Happy End für den Gnadenhof Hodel
Dank Unterstützung hat Ivo Zürcher Pachtland gefunden – doch die Heuernte fällt dürftig aus

Er habe derzeit «so manche schlaflose Nacht», sagt Ivo Zürcher im August 2025 gegenüber dem «Anzeiger». Grund waren Auflagen der Behörden, die er dringend erfüllen musste, um seinen Gnadenhof im Jonental weiterhin wie gewohnt betreiben zu dürfen.
Konkret musste Ivo Zürcher auf die Schnelle mehrere Hektaren Pachtland finden, um darauf in Zukunft einen Teil des Futters für seine Esel, Ponys, Pferde und Schafe anbauen zu können. Eigentlich hatte er im Frühjahr 2025 beim Pferdeauslauf bloss ein Mäuerchen ersetzen wollen. Bei der Prüfung seines Baugesuchs stellte die Behörde fest, dass sein Betrieb nicht zonenkonform bewirtschaftet wurde: Der Hof befand sich zwar in der Landwirtschaftszone, und Ivo Zürcher ist gelernter Landwirt, da er das Futter für die Grosstiere jedoch einkaufte und nicht selbst produzierte, galt er nicht als Landwirtschafts-, sondern als Hobbytierhaltungsbetrieb.
Als Hobbybetrieb hätte er den Bestand verkleinern müssen
Was wie eine Formalie aussah, hatte in der Praxis einschneidende Konsequenzen: Als Hobbytierhaltungsbetrieb hätte Ivo Zürcher nur noch maximal vier Pferde, Ponys oder Esel und ein paar Geissen und Schafe halten dürfen. Zu seinem Bestand gehörten allerdings neun Pferde und drei Esel – also zwölf Tiere. «Als mich die Behörde informierte, hat es mir den Boden unter den Füssen weggezogen», sagt er damals. Einen Teil der Tiere wegzugeben, war für Ivo Zürcher undenkbar, nicht zuletzt, weil es sich bei den meisten von ihnen nicht um gesunde, sondern um alte oder kranke Tiere handelte. Also musste dringend Pachtland her. «Ich bin froh um jeden Tipp und prüfe jeden Vorschlag. Ich habe immer noch Hoffnung, dass sich jemand meldet», sagt er damals.
Pachtland in Herferswil und Mettmenstetten gefunden
Seit diesem Hilferuf ist ein Jahr vergangen. Die Resonanz aus der Bevölkerung sei riesig gewesen, erzählt Ivo Zürcher rückblickend. «Es haben sich zahlreiche Leute bei mir gemeldet, um zu helfen. Das hat mich überrascht und natürlich sehr gefreut.» Auch direkte Angebote waren darunter. So wurde ihm beispielsweise Pachtland in den Kantonen Luzern oder Aargau angeboten. Diese Angebote scheiterten letztlich daran, dass das Land aus Sicht der Behörde zu weit weg war.
Geklappt hat es dann mit zwei Pachtflächen in Herferswil und Mettmenstetten. Eine Fläche gehört einer Gärtnerei, die andere hat er von einem Landwirt erhalten. «Zusammen mit den Weiden habe ich nun rund sieben Hektaren Land.» Die Heuproduktion hat Ivo Zürcher an ein Lohnunternehmen ausgelagert. Das sei zurzeit noch teurer, als Futter einzukaufen. Pacht und Maschinen kosten, während die Heu-Ausbeute aufgrund der starken Hitze und Trockenheit bescheiden ausgefallen ist. So wie Zürcher geht es wie vielen anderen Landwirten in der Schweiz: «Ich verfüttere bereits meine Wintervorräte.» Damit die Rechnung in Zukunft besser aufgeht, will er für 2027 erstmals Direktzahlungen beantragen.
Die Baubewilligung für den Ersatz des Mäuerchens, das die Pachtlandsuche damals ausgelöst hatte, liegt zurzeit noch nicht vor. Doch Ivo Zürcher ist zuversichtlich, dass es demnächst klappt.


