Gemeindeversammlungen mit viel Abstand
Mit gut 30 anwesenden Personen war der Stampfisaal in Knonau fast bis auf den letzten Sitzplatz besetzt. Die positiven Jahresrechnungen der Politischen Gemeinde und der reformierten Kirchgemeinde wurden ohne Diskussion genehmigt.

Nach Ottenbach wagte Knonau als zweite Gemeinde, die Stimmberechtigten zur Gemeindeversammlung einzuladen. Im Stampfisaal standen die Stühle mit grossen Abständen bereit – und fast alle waren besetzt. Gut dreissig Personen nahmen an den Versammlungen der Politischen Gemeinde und der reformierten Kirchgemeinde teil. Gemeindepräsidentin Esther Breitenmoser begrüsste die Anwesenden in der «Fast-Normalität». Es gab nur über ein Geschäft zu befinden, über die Jahresrechnung 2019. Finanzvorstand Rico Roth kommentierte das positive Ergebnis humorvoll: «Freude herrscht. Wir haben einen super Abschluss gemacht!»
Die Rechnung weist bei einem Gesamtaufwand von 11,7 Millionen und einem Gesamtertrag von 12,1 Millionen einen Ertragsüberschuss von knapp 383000 Franken aus. Das Eigenkapital erhöht sich auf 13,8 Millionen Franken. Die Budgetabweichungen haben sich vor allem in den Positionen Personal sowie Sach- und Betriebsaufwand ergeben, wo der Nettoaufwand tiefer als angenommen ausfiel. Auf der Ertragsseite sind es höhere Steuereinnahmen und Grundstückgewinnsteuern, die positiv zu Buche schlagen.
Zur Finanzpolitik des Gemeinderates erklärte Rico Roth, dass Corona sicher auch hier in der Gemeindekasse Spuren hinterlasse. «Wir rechnen mit weniger Steuereinnahmen. Es wird eine Herausforderung sein, das Haushaltgleichgewicht zu halten.» Die Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung 2019 einstimmig.
Reglemente für Kollekten und Spendgut
Bereits nach 20 Minuten war der erste Teil des Abends abgeschlossen. Der Präsident der reformierten Kirchenpflege, Maximilian Hofmann, übernahm das Rednerpult. Er konnte ebenfalls ein erfreuliches Rechnungsergebnis präsentieren. Dank umsichtiger Ausgaben und weniger Personalkosten schliesst die Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von knapp 20000 Franken ab. Auch dieses Geschäft sowie der Jahresbericht des Präsidenten wurden einstimmig gutgeheissen.
Im Jahresbericht sind Höhepunkte, wie das 500-Jahr Jubiläum der Kirche, aber auch die spannungsvolle Situation mit der Pfarrwahl sowie die personellen Veränderungen in der Kirchenpflege erwähnt. Zurzeit bestehen in der Kirchenpflege zwei Vakanzen. Eine interessierte Kandidatin, Daniela Fluri-Huber, stellt sich nun zur Wahl.
An der Versammlung wurde auch über den kritisierten Umgang mit den Kollekten und dem Spendgut informiert. Ruedi Walder, Mitglied der RPK, hat dazu umfassend recherchiert und festgestellt, dass jede Gemeinde individuell mit den Spenden umgeht und kaum verbindliche Vorgaben vorhanden sind. Die Kirchenpflege Knonau hat nun zwei Reglemente erstellt, eines für die Kollekten und eines fürs Spendgut.
Die KG+-Abstimmung abwarten
Pfarrer Thomas Maurer informierte die Anwesenden über die immer wieder ändernden Corona-Weisungen, wodurch die Planung von Gottesdiensten oder Anlässen manchmal recht herausfordernd werde. Die Sitzzahl in der Kirche sei zurzeit auf 46 beschränkt. Der Eingang in die Kirche befinde sich nicht am selben Ort wie der Ausgang. Grosse Abdankungen werde man in den Stampfisaal übertragen. Und die Konfirmation sei auf den September verschoben worden.
Zum Schluss stellte eine Stimmbürgerin noch eine Frage: «Was hat die Kirchenpflege vor bezüglich Zusammenarbeit mit anderen Kirchgemeinden?» Der Präsident erklärte, dass man aktiv Kontakt gesucht habe mit anderen Gemeinden. Auch den Prozess von Kirchgemeinde plus habe er mitverfolgt. Die Kirchenpflege vertrete aber zurzeit keine einheitliche Meinung zum Thema KG+ und einem eventuellen Mitmachen beim Zusammenschluss. Jetzt stehe die Abstimmung unmittelbar bevor. «Wir warten den Ausgang ab und überlegen dann weiter.»


