigen Streichen immer an vorderster Stelle zu finden war.

Der 195 cm grosse Komiker sagt von sich selber, dass er noch nie wirklich «erwachsen» geworden sei. Und vielleicht ist seine stattliche und als Auditor am Bezirksgericht natürlich auch sehr seriöse Erscheinung exakt das Quäntchen, welches für seinen ironisch geistvollen Witz verantwortlich ist. Sven Ivanic hält fest, dass die eingangs geschilderten Gegensätze, welche mit seinem Beruf als Jurist und seiner Leidenschaft als Comedian aufeinander prallen, eine durchaus reizvolle Spannung schaffe. Seine Vorliebe, absurde unterschwellige Komik und witzige Anekdoten mit ernster Mimik vorzutragen, habe jedoch immer auch einen ganz persönlichen Hintergrund.

So erwähnt er auch so trocken wie selbstironisch seine «beruflichen Probleme» als «Balkaner»: Wenn er den Gerichtssaal betrete, würden sich stets alle fragen: «Ja, ist denn der Angeklagte bereits da?» Grosse Freude bereitet ihm auch die Tatsache, dass er bei seinen Vorgesetzten und Kollegen am Bezirksgericht grosse Unterstützung findet. Natürlich achte er sehr genau darauf bei seinen Auftritten heikle oder sensible Situationen oder Äusserungen zu unterlassen, Probleme seien jedoch noch nie aufgetreten.

Bereits einige Auftritte im Bernhard Theater

Stand-up-Comedy sei jedoch ganz generell ein überaus schwieriges Genre, weiss Sven. Immerhin stand der junge Komiker im letzten Jahr bereits rund 70 Mal auf der Bühne, darunter waren auch einige Auftritte im Bernhard Theater. Die Frage nach seinen Vorbildern beantwortet er ohne zu zögern: Ganz generell seien das englische oder amerikanische Komiker, aber die Schmirinskis seien seit seiner Kindheit stets an oberster Stelle seiner Idole gestanden.

Sein Erfolg als Newcomer freut ihn natürlich sehr und gibt ihm auch Mut und Ansporn, um sowohl als Jurist als auch als Comedian voranzukommen. Was seine Zukunft betrifft will er sich aber noch nicht festlegen. Allzu gerne würde er seine zwei Berufe hälftig ausüben, dies dürfte jedoch nicht ganz so einfach sein, glaubt Sven und strahlt entwaffnend über seiner Kaffeetasse. Beim Fototermin in der hintersten Ecke des Restaurants Casino holt ihn dann seine vermutlich angeborene Komik ein. Seine Verbundenheit mit dem Säuliamt will er mit der Lektüre des «Anzeigers» augenfällig demonstrieren. Klar, dass er dabei nicht einfach so völlig banal und langweilig am Tisch sitzen kann. Ohne zu zögern hält er die Zeitung verkehrt vor seine Augen. Das wiederum stört eine Gruppe von noch sehr jungen Frauen am übernächsten Tisch, welche überaus neugierig den Fotografen und sein Sujet beobachten. Ihre Warnrufe, dass die Zeitung falsch herum gehalten werde, lassen ihn schmunzeln. Seine Gestik, dass das durchaus gewollt sei, glauben ihm die Girls – wenn auch etwas verdattert – aber auf Anhieb. Kein Zweifel, der Mann hat für Komik ein riesiges Potenzial.

Weitere Infos unter www.sven-ivanic.ch.

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