Grosse Nachfrage und wenig Angebote
Frühlingsanlass des HEV Albis zum Thema Immobilienausblick

Am traditionellen Frühlingsanlass des Hauseigentümerverbands Albis (HEV Albis) ging es um den Immobilienmarkt, auch mit dem Blick auf das Knonauer Amt. Präsident Martin Fröhli konnte am vergangenen Donnerstag rund 100 interessierte Personen im Kasinosaal Affoltern begrüssen. Vom HEV Kanton Zürich war Jean-Luc Cornaz anwesend, der in seinem Grusswort auf die Abstimmung über die Wohneigentumsinitiative einging. «Der Wunsch nach Wohneigentum ist in der Bevölkerung gross, aber oft nur ein Traum», führte er aus. Mit der Initiative solle zahlbares Eigentum gefördert werden. «Dank Subventionen könnten sich auch junge Familien ein Wohneigentum leisten.» Er motivierte die Anwesenden, an der Urne ein Ja zur Initiative einzulegen.
Das Referat hielt Ökonom Michel Fleury von der Raiffeisenbank Zürich. Der junge, versierte Fachmann startete schwungvoll: «Es ist etwas los im Immobilienmarkt.» Er ging zuerst auf die Befürchtungen ein, dass es durch die Konflikte im Iran zu Teuerungsschüben kommen könnte. «Ich kann Sie beruhigen, die Inflation wird nicht allzu stark zunehmen. Die Hypothekarzinsen werden kaum steigen in nächster Zeit.»
Die Preise steigen
Zum Eigenheimmarkt erklärte er, dass zurzeit ein Wohneigentum wirtschaftlich attraktiv sei, verglichen mit einer Mietsituation. Der Bedarf sei hoch, aber die Anzahl der freien Objekte knapp – auch im Säuliamt. «Am 31. März waren im Bezirk Affoltern 150 Häuser und Wohnungen zum Kauf ausgeschrieben.» Das sei eine sehr kleine Anzahl. «Die Nachfrage ist gross, und es gibt nur wenig Angebote. Dadurch steigen die Preise.» Anhand einer Grafik zeigte er auf, dass sich die Preise für Wohneigentum im Säuliamt mehrheitlich etwas über dem schweizerischen Durchschnitt bewegen, Wohnungen in Maschwanden liegen darunter. Einfamilienhäuser sind gemäss der Darstellung in Bonstetten am teuersten, in Rifferswil am günstigsten.
Im Mietwohnungsmarkt drücke der Schuh am gleichen Ort, informierte Michel Fleury. Es brauche mehr Wohnungen, und die Knappheit erhöhe die Mietpreise. «Auch im Knonauer Amt ist das Mietwohnungsangebot zu klein. Die Leerwohnungsquote liegt bei nur einem Prozent.» Die Preise der Mietwohnungen im Bezirk Affoltern befinden sich ungefähr auf derselben Höhe wie der schweizerische Durchschnitt.
Wenig Bautätigkeit
«Was passiert in den nächsten Jahren?», stellte der Referent die Frage in den Raum und beantwortete sie: «Wir können uns nicht grosse Hoffnungen machen. Die Nachfrage nach Wohnraum wird auf hohem Niveau bleiben.» Es gebe verschiedene Gründe: Tendenziell werde mehr Wohnraum pro Person beansprucht, die Bevölkerung werde immer älter und zudem sei es nötig, die jetzt pensionierten Babyboomer durch ausländische Fachkräfte zu ersetzen. Das Angebot an Wohnraum werde kaum steigen, denn die Bautätigkeit sei in den letzten zehn Jahren eingebrochen. «Die Raumplanungsrevision, zahlreiche neue Verschärfungen, Bestimmungen und Gesetze machen das Bauen schwierig. Es müssen heutzutage sehr viele Bedingungen erfüllt werden.» Es bestehe also Wohnbedarf, doch es entstehe nur wenig neuer Raum. «Der Markt funktioniert nicht. Auch im Knonauer Amt müsste mehr gebaut werden, um die Nachfrage zu befriedigen.»
Diese Nachrichten stimmten zwar nachdenklich, doch für Eigentümerinnen und Eigentümer waren sie nicht persönlich erschütternd. Nach einem Applaus für den Referenten und die Organisatoren genossen die Gäste den Apéro im Foyer und diskutierten über das Gehörte – oder tauschten sich über andere aktuelle Themen aus.


