Festhalten, bitte! Stürmischer Uerzliker Fasnachtsumzug
Sturmtief Eberhard machte den Umzug der Fasnachtsgesellschaft Uerzlikon zu einer windigen Angelegenheit. Die Wagenbaugruppen hatten aber ganze Arbeit geleistet. Keine der aufwendigen Konstruktionen löste sich in ihre Bestandteile auf.
Regen, Surmböen, Sonnenschein und Konfetti aus allen Himmelsrichtungen: Den Fasnachtsfans blieb am Sonntagnachmittag an der Umzugsroute durchs Oberamt nichts erspart. Sturmtrief Eberhard trieb sein Unwesen – und die Narren noch dazu. Die wettererprobten Wagenbauer liessen sich aber nicht aus dem Konzept bringen und präsentierten ihre Sujets mit Schalk und Stolz. Einmal mehr wurde ganze Arbeit geleistet. Bis auf ein wegen einer Windböe umgekipptes ToiToi in Rifferswil gab es keine wetterbedingten Schäden.
Besonders in Erinnerung bleiben wird die aufwendig inszenierte Persiflage des geplanten Mauerbaus beim Kloster Kappel durch die Wagenbaugruppe Leemättler. Sie stand schliesslich am höchsten in der Gunst der Publikums-Jury. Auch Donald Trump war wieder zugegen. Technisch beeindruckend war die mobile Kreiselbahn für drei Personen, die d`Alpegschirrer Clique Näfels in Erinnerung an den Brand im Europapark Rust als Vorschlag für ein neues Fahrgeschäft auf die Räder gestellt haben. In allen drei Dimensionen konnten sich die Besucherinnen und Besucher damit durch die Luft wirbeln lassen.
Conchita Wurst und Abba
Die Ratlose-Clique macht mit Conchita Wurst auf den Missstand aufmerksam, dass man noch immer auf der Suche nach einem neuen Lokal für künftige Wagenbauprojekte ist. Andenbar nahm die geplatzte Abba-Wiedervereinigung auf den Arm. Beeindruckend waren ausserdem die kunstvollen Masken und Kostüme der Gruppen und der zahlreichen Guggenmusiken, die den Festzug bei ihrem Marsch durch die Dörfer begleiteten. Gefehlt hat eigentlich nur das Thema Bezirksspital, das mit seinen zuweilen grotesken Sachverhalten und Wendehälsen perfekten Fasnachtsstoff geboten hätte.
Für «Archaeopteryx» war es der letzte Fasnachtsumzug. Mit dem ungewohnt braven Sujet «Après Ski» hört die Hausemer Wagenbaugruppe nach 23 Jahren auf, weil sich immer weniger Leute für den Wagenbau begeistern liessen. Während mehr als zwei Jahrzehnten lieferten sich im Oberamt Archaeopteryx, «XY» und die Kappeler Leemättler eine veritable Ideen- und Materialschlacht, wenn es darum ging, Themen fasnachtsgerecht umzusetzen. In bester Erinnerung geblieben, ist beispielsweise der Fasnachtswagen zu den Olympischen Winterspielen in Turin, der einen voll funktionstüchigen Sessel- und einen Skilift mitführte. In Mettmenstetten lief sogar die damalige Olympiasiegerin Evelyne Leu mit den Archaeopteryx mit. Stürmische Zeiten waren es auch damals.


















