Für das Projekt Huser Allmend heisst es zurück auf Feld eins
Beschwerde beim Verwaltungsgericht wurde gutgeheissen

Die Huser Allmend ist ein gut 30 Hektaren grosses Gebiet zwischen Hausen und Rifferswil. Früher war es eine Moorlandschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zur Gewinnung von Kulturland trockengelegt. Durch die Drainagen, die dem Boden auch Sauerstoff zuführen, hat sich die verbleibende Torfschicht zersetzt, das Land ist im Verlaufe der Jahrzehnte um einige Meter abgesackt. Das wertvolle und für die Landwirte lebenswichtige Kulturland beginnt wieder zu versumpfen.
Die Leidensgeschichte des Bodenverbesserungsprojekts in der Huser Allmend ist lang. Bereits vor 17 Jahren erarbeitete die Flurgenossenschaft Hausen ein Projekt. Zusammen mit dem Amt für Landschaft und Natur des Kantons Zürich wurde daraus ein Meliorationsprojekt. Anfang 2019 genehmigte der Regierungsrat den Staatsbeitrag sowie die Statuten der neu gegründeten Meliorationsgenossenschaft. Sie besteht aus 13 Mitgliedern – Landeigentümern und einem Vertreter aus dem Gemeinderat – und wird vom Meliorationsamt begleitet. Präsident ist Kari Burkard, der sich auch seit Anbeginn intensiv für das Projekt eingesetzt hatte.
Das Ziel des Projekts war, das Gelände wieder ungefähr auf das Niveau der Strasse aufzufüllen. Im Laufe von zehn Jahren sollte eine Landschaft entstehen, die wieder uneingeschränkt landwirtschaftlich nutzbar ist. Die Genossenschaft sah in dem Projekt einen Gewinn für die Landwirtschaft, die Landschaft, die Natur und die Bevölkerung. Weitere Faktoren waren auch die Sicherung von Fruchtfolgeflächen und die gesetzlich vorgeschriebene Wiederverwendung von wertvollem Bodenmaterial.
Kein Weiterzug ans Bundesgericht
Im Januar 2023 war das Projekt fertig erstellt und lag bei den Gemeinden auf. Der Baustart war auf Anfang 2024 geplant. Doch es waren einige Einsprachen eingegangen. Es wurden Gespräche geführt und mit allen Einsprechenden Einigungen und Lösungen gefunden – bis auf einen. Am 6. November 2024, also fast zwei Jahre später, wies der Regierungsrat diese eine Einsprache zurück und beschloss die Projektgenehmigung (Nr. 1146/2024).
Diese eine Einsprache kam vonseiten des Gemeinderats Rifferswil, der dann entschied, gegen den Regierungsratsbeschluss beim Verwaltungsgericht Beschwerde einzureichen. Das geschah Ende 2024. Bis zur gerichtlichen Klärung war das Projekt blockiert. Vor rund zwei Monaten entschied nun das Verwaltungsgericht, die Beschwerde gutzuheissen und somit den Beschluss des Regierungsrats aufzuheben. In der Begründung geht es einerseits darum, dass die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) keine Gelegenheit hatte, ein Gutachten abzugeben. Andererseits wurde bemängelt, dass zu Unrecht keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen worden ist. Auch dies führte zur Aufhebung des regierungsrätlichen Entscheids. Es waren auch noch weitere Rügen vorgebracht worden. Diese wurden nicht behandelt, da dies bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht mehr erforderlich war.
Unklar, wie es weitergeht
Für die Meliorationsgenossenschaft ist diese Nachricht eine herbe Enttäuschung. Die Frist, um das Verfahren ans Bundesgericht weiterzuziehen, ist abgelaufen. Davon macht die Genossenschaft also keinen Gebrauch. Doch mit dem Beschluss des Verwaltungsgerichts steht das Projekt wieder auf Feld eins. Wie weiter? Auf Anfrage war zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel in Erfahrung zu bringen. Noch gilt es, die Botschaft zu verdauen. Gemeinderat Ruedi Taverna, Mitglied der Meliorationsgenossenschaft, sagt nur so viel: «Ja, wir sind am Überlegen, wie es weitergehen soll, und prüfen verschiedene Optionen.» Mehr könne er dazu zurzeit nicht sagen. «Aber den Entscheid haben wir mit Bedauern und mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, denn eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist damals vonseiten der kantonalen und bundesbehördlichen Stellen nicht verlangt worden.»
Auch die andere Partei in Rifferswil wollte keine ausführliche Stellungnahme abgeben. Gemeindepräsident Christoph Lüthi kommentierte sachlich: «Wir sind mit dem Entscheid zufrieden und nun gespannt, wie es weitergeht.»


