Für die Energiewende spannen Wirtschaft und Bevölkerung zusammen
Wärme aus regionalen Wäldern, Strom und Warmwasser von der Sonne, Wärmepumpe mit Erdsonde für Warmwasser und Heizung: Diese Technologien wurden im Rahmen der Tage der Sonne in Hedingen vorgestellt. Und die Entwicklung geht weiter.

Der Energieparcours führte von der Hedinger Fernheizzentrale der Renercon auf dem Gelände der Schreinerei Girardi der Energieversorgungsleitung entlang zur Firma Schweizer und zurück, entweder dem Pfeil «Vorlauf 80°C» oder «Rücklauf 55°C» entlang. Ein Quiz mit Fragen, deren Antwort keineswegs auf der Hand lag, regte zu Gesprächen unter den Besuchern an. Die Themen reichten vom Energiegehalt der Holzarten der Schreinerei Girardi über die Anzahl versorgter Wohnungen des Renercon-Wärmeverbundes bis zur Zahl der Auszubildenden der Firma Schweizer.
Einfaches Prinzip der Fernwärme
Die Führung in der Heizzentrale bei nahezu 30 Grad im Schatten eröffnete überraschende Einblicke, denn der Ofen, der nicht in Betrieb war, konnte von innen betrachtet werden. Mit drei Sekunden Belichtungszeit lieferte die Fotokamera ein bestens ausgeleuchtetes Bild des dunklen Brennraums. Das Prinzip der Fernwärme ist einfach: «Man bezieht Wärme genau wie ‹Strom aus dem Netz›. Dies passiert absolut lärm- und geruchsneutral und sehr effizient», erklärte Renercon-Marketing-Leiter Robert Niklaus. Hinzu komme, dass bei Altbauten, die sich ans Fernwärmenetz anschliessen, der Tankraum umgenutzt werden könne und bei Neubauten von Anfang an mehr Raum zur Verfügung stehe als beim Einbau einer Ölheizung.
Fotovoltaik fällt kaum mehr auf
Die neuen Trends in der Nutzung der Solarenergie erläuterte Sjef de Bruijn, Geschäftsbereichsleiter Solarsysteme von Schweizer. Neue Fotovoltaik-Module fallen optisch gar nicht mehr auf: Ein Altbau in einer Kernzone mit einschränkenden Vorschriften bezüglich Dachgestaltung erhält mit dem Montagesystem Indach Solrif von Schweizer genau die vorgeschriebene Farbe – man bemerkt kaum, dass es sich nicht um rote Ziegel, sondern um Fotovoltaik-Pannels handelt.
Das Kombi-Indach-System ist eine andere Innovation von Schweizer: «Sonnenenergie kann auf zweierlei Arten genutzt werden – entweder thermisch mit Sonnenkollektoren oder fotovoltaisch zur Erzeugung von elektrischer Energie. In der Regel fällt die Wahl auf eine der beiden Technologien. Das Kombi-Indach-System von Schweizer kann beides. Es integriert Sonnenkollektoren und Fotovoltaik-Module in einem einzigen Dach.»
Während sich das Kombi-System vor allem für kleinere Einzelbauten anbietet, eignen sich die Doma Flex Grossflächenkollektoren für Südfassaden von Mehrfamilien- und Geschäftshäusern. Die Farbe kann auch hier frei gewählt werden, es können sogar Fotos hinterlegt werden. So ist es beispielsweise möglich, das Firmenloge eines Gewerbebaus in die Fotovoltaik-Fassade zu integrieren.
Am Tag der offenen Tür bei der Firma Schweizer stellte auch Lukas Berger von Berger Boiler-Service seine Dienstleistungen im Bereich Installation und Unterhalt von Anlagen zur Herstellung von Wärme und Strom vor. Das Obfelder Unternehmen zählt seit Jahren zu den Spezialisten bei der Montage von Anlagen der Firma Schweizer.
Wärme und Warmwasser
Ausserhalb des Hedinger Fernwärmenetzes liegt die Liegenschaft von Walter Brun. Er hat sich deshalb für eine Wärmepumpe mit Erdsonde entschieden, die er am vergangenen Samstag erstaunlich vielen Interessentinnen und Interessenten während des ganzen Tages individuell präsentierte. Eine Besonderheit dieser Anlage ist die Warmwasseraufbereitung durch einen Durchflusswassererwärmer auf lediglich 45 Grad. Bei einem Boiler-System würde bei dieser Temperatur die Vermehrung von Legionellen drohen, weshalb der Wassererwärmer am Ausgang mindestens 60 Grad ausweisen muss. Da beim Durchlauferhitzer lediglich 42 Liter gespeichert werden, die jeweils in weniger als 24 Stunden gebraucht werden, kann mit der Reduktion der Heizleistung Energie auf hygienisch einwandfreie Weise gespart werden.
Die drei Hedinger Beiträge zu den Tagen der Sonne Knonauer Amt erlaubten einen raschen Überblick über nachhaltige Technologien zur Produktion von Wärme und Strom. Das Publikum schien dies zu schätzen. Das Fazit von Peter Ackermann, Projektleiter Tage der Sonne Knonauer Amt: «Für die Energiewende spannen Wirtschaft und Bevölkerung zusammen.»


