Fokus auf Jugend und Familien richten

Wechsel im SAC-Präsidium: Von Jean-Daniel Blanc zu Alexander Angst

Stabwechsel nach neun Jahren: Jean-Daniel Blanc (rechts) übergibt das SAC-Präsidium an Alexander Angst. (Bild Werner Schneiter)
Stabwechsel nach neun Jahren: Jean-Daniel Blanc (rechts) übergibt das SAC-Präsidium an Alexander Angst. (Bild Werner Schneiter)

Nach neun Jahren kommt es bei der Sektion Am Albis des Schweizerischen Alpenclubs (SAC) zu einem Wechsel im Präsidium – von Jean-Daniel Blanc zu Alexander Angst, der nun einen Generationenwechsel einleiten kann.

115 der gut 1800 Clubmitglieder der Sektion Am Albis kamen zur Generalversammlung ins Kasino Affoltern. In seinem Jahresbericht beleuchtete der scheidende Präsident die Geschehnisse vergangener Monate. «Es war ein gutes Jahr für unsere Sektion, auch weil ein Jahr unfallfreies hinter uns liegt», so Jean-Daniel Blanc. Ein Jahr auch mit einem vielfältigen Tourenprogramm und guter Auslastung der Hütten. Ein Strategieprogramm im Dezember diente den Bemühungen, das Profil der Sektion zu schärfen und zu eruieren, wo man mehr bewegen will. In der gut 1800, zum grossen Teil langjährige Mitglieder, zählenden Sektion strebt man ein moderates Wachstum an, nachdem die Mitgliederzahl in den letzten vier Jahren leicht abgenommen hat. Mit einem aktiveren Marketing, so Jean-Daniel Blanc, soll der Fokus auf das Thema «Jugend und Familien» gerichtet und das Tourenangebot überprüft werden. Der Trend geht in Richtung leichtere Touren, auch für aktive Mitglieder. Für Blanc ist die SAC-Identitätsfrage in diesem Zusammenhang aber rasch beantwortet: «Wir sind ein Club der Bergsteiger und kein Wanderverein.» Das Hüttenwesen ist sowohl in finanzieller wie auch in personeller Hinsicht aufwendig und ein permanentes Thema. Noch sind in der Sektion genügend Rückstellungen für Massnahmen vorhanden. In Zukunft stellt sich aber die Frage nach der Finanzierung solcher Massnahmen – Umbauten, Renovation, Erneuerungen, die auch witterungsbedingt in der Bergwelt nötig sind. Dies, nachdem der Hüttenfonds des schweizerischen SAC in ein paar Jahren aufgebraucht sein wird. Kurz- und mittelfristig stellen sich in der Sektion Am Albis keine finanziellen Probleme, auch dank der gut funktionierenden Freiwilligenarbeit. Gesichert werden soll diese Freiwilligenarbeit mit einem Pool von kurzfristig abrufbaren Willigen.

«Nicht alles umkrempeln»

Alexander Angst, einstimmig gewählter Nachfolger von Jean-Daniel Blanc, ist seit knapp 20 Jahren SAC-Mitglied und regelmässiger Tourenteilnehmer. Er hat Coachingkurse für Tourenleiter bestritten und lobt das grosse Engagement im SAC. Er will «nicht alles umkrempeln», stattdessen anpassen, verfeinern und wo nötig verbessern. Als Präsident will er zuhören, moderieren, leiten, Interessen bündeln. «Engagement, Freude an Zusammenarbeit und der Wunsch, den SAC weiterzuentwickeln» – so stellt sich Alexander Angst sein künftiges Wirken vor. Der Applaus für den neuen Präsidenten wiederholte sich bei der Verabschiedung seines Vorgängers, vorgenommen durch Monika Rahn, Leiterin der Tourenkommission und Vizepräsidentin. Achtsam, umsichtig und mit viel Engagement habe Jean-Daniel Blanc gewirkt. Zwar sei es nicht einfach, alle Interessen unter einen Hut zu bringen, aber ihm ist es gelungen, eine Einheit zu schaffen – nach gesamthaft 63 Vorstandssitzungen, mitsamt der schweren Corona-Zeit. Blanc hat zudem das Ressort Kommunikation von 2020 bis 2025 selbst geleitet. Monika Rahn sprach von einer prägenden Ära, in der mit dem scheidenden Präsidenten ein weitsichtiger Planer gewirkt habe. – Alle acht Vorstandsmitglieder wurden für eine weitere Amtsdauer bestätigt: Monika Rahn (Touren), Adrian Boppart (Hütten), Peter Kunz (Finanzen), Edwin Schmid (Administration), Johannes Baumann (Senioren), Simon Scheidegger (Jugendorganisation), Käthi Liechti (Umwelt und Kultur) und Robert Diem (Kommunikation).

