FGU-Umzug im Zeichen vielseitiger Jubiläen
Der Uerzliker Fasnachtsumzug zeigte sich bei warmen Temperaturen äusserst abwechslungsreich
Nach einer Woche, die buchstäblich ins Wasser gefallen war, hätte das Timing nicht besser sein können: Pünktlich zum grossen Fasnachtsumzug der Fasnachtsgesellschaft Uerzlikon am letzten Sonntag durchs Oberamt vertrieb die Sonne die Regenwolken. Bei frühlingshaften Temperaturen strahlte nicht nur der Himmel, sondern auch die Gesichter der zahlreichen Besucher, die den Strassenrand in den sieben Dörfern säumten, um dem Spektakel beizuwohnen. Gleich mehrere der zwei Dutzend Wagenbaugruppen nutzten den Umzug, um ihre Jubiläen zu zelebrieren. Die «Chuestallfäger Widen» feierten ihr 20-jähriges Bestehen.
Den Vogel schoss einmal mehr die Uerzliker Wagenbaugruppe XY ab mit ihrer spektakulären Analogie zum 50-jährigen Bestehen des Europaparks in Rust. Einerseits mit dem baulichen Aufwand, der etliche hundert Stunden in Anspruch genommen haben dürfte; andererseits mit genial einfachen Ideen. Ein paar Pappkartons und Kunststoffschaumrollen, etwas Bewegung und Gekreische im richtigen Moment: Schon «rollt» die Achterbahnfahrt nach bester Rust-Manier ganz ohne weitere Hilfsmittel.
Kritischer Blick auf Aktuelles
50 Jahre feiert auch der Sportclub Zwillikon, der die Plattform nutzte, um auf den letzten Säuliämtler Fasnachtsball der Saison am 28. Februar in Zwillikon – ab 15 Uhr mit Kinderfasnacht – aufmerksam zu machen. Eben so lange gibt es die Guggenmusik «Albis-Chroser», die den Corso musikalisch bereicherte. Der Knabenverein Aesch widmete sein Sujet – sehr passend zur Fasnacht – dem 150-jährigen Bestehen der Rheinfelder Brauerei Feldschlösschen.
Auch der kritische Blick aufs Weltgeschehen fehlte nicht. Die «Näbelheuler Baar» zeigten Donald Trumps Steuer-Zirkus. Der «Suppe(r)trupp» nahm die Absurdität der aktuellen Klimapolitik aufs Korn, mit der man heute vermeintlich reinen Gewissens Flugreisen kompensiert. Auch der stockende Durchstich der zweiten Gotthard-Röhre wurde persifliert. Besonders viel Herzblut floss in die regionalen Sujets. Die «Leemättler» aus Kappel beeindruckten das Publikum mit einem extrem aufwendig gestalteten Wagen zum ESAF in Mollis. Auch das Schicksal des Dorfladens wurde thematisiert: Die «Säuliämtler Chnuschtis» widmeten ihren Wagen der Rettung des Volgs in Maschwanden. Am höchsten in der Gunst der Publikums-Jury stand schliesslich XY vor den Leemättlern und dem «Suppe(r)trupp». Bei den Kindern stand jedoch ein anderes Sujet ganz zuoberst: «Madagaskar» von den «Stärnechaibe». FGU-Präsident Gian Keller zeigte sich sehr zufrieden über den Verlauf und Abschluss der Fasnacht im Oberamt.
















