Franz Birri als Vizepräsident verabschiedet
Nach achtjähriger Vorstandstätigkeit ist Franz Birri als Vizepräsident des Üetliberg-Vereins zurückgetreten – aus einem Verein, der sich kaum in die Konflikte um die Nutzung des Zürcher Hausbergs eingemischt hat, sondern Wanderern und anderen Nutzern gute Bedingungen bieten will und sich für eine intakte Natur einsetzt.

Keine umstrittenen Geschäfte zierten die Traktandenliste an der von 60 Mitgliedern besuchten 42. Generalversammlung des Üetliberg-Vereins. Im Vordergrund standen am Mittwochabend auf Uto Kulm die Wahlen beziehungsweise der Rücktritt von Vizepräsident Franz Birri, der dem Vorstand seit 2010 angehört und nun altershalber aufhört. Dass dieser Schritt aus der Sicht eines 73-Jährigen angezeigt ist, unterlegte Birri mit einer Bemerkung, die schmunzelnd zur Kenntnis genommen wurde: Ihm sei im Bus von Ringlikon auf den Üetliberg (derzeit Bahnersatz wegen Gleisarbeiten) von einer jungen Frau ein Sitzplatz angeboten worden... Der ehemalige Stalliker Gemeindeschreiber und alt Feuerwehrkommandant versteht sich im Üetliberg-Verein als «Adjutant», der sein profundes Wissen überall zur Verfügung stellt.
Pflanzaktionen und finanzielle Beteiligung an Projekten
Der Üetliberg-Verein bewegt sich aber nicht so sehr auf politischem Parkett, sondern sieht seine Aufgabe darin, gute Bedingungen für Wanderer und andere Nutzer des Zürcher Hausbergs zu schaffen und für eine intakte Umwelt zu sorgen. So hat er nach dem Sturm «Lothar» (1999) diverse Pflanzaktionen initiiert und sich finanziell am Spielplatz bei der Endstation auf dem Üetliberg beteiligt, ebenso bei Waldweg-Projekten – 2017 zum Beispiel beim Wanderweg Jurablick mit 4000 Franken. Er wird sich solcherlei auch in Zukunft leisten können, beläuft sich doch das Vereinsvermögen derzeit auf knapp 60000 Franken – Geld, das in erster Linie von Mitgliederbeiträgen stammt. Der Verein zählt derzeit 244 Mitglieder. Als immer noch aktiver Präsident des Stalliker Gemeindevereins hat Franz Birri im Dorf die Aktion «Grümpel und Gulasch» ins Leben gerufen – eine alle zwei Jahre stattfindende Umwelt-Säuberungs-Aktion, die nun zusammen mit dem Üetliberg-Verein stattfindet. Dieser wiederum hat sich einer «Waldputzete» verschrieben.
Mit Pro Üetliberg verwechselt
Probleme wegen Verwechslungen traten auf, als der Verein Pro Üetliberg ins Leben gerufen wurde. Dieser hat durch den bisweilen aggressiv geführten Kampf gegen die umstrittenen Vorhaben von Uto-Kulm-Hotelier Giusep Fry überregionale Bekanntheit erlangt. «Uns hat das einen Imageschaden eingebracht, wegen der Verwechslung auch einen Mitgliederrückgang», sagt Franz Birri. Der bürgerlich dominierte Üetliberg-Verein hat sich aus diesem Nutzungskonflikt weitgehend herausgehalten – auch deshalb, weil sich nicht alle Mitglieder vorbehaltlos mit allen Plänen des Uto-Kulm-Hoteliers identifizieren konnten. Fry weiss aber die grosse Mehrheit seiner Mitglieder auf seiner Seite.
«Ich habe die Vorstandsarbeit gemacht, und wir haben einen guten Nachfolger gefunden. Aber ich werde die Aktivitäten natürlich weiter verfolgen», sagte Birri an der Generalversammlung. Und sein Nachfolger im Vorstand ist der 62-jährige diplomierte Bauingenieur Urs Tobler. Der Vorstand – Präsident Markus Staeheli sowie Alexia Oggier, Hansruedi Metzger, Marco Graf, Peter Keller und Giusep Fry – wurden einstimmig im Amt bestätigt. Die statutarischen Geschäfte wurden allesamt abgesegnet.
Nach dem Hinweis auf eine bis 22. September 2018 dauernde, sehenswerte Sonderausstellung «Üetliberg – gestern, heute, morgen» im Ortsmuseum von Albisrieden (Triemlistrasse 2, 8047 Zürich) folgte das obligate Nachtessen auf 870 Meter über Meer – bei wunderschönem Blick auf Zürich, Zürichsee und Säuliamt.
Weitere Infos unter <link http: www.uetlibergverein.ch external-link-new-window>www.uetlibergverein.ch.


