Grosse Nachfrage – kaum Anbieter
Vor acht Jahren waren es sechs Säuliämtler Bauernfamilien, die am 1. August zum Brunch eingeladen haben, jetzt ist es nur noch eine! Der Grund für die Brunchmüdigkeit ist nicht fehlende Freude oder Motivation, sondern mehrheitlich die zeitliche Belastung.

Im Jahr 2010 boten sechs Bauernfamilien im Säuliamt den 1.-August-Brunch an, 2014 waren es noch drei und morgen noch eine – nämlich die Familie Duperrex vom Uttenberg. Schweizweit ist die Zahl der Brunchanbieter in den letzten Jahren mit 350 Betrieben ziemlich stabil geblieben. Und die Brunchlust in der Bevölkerung hat keineswegs abgenommen. Der feine Zmorge auf dem Bauernhof erfreut sich ungebremst grosser Beliebtheit. Wer morgen einen Bauernhof-Brunch geniessen möchte, und sich noch nicht angemeldet hat, wird aber im Säuliamt kaum noch eine Möglichkeit haben. Die Chance, dass die Plätze im Uttenberg bereits alle ausgebucht sind, ist sehr hoch.
Warum geben immer mehr Bauernfamilien die beliebte Tradition auf? Pressesprecherin Sandra Helfenstein vom Schweizer Bauernverband erklärt: «Die Gründe sind meistens der grosse zeitliche Aufwand mitten in der Erntezeit und die Schwierigkeit, genügend Mitarbeitende zu finden.» Finanziell lohne sich der Brunch nicht. «Es geht bei dem Anlass in erster Linie darum, den Kontakt zwischen der Landwirtschaft und den Konsumenten zu pflegen.» Auf Anfrage bestätigen einige der Ämtler Bauernfamilien die Gründe für ihren Ausstieg: Nebst dem grossen Arbeitsdruck im Sommer und der jährlichen Helfersuche nennen sie zudem familiäre Gründe, wie kleine Kinder oder einen Generationenwechsel. Alle bedauern den Entscheid aufzuhören und betonen, dass ihnen der Brunch immer viel Freude gemacht habe.
Bei der Familie Duperrex ist der Ausstieg kein Thema. Im Gegenteil – durch bauliche Massnahmen ist die Infrastruktur sogar noch erweitert und verbessert worden. Rund 600 Personen werden morgen auf dem Uttenberg erwartet. Die Planung für den Grossanlass hat natürlich schon vor Wochen begonnen. Der grosse Tag, an dem alles eingerichtet und aufgestellt wird, ist heute. Die Familie führt den Brunch zum 21. Mal durch und kann auf rund 50 gut eingespielte Helferinnen und Helfer zählen. Zum ersten Mal möchten sie die Gäste mittels Plakaten für Foodwaste sensibilisieren. Leider nehme die Tendenz zu, die Teller am Buffet masslos zu überfüllen.
Und welche Mengen Nahrungsmittel müssen bereit stehen? Hier zählt natürlich die langjährige Erfahrung. Für morgen braucht es beispielsweise 65 kg Zopf, 45 kg Brot, 200 Liter Kaffee, 600 Eier, 120 kg Rösti und 24 kg Bratspeck – soweit möglich, alles vom Hof oder aus der Region.
Unter <link http: www.brunch.ch external-link-new-window>www.brunch.ch ist ersichtlich, wo es für morgen noch freie Plätze gibt.


