Gemeinsam für Wohneigentum einstehen
Die 54. Vereinsversammlung des Hauseigentümerverbands Albis (HEV) lockte erwartungsgemäss zahlreiche Hausbesitzer in den Kasinosaal in Affoltern. Neben den Geschäften der Traktandenliste standen auch zwei hochrangige Referenten auf dem Abendprogramm.

Die jährlichen Vereinsversammlungen des HEV sind bei den Hauseigentümern überaus beliebt, so füllten denn auch am letzten Freitagabend rund 330 Besucher den Kasinosaal in Affoltern. Sie durften nicht nur über die ordentlichen Traktandenpunkte entscheiden, sondern kamen auch in den Genuss zweier spannender und erstklassiger Referate. Präsident René Homberger freute sich, mit dem Säuliämtler Nationalrat Hans-Ulrich Bigler, dem Affoltemer Gemeindepräsidenten Clemens Grötsch und den Gemeinderäten Hermann Brütsch und Markus Meier sowie dem Gemeindepräsidenten aus Stallikon, Werner Michel, eine ganze Reihe politischer Prominenz willkommen zu heissen. Homberger erwähnte die ausgezeichnete Arbeit seiner Vorstandsmitglieder dank derer die ordentlichen Geschäfte rasch und jeweils einstimmig genehmigt wurden. Die Jahresrechnung, welche mit Erfolg abschloss, kommentierte Präsident Homberger denn auch mit dem zufriedenen Resümee: «Uns geht es nach wie vor nicht schlecht.» Bei den acht Vorstandsmitgliedern verlangte das Protokoll die Wiederwahl von Manfred Suter, Anne-Marie Bischofberger, Marco Tanner und Thomas Käser. Sie wurden in globo und mit Applaus bestätigt. Als neues Vorstandsmitglied vorgeschlagen wurde Martin Fröhli, welcher ebenfalls mit grossem Beifall bestätigt wurde.
Ein kalter Wind bläst den Hauseigentümern ins Gesicht
Da die Vereinsstatuten sozusagen aus dem letzten Jahrtausend stammen, war eine Revision unumgänglich. Die Änderungen betreffend Mitgliederbeiträge, Unterschriftenregelung, die Frist für Anträge sowie einige kleinere Korrekturen wurden ohne Wortmeldungen gutgeheissen. Albert Leiser, Direktor des HEV Zürich und Gemeinderat Stadt Zürich, sprach anschliessend mit einem eindrücklichen Referat, welches er bescheiden als «Grusswort» betitelte, zu den Gästen. Er hielt fest, dass den Hauseigentümern ein bissig kalter Wind entgegenblase.
Als unrühmliche Beispiele, die den Wohneigentümern grosse Sorgen bereiten, nannte er den Eigenmietwert, das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (Isos), den Mehrwertausgleich und die Forderungen gewisser Kreise zugunsten des gemeinnützigen Wohnungsbaus, welche in der Stadt Zürich gewissermassen einer Enteignung entsprächen. Die Farben des Wappens der Stadt Zürich hätten von blau-weiss auf grün-rot gewechselt stellte er fest und forderte dezidiert, dass eine entschiedener Kampf zum Schutz des Eigentums notwendig sei. Mit dem Versprechen: «Als HEV bleiben wir dran», schloss er sein vehementes Grusswort.
Auch Dieter Greber, CEO der Leuthard-Gruppe, bestach als Gastreferent mit einem spannenden und für viele der Zuhörer fast futuristischen Thema. Seine Ausführungen unter dem Titel «Digitalisierung in der Bau- und Immobilienwirtschaft» fanden grosse Aufmerksamkeit und hinterliessen hie und da auch ungläubiges Staunen. Gleich zu Beginn seiner Rede hielt er fest, dass er keineswegs von der Zukunft spreche, die Digitalisierung ist heute, denn man baut Gebäude heute erst elektronisch und erst anschliessend real auf der Baustelle.
Der Begriff Building Information Modeling (BIM), in Deutsch Bauwerksdatenmodellierung, sieht vor, ein Gebäude erst digital zu planen und ein Datenmodell in mehreren Dimensionen zu erstellen. Die umfassende Digitalisierung erlaubt sogar ein Bauprojekt mithilfe einer Hologramm-Brille abzuschreiten und so den Bau praktisch fertig gebaut zu visualisieren.
Digitales Bauen für Laien Zauberei
Dieter Greber hinterliess staunende und bei manchen älteren Semestern auch etwas ungläubige Gesichter im Saal. Kein Wunder, digitale Laien empfanden seine Schilderungen zum Teil als eigentliche Zauberei.
Etwas Gegensteuer zu den modernen digitalen Möglichkeiten boten zwischendurch immer wieder die «Striichmusig-Dobler» aus dem appenzellischen Weissbad. Vater Martin am Bass mit seinen Kindern Andrin mit der Geige, Fabian am Hackbrett und Anja mit dem Cello, servierten den Hausbesitzern mehrere musikalische Leckerbissen. Dabei stach der elfjährige Andrin mit seinem virtuosen Geigenspiel ganz besonders hervor. Der riesige Applaus forderte mehrere Zugaben, sodass die zeitliche Begrenzung für den Auftritt von Kindern leicht geritzt wurde. Das störte die drei jungen Musiktalente jedoch ganz und gar nicht, was sie durch ihre freudestrahlenden Gesichter mehr als bestätigten.
Präsident René Homberger dankte zum Schluss der Veranstaltung den Gästen fürs Erscheinen, dem Catering-Team für die Gaumenfreuden und allen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz. Er wünschte sichtlich zufrieden seinen Gästen ein fröhliches Zusammensein mit guten Gesprächen.


