Feier für einen grünen Meilenstein der Hoffnung

Übergabe des Zertifikats «Grüner Güggel» an die Kirchgemeinde Konauer Amt

Neun Urkunden für die neun Kirchenorte. Mitglieder der Umweltkommission und Prisca Risold (rechts vorne) mit den Zertifikaten «Grüner Güggel». (Bild Marianne Voss)
Neun Urkunden für die neun Kirchenorte. Mitglieder der Umweltkommission und Prisca Risold (rechts vorne) mit den Zertifikaten «Grüner Güggel». (Bild Marianne Voss)

Es hätte am vergangenen Sonntag noch Platz gehabt in der reformierten Kirche Bonstetten. Dies, obwohl es für die Kirchgemeinde Knonauer Amt das Erreichen eines wichtigen Meilensteins zu feiern gab. Im Rahmen des Gottesdienstes fand die offizielle Übergabe des Zertifikats «Grüner Güggel» statt. Vor drei Jahren hatte die Kirchenpflege beschlossen, dass der «Grüne Güggel» bald an allen neun Kirchenorten krähen soll. Mit dem für Kirchen entwickelten Umweltmanagementsystem «Grüner Güggel» möchte die Kirchgemeinde Knonauer Amt massgeblich an der Bewahrung der Schöpfung mitwirken. Affoltern wurde bereits 2022 zertifiziert, noch vor der Zusammenlegung der neun reformierten Kirchgemeinden. Für die verbleibenden acht Kirchenorte begann der zweijährige Weg zum «Grünen Güggel» im Januar 2024. Das Ziel der Zertifizierung besteht darin, sich im Umweltbereich stetig zu verbessern und zu wissen, wo es noch zu tun gibt. Es geht dabei nicht nur um den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen, sondern beispielsweise auch um die Abfalltrennung, das Fördern von einheimischen Pflanzen auf dem Areal oder den bewussten Umgang mit Wasser oder Papier.

Für die Auszeichnung mit dem «Grünen Güggel» musste die Umweltkommission der Kirchgemeinde Knonauer Amt einen anspruchsvollen, lehrreichen Weg zurücklegen mit der Begehung aller Liegenschaften und der Definition der Massnahmen. In einem ausführlichen Umweltbericht ist nun festgehalten, wo die Kirchgemeinde steht und was bis zur Rezertifizierung in vier Jahren umgesetzt werden soll. Die Verleihung des Zertifikats stellt also nicht das Erreichen eines Zieles, sondern eines Meilensteins auf dem Weg dar.

Neun Urkunden für neun Kirchenorte

Doch eine erste Wegstrecke war nun erfolgreich absolviert, und das wurde im Rahmen des Gottesdienstes gefeiert. Pfarrerin Susanne Sauder stellte ihre Predigt in den Fokus des hoffnungsvollen Grüns und begrüsste die Anwesenden humorvoll mit: «Liebe Grüner-Güggel-Gemeinde.» Sie ging auf das Samen-Gleichnis aus Matthäus 13 ein und zeigte auf, dass der Ursprung von allem die Samen sind. Sie führte aus, dass Gott in der Schöpfungsgeschichte die Pflanzen am dritten Tag erschaffen hat. «Und ohne Pflanzen könnten die Tiere und wir Menschen nicht leben. Die Pflanzen sind auch unsere Beherbergerinnen und Raumgestalterinnen.» Die Worte drehten sich nicht nur ums Grün, sondern auch um Hoffnung und Verlässlichkeit – was in der chaotischen Weltsituation abhandengekommen ist. Die Musikerin Veronica Hvalic umrahmte die Liturgie mit wohltuenden, stimmungsvollen Klängen am Flügel.

Die Übergabe des Zertifikats erfolgte durch Feyna Hartmann vom Verein oeku, der in der Kirchenlandschaft für Ökologie einsteht und die Zertifikatsstelle für den «Grünen Güggel» ist. Damit in jedem der neun Kirchenorte eine solche Urkunde aufgehängt werden kann, wurde sie in neunfacher Ausführung überreicht. Die goldenen Güggel auf den Türmen haben nun einen grünen zur Seite erhalten. Doch der «Grüne Güggel» hat seinen Platz nicht auf dem Kirchturm. Er steht für eine Haltung, einen Weg und viel Willen. Während des Prozesses bis zur Zertifizierung leitete Prisca Risold, Umweltbeauftragte der Kirchgemeinde, die Umweltkommission. Auch weiterhin wird sie die Realisierung der Massnahmen begleiten. Dazu sagte sie nach der Übergabe der Zertifikate: «Das war nun die erste Phase, das war das Säen. Jetzt haben wir vier Jahre Zeit für die Umsetzung. Ich bin gespannt auf diese nächste Phase.»

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