GV in Mettmenstetten mit Zündstoff
Sekundarschulgemeinde und politische Gemeinde schliessen 2025 positiv ab. Für Diskussionen sorgten die neuen Pauschalentschädigungen

Am vergangenen Montag begrüsste Céline Lingua die rund 100 Stimmberechtigten zum letzten Mal als Präsidentin der Sekundarschulgemeinde Knonau-Maschwanden-Mettmenstetten.
Die Jahresrechnung 2025 der Sek Mättmi schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 111270.70 Franken und fällt damit positiver aus als budgetiert. Dazu beigetragen haben höhere Steuereinnahmen sowie tiefere Kosten bei Anschaffungen und geringere Investitionen als geplant. Auf der Aufwandseite belastete ein über längere Zeit unentdeckter Defekt an der Wärmerückgewinnung der Hallenbadlüftung, was zu einem deutlich erhöhten Energiebedarf und damit zu höheren Kosten führte.
Nach den Ausführungen von Fabrizio Meo, Vorsteher Finanzen der Schulpflege, genehmigten die Stimmberechtigten die Jahresrechnung 2025 einstimmig.
Das zweite Traktandum betraf den Antrag für einen Investitionskredit von 200000 Franken zur Umrüstung der Beleuchtung im Schulhaus Wygarten 1 auf LED-Technologie. Mit lediglich einer Gegenstimme wurde das Geschäft angenommen.
So blieb Céline Lingua nur noch der Abschied von den Anwesenden in ihrer Funktion als Präsidentin der Sekundarschulgemeinde und verwies auf die nächste Sitzung am 7. Dezember in Mettmenstetten.
Gutes Ergebnis mit Vorbehalt
Der Montagabend war noch jung, als Gemeindepräsidentin Vreni Spinner im Namen der politischen Gemeinde das Publikum begrüsste. Nach der Verabschiedung aller scheidenden Behördenmitglieder übergab sie Fabio Oetterli, Vorsteher Finanzen und Liegenschaften, das Wort. Er präsentierte die Jahresrechnung 2025, die mit einem Ertragsüberschuss von 394281.30 Franken abschloss. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von rund 1.35 Millionen. Das erfreuliche Ergebnis täuscht jedoch; wurde es doch durch Sondereffekte erzielt. Dazu gehörten der Verkauf von zwei Parzellen und die Rückerstattung der Versorgertaxen des Kantons. Ohne diese nicht einkalkulierten Einnahmen hätte ein Aufwandüberschuss von 806000 Franken resultiert.
Zur allgemein angespannten Finanzlage führte insbesondere, dass trotz guter Wirtschaftslage die Steuerkraft tief blieb und sowohl Bevölkerungs- als auch Schülerwachstum sowie die damit einhergehenden Investitionen hoch ausfielen. Eine der grössten Herausforderungen ist und bleibt die Selbstfinanzierung. Mit 7,4 Prozent verfehlt sie die angepeilten 10 bis 15 Prozent. «Die Nettoschuld beläuft sich nun auf etwa 4.7 Millionen Franken, also umgerechnet rund 810 Franken pro Mettmenstetter Kopf», bemerkt Oetterli.
Die Gemeindeversammlung genehmigte die Jahresrechnung und Sonderrechnung 2025 einstimmig.
Revisionen und Bauabrechnung
Weiter standen zwei Revisionen auf dem Programm: die Teilrevision der Subventionsverordnung für Betreuungs- und Bildungsangebote im Vorschul- und Primarschulalter sowie die Totalrevision der Bestattungs- und Friedhofverordnung. Beide Geschäfte wurden grossmehrheitlich angenommen.
Die Bauabrechnung für den Neubau des Schulprovisoriums an der Schulhausstrasse 14c zeigte ein erfreuliches Resultat. Die günstigere Vergabe bei Projektierung und Bauleitung führte zu Nettokosten von rund 1.28 Millionen Franken (bewilligter Kredit: 1.63 Millionen Franken). Mit bloss einer Gegenstimme wurde auch dieses Geschäft positiv verabschiedet.
Sitzungsgelder versus Pauschalen
Jetzt – für das fünfte Traktandum – stieg die Spannung. Es ging um die Totalrevision der Besoldungsverordnung. Bis anhin werden die Behördenmitglieder mit einer Mischung aus Pauschalen und Sitzungsgeldern entschädigt, was administrativ aufwendig und wenig transparent ist. Aus Sicht des Gemeinderates vergütet dieses System nicht primär Leistung, sondern die Teilnahme an Sitzungen. Doch die eigentliche Arbeit passiert meist abseits von Sitzungen.
Künftig sollen sämtliche Entschädigungen der gewählten Behörden als Pauschalen ausgerichtet werden. Zusätzliche Sitzungsgelder entfallen. Die neue Verordnung sieht für das Gemeindepräsidium eine jährliche Entschädigung von 64500 Franken vor. Mitglieder des Gemeinderats würden mit 32000 Franken entschädigt, Mitglieder der Schulpflege mit 20000 Franken. Diese Pauschalen unterliegen neu der BVG-Pflicht, was im Hinblick auf die Altersvorsorge wichtig ist. Die Anpassung auf pauschale Entschädigungen verursacht Mehrkosten von insgesamt 67000 Franken pro Jahr, entsprechend 1,6 Promille des Budgets.
Würdigung des Engagements
Vor sechs Jahren wurde das Geschäftsführermodell eingeführt, um den Gemeinderat operativ zu entlasten. Dazu meint Vreni Spinner: «Das Geschäftsführermodell ist nicht gescheitert, es muss vielmehr weiterentwickelt werden.» Die Milizämter sollen durch eine faire Vergütung an Attraktivität gewinnen, speziell auch bei jüngeren Menschen. Spinner betont zudem: «Es geht nicht um mehr Geld. Es geht um Anerkennung und Wertschätzung für Menschen, die sich für unsere Gemeinde einsetzen.» Der Gemeinderat habe die Höhe der Entschädigungen nicht willkürlich festgelegt. Diese orientierten sich am tatsächlichen Arbeitspensum der jeweiligen Ämter und an den kantonalen Lohnklassen. Wie erwartet bot der Antrag viel Diskussionsstoff. Verschiedene Votanten waren nicht grundsätzlich gegen die Vorlage, hielten diese jedoch für verbesserungswürdig. Kritik gab es vor allem an der Höhe der Pauschalen sowie – aus Sicht einzelner Votanten – am fehlenden Sparwillen. Die vorgesehene BVG-Pflicht stiess hingegen auf breite Zustimmung.
Das Abstimmungsresultat fiel schliesslich äusserst knapp aus: 51 Ja-Stimmen gegenüber 42 Nein-Stimmen. Zu mittlerweile vorgerückter Stunde dankte die sichtlich erleichterte Gemeindepräsidentin für das Vertrauen in die Behörden.


