Grosseinsatz für die Gemeinden

Dieser Sonntag ist Wahlsonntag im Kanton Zürich. Was bedeutet dies für die Ämtler Gemeinden, welche die Stimmen auszählen müssen?

Hier im Stadthaus Affoltern kann man am Wahlsonntag von 9 Uhr bis 10 Uhr noch seine Stimme abgeben. (Bild uc)
Hier im Stadthaus Affoltern kann man am Wahlsonntag von 9 Uhr bis 10 Uhr noch seine Stimme abgeben. (Bild uc)

Die Zürcher Kantons- und Regierungsratswahlen finden nur alle vier Jahre statt. Sie sind sozusagen die Hauptprobe für die Wahlen im Herbst. Dann werden schweizweit die National- und Ständeräte neu gewählt.

Für die Säuliämtler Gemeinden gilt es am Sonntag bereits ernst. Unzählige Stimmzettel müssen genau gezählt werden. Je nach Grösse der Gemeinde ist das ein ziemlicher personeller Aufwand. Jede Gemeinde kann dabei auf ihre Wahlbüromitglieder zählen. Das sind Personen aus der Bevölkerung, welche vom Gemeinderat gewählt und für Abstimmungen und Wahlen aufgeboten werden. Die Arbeit wird auch entlohnt.

Gut 20 Personen im Einsatz

Der Knonauer Gemeindeschreiber Sven Alini berichtete, das für diesen Sonntag zehn Wahlbüromitglieder aufgeboten sind. Dazu sind die Gemeindepräsidentin und er als Gemeindeschreiber sowie die meisten Verwaltungsangestellten vor Ort. «Das sind gut 20 Personen», stellt er fest. Ab acht Uhr morgens wird alles erklärt, ab neun Uhr ist die Urne geöffnet. In jeder Ämtler Gemeinde ist es am Sonntagmorgen noch möglich, seine Stimme persönlich abzugeben.

Auch für die kleinste Gemeinde im Knonauer Amt, Maschwanden, stehen vier Wahlbüromitglieder bereit. Dazu kommen weitere vier Personen. Gemeindeschreiberin Chantal Nitschké erklärt, dass die grösste Arbeit bei den veränderten Wahlzetteln liegt. Im ganzen Kanton Zürich werden die veränderten Wahlzettel mit einem Computer-Programm genau erfasst. So müssen nicht die einzelnen Partei- und Kandidatenstimmen selbst gezählt und gerechnet werden. Die Eingabe erfolgt im Vier-Augen-Prinzip. «Maschwanden ist wohl die einzige Gemeinde im Amt, die keine Zählmaschinen einsetzt», erzählt Chantal Nitschké und fährt weiter: «Bei den zu erwartenden zwei- bis dreihundert Zetteln würde sich das gar nicht lohnen».

Unbedingt zur Wahl gehen

Wie viele Stimmberechtigte haben ihre Wahlunterlagen bereits vor dem Urnengang vom Sonntag schon an die Gemeinden verschickt? «Bislang sind 749 Stimmrechtsausweise bezüglich den kantonalen Erneuerungswahlen vom 12. Februar eingetroffen», erklärte Christof Wicky, Gemeindeschreiber von Bonstetten, am Dienstag auf Anfrage. Bei 3646 Stimmberechtigten in Bonstetten entspricht das einem Anteil von 20.55 Prozent. In Bonstetten kann man seine ausgefüllten Wahlunterlagen auch noch am Sonntag bis 10 Uhr in den Briefkasten der Gemeindeverwaltung einwerfen. Zudem ist im Gemeindehaus die Wahl an der Urne auch am Wahlsonntag noch von 9 Uhr bis 10 Uhr möglich.

Auch in Hausen wurde schon brieflich abgestimmt. Bis am Dienstag haben von den 2612 Stimmberechtigten 496 ihre Wahlunterlagen an die Gemeinde verschickt. Am Sonntag sind die beiden Wahlurnenstandorte Doppelkindergarten Ebertswil und Gemeindehaus Hausen von 9 Uhr bis10 Uhr geöffnet. Um 10 Uhr wird auch der Briefkasten beim Gemeindehaus nochmals geleert.

In Affoltern haben bis am Mittwoch 1724 der insgesamt 7302 Stimmberechtigte per Briefwahl ihre Stimme abgegeben. In Affoltern können die Stimmberechtigten ihre Wahlzettel auch noch bis am Sonntag einwerfen. Im Stadthaus sind die Wahlurnen am Samstag von 9 bis 11 Uhr geöffnet, am Sonntag von 9 bis 10 Uhr. Die Wahlzettel können bis am Sonntag bis spätestens 10 Uhr auch in den Briefkasten der Stadtverwaltung am Marktplatz 1 eingeworfen werden. Auch im Schulhaus Zwillikon kann man am Sonntag von 9 bis 10 Uhr an der Urne wählen.

Das heisst also auch für Kurzentschlossene: Unbedingt zur Wahl gehen – denn auch Nichtwähler sorgen indirekt für ein Wahlresultat, das sie vielleicht gar nicht wollen. Übrigens: Bei den vergangenen Zürcher Kantonsratswahlen 2019 lag die Stimmbeteiligung im Wahlbezirk Affoltern nur bei knapp 34 Prozent.

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