Flexibel und effizient zu Hause arbeiten

Säuliämtler Politikerinnen, Arbeitgeber und einflussreiche Persönlichkeiten lassen nicht nur ihre Angestellten im Homeoffice arbeiten, sondern verrichten ihre Arbeiten wenn immer möglich ebenfalls von zu Hause aus. Der «Anzeiger» hat sich nach ihren Erfahrungen erkundigt.

Arbeitet zu Hause etwas nahe beim Kühlschrank: Nadia Hausheer, Gemeindepräsidentin von Aeugst.

Arbeitet zu Hause etwas nahe beim Kühlschrank: Nadia Hausheer, Gemeindepräsidentin von Aeugst.

Für die Bonstetter Kantons- und Gemeinderätin Arianne Moser-Schäfer ­bedeutet Homeoffice auch, die Arbeitszeit selbstständig einzuteilen.

Für die Bonstetter Kantons- und Gemeinderätin Arianne Moser-Schäfer ­bedeutet Homeoffice auch, die Arbeitszeit selbstständig einzuteilen.

Video-Calls gehören nicht zu den bevorzugten Kommunikationsmitteln von SGV-Direktor Hans-Ueli Bigler. (Bilder zvg.)

Video-Calls gehören nicht zu den bevorzugten Kommunikationsmitteln von SGV-Direktor Hans-Ueli Bigler. (Bilder zvg.)

Bereits im Dezember 2020 erliess der Bundesrat eine verstärkte Empfehlung, dass Arbeitnehmende im Homeoffice arbeiten sollen. Seit Januar 2021 werden die Arbeitgeber verpflichtet, Homeoffice überall dort anzuordnen, wo dies aufgrund des Stellenprofils möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist. Auch im Säuliamt erledigen derzeit viele Arbeitnehmer ihren Job zu Hause im eigenen, meist kleinen und improvisierten Büro. Der «Anzeiger» wollte wissen, wie die prominenten Politikerinnen, Arbeitgeber, sowie einige einflussreiche Persönlichkeiten mit der Arbeit zu Hause umgehen. Klingelt da der Wecker etwas später, wird geschätzt, dass nicht nur das Gequassel von nervigen Bürogenossen wegfällt, sondern, dass auch ohne Bedenken Knoblauchspaghetti gegessen werden können? Verursacht die Arbeit im Homeoffice Zeitersparnis, fördert sie die Flexibilität, oder reduziert sie gar die Kosten und den Stress? Werden vielleicht die fehlenden sozialen Kontakte vermisst, oder aber ist die Ablenkung zu Hause sehr stark bemerkbar?

Ablenkung und Abgrenzung

Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands, brauchte keine grossen Umstellungen, um die Anordnung des Bundes zu ­befolgen. Er arbeitete bis anhin bereits zwei bis drei Tage von zu Hause aus. Im Homeoffice in Affoltern arbeite er eher etwas disziplinierter als im Berner Büro, hält er fest. Nach kurzem Nachdenken nennt er als ein kleinen Minuspunkt die Video-Calls, welche er als eher anstrengend bezeichnet.

Nadia Hausheer, Gemeindepräsidentin von Aeugst, vermisst im Homeoffice zwar nicht den Arbeitsweg als solchen, jedoch fehlt ihr die Zeit im ÖV, um Zeitung zu lesen. Als weiteres Minus für die Arbeit zu Hause bezeichnet sie die Nähe zum Kühlschrank, was die Konsumation von Süssigkeiten doch ziemlich fördere. Auch das Abschalten am Feierabend und eine strikte Grenze zwischen Beruf und privat zu ziehen, sei manchmal etwas schwierig, musste sie feststellen.

Stadtpräsident Clemens Grötsch arbeitet im Homeoffice, allerdings nicht dauernd, sondern alternierend mit dem ersten und zweiten Vizepräsidenten. In Sachen Disziplin sieht er bei seiner ­Arbeit zwischen Stadthaus und Homeoffice keinen Unterschied. Doch die sozialen Kontakte seien sehr viel geringer, pflege er doch stets gerne den direkten Kontakt mit den Menschen in Affoltern.

Die FDP-Kantons- und Gemeinde­rätin Arianne Moser-Schäfer, arbeitet als Unternehmensberaterin seit vielen Jahren im Homeoffice-Modus. Sie schätzt es sehr, dass sie ihre Zeit selbstständig einteilen und auch einmal etwas später aufstehen kann. Die Zahl ihrer Arbeitsstunden übersteigt jedoch fast immer das «normale» Mass. Als negative Seite des Homeoffice bezeichnet die Unternehmerin das Fehlen von spontanen Inputs von Geschäftskolleginnen und Freunden, sowie die geringen sozialen Kontakte.

Leistungen stimmen

Für Robert Schmidlin, Geschäftsleiter der Schmidlin AG Affoltern, wäre eine Erledigung seiner Aufgaben von zu Hause aus fast nicht denkbar. Er besitzt in der Firma ein geräumiges Büro und kommuniziert mit seinen Mitarbeitern mit grosser Vorsicht. Den Leistungen seiner Angestellten, für die Homeoffice umsetzbar ist, stellt er ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. Fast identische ­Angaben macht Samuel Schweizer, Vorsitzender der Unternehmensleitung der Ernst Schweizer AG in Hedingen.

Und auch Stadtschreiber Stefan Trottmann arbeitet grösstenteils zu Hause. Seine Auskunftsfreudigkeit über das Thema hält sich aber in engen Grenzen, ganz offensichtlich erleichtert Homeoffice die umfangreichen Auf­gaben der Planungs-, Koordinations- und Vollzugsarbeiten der Stadt Affoltern nicht.

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