Grüngut: Verursachergerechte Entsorgungsgebühren kommen

Dileca-Geschäftsführer Torsten Hartmann mit den neuen Einzel- und Jahresvignetten. (Bild Werner Schneiter)
Dileca-Geschäftsführer Torsten Hartmann mit den neuen Einzel- und Jahresvignetten. (Bild Werner Schneiter)

Mit dem Bestreben einer verursachergerechten Entsorgung wird nun für die Grüngutabfuhr am 1. Januar 2026 eine Bezirksvignette eingeführt – ab diesem Zeitpunkt aber erst in einigen Gemeinden. Der Systemwechsel erfordert eine Änderung der kommunalen Abfallverordnung.

Forderung des Preisüberwachers

Das revidierte Umweltschutzgesetz verlangt unter anderem verursachergerechte Entsorgungsgebühren, die auch der Preisüberwacher fordert. Bei der Grüngutabfuhr war das bisher nicht der Fall, weil bis anhin jeder Haushalt die gleiche Grundgebühr zahlt, unabhängig davon, wie viel Woche für Woche per Lastwagen vor der Türe abgeholt wird.

Das ändert sich nun mit der Einführung einer einheitlichen Bezirksvignette. Diese muss auf der Rückseite der Grüngutcontainer aufgeklebt werden – also dort, wo sie die Mitarbeiter von Obrist beim Griff an den Henkel auch sehen können. Bei der Preisgestaltung sind die Gemeinden jedoch autonom. In Aeugst, Mettmenstetten und Hedingen wird für die Jahresvignette ein Preis von 65 Franken für den 140-Liter-Container und 105 Franken für den 240-Liter-Behälter (ohne Mehrwertsteuer) erhoben. In Obfelden beträgt der Ansatz für diese Behältergrössen 56 beziehungsweise 96 Franken, in Maschwanden 65 Franken für 140 Liter. Auch Einzelvignetten sind möglich.

Weitere Gemeinden werden folgen

Diese Gemeinden sind für die Einführung der Bezirksvignette ab 1. Januar 2026 bereit. Laut Dileca-Geschäftsführer Torsten Hartmann folgen andere Gemeinden 2027/28. Die Umstellung erfordert eine Änderung der jeweiligen Abfall- und Gebührenverordnung. Und das braucht Zeit, weil der Instanzenweg weit ist: Gemeinderatsbeschluss, Genehmigung durch das Awel (kantonales Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft) und letztlich der Beschluss der Gemeindeversammlung. Hausen und Knonau kennen bisher eine sogenannte «Bringsammlung». In Hausen hat die Gemeindeversammlung im März die Totalrevision der Abfallverordnung genehmigt – mit der Bringsammlung beim Grüngut und Astmaterial.

Klar ist: Mit der Einführung einer Bezirksvignette für Grüngut senkt sich die Abfallgrundgebühr in der Gemeinde deutlich. Für die Dileca ändert sich mit dieser Umstellung nichts; ihr bleibt die «Hoheit» über die Hauskehricht-Entsorgung. Ein Problem bleibt aber auch mit diesem Systemwechsel: «Wir haben zu viele Fremdstoffe in den Grüngutcontainern, insbesondere Plastik», sagt Torsten Hartmann. Diese Stoffe müssen bei der Grüngut-Entsorgungsstelle bei der Ökopower AG in Rickenbach-Ottenbach aufwendig und kostspielig ausgesiebt werden, wobei eine 100-prozentige Eliminierung nicht möglich ist.

Aus dem bei Ökopower produzierten Kompost entsteht Biogas. In Kleinmengen, für Eigenbedarf im Garten, kann der Kompost auch kostenlos abgeholt werden. 2024 fielen im Bezirk Affoltern pro Kopf durchschnittlich 145 Kilogramm kompostierbare Küchen- und Gartenabfälle an.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Eveline Fenner, Stadtpräsidentin Affoltern.
Bezirk Affoltern30.12.2025

Unerfülltes und Erreichtes in Affoltern

Kurz vor Weihnachten nach meinem Einkauf für die Festtage kam es zu einem kurzen Gespräch mit einem mir nicht bekannten Einwohner, wie ich es in meinem Amt oft…

Vreni Spinner, Gemeindepräsidentin Mettmenstetten. (Bilder zvg)
Bezirk Affoltern30.12.2025

Mettmenstetten – gemeinsam unterwegs in die Zukunft

Liebe Mettmenstetterinnen und Mettmenstetter, das Jahr 2025 zeigt: Unsere Gemeinde entwickelt sich dynamisch und bleibt zugleich menschlich und nahbar.…

Ruedi Fornaro, Gemeindepräsident Hedingen. (Bild zvg)
Bezirk Affoltern30.12.2025

Blick auf 20 Jahre Gemeinderat

Mit der zu Ende gehenden Legislatur möchte ich nicht bloss auf das vergangene Jahr zurückblicken, sondern auf meine insgesamt zwanzig Jahre im Gemeinderat,…