Gut besuchte Podiumsveranstaltung in Hausen
Der Löwensaal in Hausen war am vergangenen Mittwochabend pumpenvoll. Eingeladen hatten die SP und die FDP, gekommen waren Interessierte aus dem ganzen Bezirk. Die Diskussion über die Spitalzukunft war spannend, informativ und manchmal auch widersprüchlich oder unverständlich.

Die Einladung kam von der SP Hausen und der FDP Hausen und Umgebung und war an die Einwohnerinnen und Einwohner im Oberamt gerichtet. Und geplant war eine Podiumsdiskussion in der Löwenbar. Doch diese Lokalität wäre viel zu klein gewesen. Die Veranstaltung wurde in den Saal verschoben, der aber die vielen Gäste auch kaum zu fassen vermochte. Aus dem ganzen Bezirk waren Interessierte nach Hausen gekommen, darunter viele politisch Engagierte. Es war offensichtlich: Das Thema «Spital Affoltern» bewegt die Menschen in der Region.
Am Podiumstisch sassen Franziska Sykora von der Arbeitsgruppe Spital SP Bezirk Affoltern, Dr. med. Bruno Köhler, Präsident der Ärztegesellschaft Bezirk Affoltern, FDP-Kantonsrat Dr. Olivier Hofmann und Stefan Gyseler, Präsident Betriebskommission Spital Affoltern und Gemeindepräsident von Hausen. Unter der Leitung von Bernhard Schneider erläuterten sie ihre Standpunkte und gaben Antworten zu Voten und Fragen aus dem Publikum. Ausser Kantonsrat Olivier Hofmann nahmen alle klar Stellung und vertraten die Parole «3 x Ja». Franziska Sykora betonte: «Unser Spital hat einen ganz zentralen Stellenwert, das braucht es für alle.» Bruno Köhler wies auf die wichtige Unterstützung der Hausärzte und auf den zunehmenden Hausarztmangel hin. Für Stefan Gyseler ist das Spital Affoltern ein ganz wichtiger Player in unserm Gesundheitssystem. Und Olivier Hofmann erklärte, dass wir eine funktionierende Notfallstation brauchen. «Aber unser Spital ist ein Gemischtwarenladen.»
Kosten als Argument
Die meiste Zeit der Veranstaltung stand den interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Sie konnten Fragen stellen oder ihre Meinung äussern, was auch rege genutzt wurde. Die Fachleute am Podiumstisch ihrerseits hatten die Möglichkeit, Antwort zu geben oder Unklarheiten klar zu stellen. Es ging natürlich um die Frage der Kosten für die Gemeinden – ein Argument, das für eine Ablehnung der Spitalzukunft verwendet wird, laut Erklärungen von Stefan Gyseler aber nicht stichhaltig ist. «Es stimmt nicht, dass jetzt in den ersten Schritten Kosten für die Gemeinden entstehen.» Weitere Themen waren «ambulant oder stationär» die hohen Gesundheitskosten allgemein, die Mindestfallzahlen oder die Spezialitäten des Spitals Affoltern. Ob eine Palliativ-Station oder eine Langzeitpflege ohne Akutspital im Rücken funktionieren würde, da waren sich nicht alle einig. Laut Bruno Köhler und Stefan Gyseler würden viele Vorteile wegfallen und die Qualität leiden. Olivier Hofmann konterte, dass es sehr wohl alternative Modelle gebe für diese Angebote ohne ein stationäres Spital.
Solidarität geht verloren
Auch das Thema, ob das Spital vielleicht von privater Seite geführt werden könnte, kam zur Sprache. Stefan Gyseler ist überzeugt, dass das nicht funktionieren würde. «Bei einem Nein wird unser Spital nicht überleben, auch nicht durch Private.» Das unterstützte Franziska Sykora klar: «Wenn wir jetzt Nein sagen, dann ist es gelaufen. Dann gibt es nichts mehr im Bezirk.» Oliver Hofmann sieht das nicht so: «Es wäre kein Problem innert kurzer Zeit eine Permanence aufzubauen.» Ein älterer Herr aus Hausen unterbrach die Diskussion rund um Geld und die Machbarkeit mit einem ganz persönlichen Votum. Er berichtete, dass er bereits mehrmals im Spital Affoltern behandelt worden sei. «Ich war dort immer sehr gut aufgehoben und wurde von den Ärzten und Pflegenden professionell betreut. Das muss doch auch gesagt werden.» Er erhielt für seine Worte einen warmen Applaus. Auch der neue, unsolidarische Wind im Säuliamt gab zu reden. «Es gab Zeiten, wo das Säuliamt noch Pionierleistungen vollbrachte und solidarisch mutige Schritte wagte», war zu vernehmen.
Nach einer letzten Meinungsäusserung aus dem Publikum, wo verschiedene Gründe für eine Spitalschliessung genannt wurden, nahmen alle auf dem Podium nochmals persönlich Stellung. Besonders prägnant äusserte sich zum Schluss Stefan Gyseler: Es sei zu früh, um diese Diskussionen zu führen. Das unsolidarische Denken sei das Denken der Politiker, nicht der Bevölkerung. «Zeigen Sie den Politikern, was Sie denken!»


