Hausen entscheidet gewerbefreundlich

An der Gemeindeversammlung in Hausen wurde am Mittwoch ein Geschäft besonders rege diskutiert: Die Erschliessung der Baumschule Reichenbach. Trotz Rückweisungsantrag der RPK resultierte schliesslich ein deutliches Ja zur Vorlage.

Von einem Präzedenzfall, der für die Gemeinde zur Belastung werden könnte, sprach die Rechnungsprüfungskommission (RPK) und empfahl der Gemeindeversammlung, den Antrag zur Projekt- und Kreditbewilligung für die Erschliessungsstrasse Schonau 1 zurückzuweisen. Der vorgesehene Ausbau diene einzig den Bedürfnissen eines Grundeigentümers, demzufolge müsse dieser die gesamten Ausbaukosten tragen, die über eine normale Sanierung hinausgehen. Doch was ist eine «normale Sanierung»? Ist es der «Basisausbau» für 170'000 Franken, wie im Budget 2017 bereits eingeplant? Dieser wäre für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ausgelegt. «Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind schon schwerer», widerspricht Tiefbauvorstand Christoph Tandler. «Eine Sanierung von 320'000 Franken käme in jedem Fall auf uns zu», sagte auch Gemeindepräsident Stefan Gyseler und meinte damit die Ausbauvariante für 18-Tönner.

Antrag auf geheime Abstimmung deutlich abgeschmettert

Die vorgeschlagene 40-Tonnen-Variante ist zwar nochmals 175'000 Franken teurer, bei einer vereinbarten Kostenbeteiligung der Baumschule von 125'000 Franken bleiben der Gemeinde im Vergleich zum mittleren Ausbau also 50'000 Franken Mehrkosten. Dafür läuft der Schwerverkehr dann über Schonau und nicht über den Hausemer Ortsteil Heisch.

Die Absicht des Gemeinderats, sich an den Kosten zu beteiligen, versteht Gyseler als Zeichen fürs Gewerbe: Die Gemeinde stellt die nötige Infrastruktur zur Verfügung. Und schliesslich komme auch etwas zurück – nicht nur in Form von Steuern. Der geplante Ausbau der Baumschule soll auch 18 Arbeitsplätze schaffen. Mit 74 zu 12 Stimmen sagten die Hausemer nach intensiver aber fair geführter Diskussion schliesslich deutlich Ja zum 495'000-Franken-Geschäft, dies nachdem ein Antrag auf geheime Abstimmung deutlich abgeschmettert worden war.

Der betroffene Bereich der Schonaustrasse wird nun also für 40-Tönner ausgebaut, die Strasse auf 3,5 Meter verbreitert, sodass ein Lastwagen und ein Velo aneinander vorbeikommen, wie Christoph Tandler ausführte. Zudem wird die Kurve verbreitert, eine Ausweichstelle geschaffen und die Einfahrt ab der Albispassstrasse (Schonau) ausgeweitet.

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