Die Eseltritt-Hütte als «Überfliegerin»

Die clubeigenen Hütten der SAC-Sektion Am Albis funktionieren gut – besonders gut die Eseltritt-Hütte, die Adrian Boppart, Leiter der Hüttenkommission, als «die Überfliegerin» bezeichnet. Sie liegt im Kanton Schwyz an der Passstrasse Oberiberg-Schwyz, verzeichnete im vergangenen Jahr 4311 Übernachtungen und ist vor allem bei Schulen und Familien beliebt. So beherbergte sie in der genannten Zeitspanne 1882 Kinder; 2022 waren es noch 612. Sie wird vor allem von jenen genutzt, die nicht SAC-Mitglieder sind. Hier wird per 1. Januar 2028 eine Nachfolge gesucht für die zu diesem Zeitpunkt scheidende Hüttenwartin Ruth Meierhofer. Trotz Bauarbeiten und einer sechswöchigen Sommerpause, trotz Problemen bei der Hüttenwartung verzeichnet die Bächlitalhütte ein gutes 2025. «Auch die Preise bilden eine Baustelle, eine Erhöhung wird wohl notwendig», so Adrian Boppart.

Die Treschhütte (im wild-romantischen Urner Fellital), vor etwa drei Jahren im Fokus eines SRF-Beitrags, verdoppelte die Zahl der Übernachtungen innerhalb von zehn Jahren auf über 2600 – ein enormes Bedürfnis auch für Familien. Nach ausgiebiger Diskussion genehmigte die Generalversammlung einen Kredit von 120 000 Franken für die Erneuerung der Energieversorgung der Treschhütte. Immer mehr Geräte überfordern die bestehende Energieversorgung durch Sonnenenergie und Wasserturbine. Das Konzept der Esotec warf auch Fragen auf und rief Zweifler auf den Plan, weil es eine Carte blanche darstelle. Das wurde vom Vorstand nicht durchwegs bestritten, aber auf Herstellergarantien verwiesen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, «dass es funktioniert».

Die restlichen Traktanden waren dann vergleichsweise schnell abgehakt: Mit Bildern untermalt, liess Monika Rahn das Tourenjahr Revue passieren und warf einen Blick auf 2026. Regula Rosenfelder, Pascal Deplazes und Robert Diem wirken als neue Tourenleiter. Keine Diskussionen gab es auch bei den Finanzen, präsentiert von Peter Kunz. Dank dem guten Treschhütte-Jahr konnten die Einnahmen leicht gesteigert werden – der Gewinn entspricht exakt jenem des Vorjahres.

Beim Budget liess man die übliche Vorsicht walten, obgleich reichlich flüssige Mittel vorhanden sind. Diese erlauben, dass der SAC künftig auf die Eintrittsgebühren (Einzelmitglied und Familien je 30 Franken) verzichtet – so, wie das mittlerweile bei 50 der 143 Sektionen der Fall ist. Daraus resultieren jährliche Mindereinnahmen von zirka 1200 Franken. Die GV stimmte dem Antrag auf Verzicht zu – genauso wie einer Statutenrevision, die nach den Worten von Jean-Daniel Blanc keine grösseren materiellen Änderungen zur Folge hat. Vielmehr ist die Revision eine Anpassung von Branchenstandards, die der SAC-Zentralvorstand auf Geheiss des Bundesamtes für Sport vornimmt – auch, um zu vermeiden, dass Subventionen gestrichen werden.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Die erfolgreichen Curlerinnen: (v. l.) Ladina Ramstein, Aniko Székely, Jana Soltermann, Zoe Schwaller und Ersatzspielerin Jana Hählen. (Bild zvg)
Bezirk Affoltern23.03.2026

Stallikerin wird Schweizermeisterin

Curling: Ladina Ramstein erfolgreich
Gewerbebetriebe wie jener der Salamon AG (Holzbau, Zimmerei und Dachdeckerei) können dank der neuen Bau- und Zonenordnung (BZO) im Dorf bleiben, ohne mit teuren Lärmschutzmassnahmen rechnen zu müssen. (Bild Daniel Koch)
Bezirk Affoltern23.03.2026

Keine Grossbauten ermöglichen

Revision der Nutzungsplanung angenommen: Rifferswil soll nur moderat wachsen dürfen
Der Angeklagte war zu schnell unterwegs. (Symbolbild Pexels)
Bezirk Affoltern23.03.2026

Unfallverursacher und Schnellfahrer kommt glimpflich davon

Viel zu schnell unterwegs, Selbstunfall im Säuliamt: 20 Monate auf Bewährung