Friedenstaube als Überbringerin der Neujahrswünsche

Am 2. Januar lud die Gemein­nützige Gesellschaft des Bezirks Affoltern (GGA) wieder zum beliebten traditionellen Neujahrsapéro ein. Umrahmt von Musik überbrachte Präsident Georges Köpfli Gedanken zum Feiern, zu Krieg und Frieden. Rolf Oberhänsli gab einen Einblick ins Neujahrsblatt zum Thema «Vereine».

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Neujahrsblätter am Apéro. Von links: Hannes Zaugg, Rolf Oberhänsli, Hans-Ulrich Meier und GGA-Präsident Georges Köpfli. (Bild Marianne Voss)
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Neujahrsblätter am Apéro. Von links: Hannes Zaugg, Rolf Oberhänsli, Hans-Ulrich Meier und GGA-Präsident Georges Köpfli. (Bild Marianne Voss)

Nebst verschiedenen Aktivitäten wie die Pflege des Ämtlerwegs oder die Volkshochschule, ist das Neujahrsblatt das Flaggschiff der GGA. Die neue Ausgabe – der zweite Teil zum Thema «Vereine im Knonauer Amt» – erschien im Dezember und wurde am traditionellen Neujahrsapéro am zweiten Januar im Mehrzweckraum des Spitals vorgestellt. Der beliebte Anlass konnte wegen Corona zweimal nicht stattfinden, umso mehr freute sich die Arbeitsgruppe Neujahrsblätter, wieder Gäste willkommen ­heissen zu können. Der stimmungsvolle und fröhliche Anlass wurde vom Trio «Amarôn» mit Elsbeth Schweizer, Rosa Hess und Gerold Lotmar umrahmt. Die Vielfalt der Klänge aus verschiedenen Kulturen passten gut zum Thema des Neujahrsblatts, wo es um die Vielfalt der Vereine geht.

Georges Köpfli, Präsident der GGA, überbrachte seine Neujahrswünsche mittels einer Friedenstaube, die er auf einer Postkarte allen Anwesenden ­mitgab. In seinen nachdenklich ­stimmenden Ausführungen ging er zuerst auf den Lichterzauber an Silvester ein und stellte die Frage, ob wir aus Solidarität zu den Menschen in der Ukraine auf Feierlichkeiten verzichten sollten. Er berichtete, dass die Menschen im Kriegsgebiet weiterhin Feste feiern, mit Blumen und Gesang, dass sie sich in der Quartierbar treffen zwischen den Bombenalarmen und dass die Kinder jubelnd Fussball spielen. «Wir erleben Menschen in Extremsituationen, die sich der Ohnmacht widersetzen und das Leben feiern.» Er betonte: «Ja, wir dürfen feiern, weil Fest und Freude ein Ja zum Leben sind. Wir brauchen das Zusammensein als Energiequelle. Wenn wir angesichts der weltweiten Konflikte in Trübsal versinken und uns die Freude verbieten, ist dies der Beginn der Hoffnungslosigkeit.»

Das Bild der blau-gelben Friedenstaube von einer ukrainischen Künstlerin ist von einer schwungvollen schwarzen Linie umgeben. Dazu stellte er die Frage: «Sehen wir das Befreiende, die Taube, die in die Lüfte schwebt, oder einen ­Vogel, der sich im Tau verstrickt und am Flug gehindert wird?» Es sei für uns am Übergang in dieses neue Jahr eine ­besondere Herausforderung, diese ­Polarität auszuhalten. «Das kann uns gelingen, wenn wir uns von der ­Dankbarkeit leiten lassen.»

Rolf Oberhänsli, Vorsitzender der ­Arbeitsgruppe Neujahrsblätter, gab ­einen Einblick in das neue Heft, in ­welchem traditionelle wie auch kürzlich gegründete Vereine aus dem Bezirk ­Affoltern vorgestellt werden. Die Turnvereine seien im 19. Jahrhundert misstrauischen Blicken ausgesetzt gewesen. «Wer arbeitet, der braucht nicht noch zu turnen», sei beispielsweise die ­Meinung breiter Kreise bei der ­Gründung des Turnvereins Mettmenstetten im Jahr 1874 gewesen. Später habe sich das ­Turnen aber als Beitrag zur Gesundheit der männlichen Bevölkerung etabliert.

Frauenturnvereine hatten es schwer

Für die Frauen in Turnvereinen sei es schwerer gewesen, Anerkennung zu ­erhalten. Weil sie ohne Strümpfe ­turnten, wurden sie mit Steinen beworfen oder als «Fleischverein» bezeichnet. Leichter hatte es der Frauenverein ­Hedingen, der schon 1907 über 84 ­Mitglieder zählte und wegen der ­sozialen Aufgaben angesehen war.

«Heute gilt die Schweiz als das Land der Vereine, allein im Säuliamt zählt man rund 400 Vereine», führte Rolf Oberhänsli aus. Im aktuellen Neujahrsblatt habe die Redaktionsgruppe Wert daraufgelegt, exemplarisch die Vielfalt der Vereinslandschaft im Knonauer Amt darzustellen. «Bereits die Bildcollage auf dem Titelblatt zeigt, dass wir versucht haben, den Frauengruppierungen etwas mehr Gewicht zu geben.» Heutzutage sei die Vereinszugehörigkeit glücklicher­weise nicht mehr Männern vorbehalten. «Bis zur Gleichberechtigung der ­Geschlechter war es allerdings ein ­weiter und dorniger Weg.»

Nach Reden und Musik nutzten beim anschliessenden reichhaltigen Apéro alle Anwesenden gerne die ­Gelegenheit, einander «äs guäts Nois» zu wünschen, anzustossen und sich ­auszutauschen.

Das Neujahrsblatt ist in der Buchhandlung Scheidegger in Affoltern erhältlich. Weitere Informationen unter: www.ggaffoltern.ch.

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