Hedingen vor den Wahlen

Neue Zusammensetzung der Behörden und grosse Aufgaben für die nächste Legislatur

Auf dem ehemaligen Burghügel steht die Kirche Hedingens und zu ihren Füssen der alte Dorfkern. (Bilder: Sandra Isabél Claus)

Auf dem ehemaligen Burghügel steht die Kirche Hedingens und zu ihren Füssen der alte Dorfkern. (Bilder: Sandra Isabél Claus)

Zentrumsplanung: Hier soll der neue Dorfteil von Hedingen entstehen.

Zentrumsplanung: Hier soll der neue Dorfteil von Hedingen entstehen.

Hedinger Weiher: Im Winter verlassenes Kleinod, im Sommer der «place to be».

Hedinger Weiher: Im Winter verlassenes Kleinod, im Sommer der «place to be».

Seit den letzten Wahlen im Jahr 2022 zählt der Gemeinderat in Hedingen sieben Sitze, zwei mehr als zuvor. Nun neigt sich die erste Legislaturperiode des siebenköpfigen Gremiums langsam dem Ende zu. Ruedi Fornaro verabschiedet sich nach 20 Jahren im Gemeinderat, davon acht Jahre als Präsident, aus der Behörde. Und auch Christine Erni, die seit acht Jahren dem Gemeinderat angehört und zuletzt das Ressort «Alter und Gesundheit» leitete, tritt bei den kommenden Wahlen nicht mehr an.

Für die Wahlen am 8. März treten sieben Kandidatinnen und Kandidaten für die sechs Sitze im Gemeinderat an. Den siebten Sitz übernimmt automatisch die Schulpräsidentin respektive der Schulpräsident. Für die Schulpflege stellen sich sieben Mitglieder für ebenso viele Sitze zur Verfügung. Für die übrigen Behörden bietet sich dem Hedinger Volk ebenfalls eine echte Wahl: Für die Baukommission bewerben sich fünf Kandidierende um vier Sitze, bei der Rechnungsprüfungskommission sind fünf Anwärter für vier Sitze im Rennen.

Zentrum neu gestalten

Auf die neukonstituierten Behörden warten grosse Herausforderungen. Ein wichtiges Mammutprojekt ist die Zentrumsplanung, die nicht unumstritten ist. Bereits seit den 1960er-Jahren existieren Ideen für eine Neuplanung des Dorfzentrums. Die aktuelle Projektvorlage der Gemeinde wird von rund 25 Grundeigentümern unterstützt. Ziel ist es, an zentraler Lage attraktiven Wohn-, Lebens- und Begegnungsraum für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu schaffen. Dazu zählen unter anderem altersgerechte und bezahlbare Wohnungen sowie neue Flächen für Gewerbe und Dienstleistungen. Der Dorfplatz soll autofrei werden und verkehrsberuhigende Massnahmen sollen die Dorfmitte zusätzlich aufwerten.

Das komplexe Projekt wird von externen Fachfirmen begleitet und muss schliesslich an der Gemeindeversammlung beziehungsweise durch eine Urnenabstimmung endgültig verabschiedet werden. Bis zur Realisierung wird es voraussichtlich noch mehrere Jahre dauern und viel Diskussionsstoff liefern.

Infrastruktur ausbauen

Die Gemeindeverwaltung weiter auf Trab halten wird auch die Schulraumplanung. Insbesondere schwankende Schülerzahlen und sich ständig verändernde pädagogische Anforderungen verlangen flexible und kreative Ansätze. Derzeit werden im Untergeschoss des Sekundarschulhauses wenig genutzte Schulräume umgebaut, um bestehende Flächen effizient zu nutzen und finanzielle Ressourcen bewusst zu schonen.

Kosten verursachen wird das geplante Hochwasser-Rückhaltebecken im Feldenmas, das Schäden am Siedlungsgebiet und an der Infrastruktur verhindern und die Sicherheit langfristig erhöhen soll. Für die Umsetzung dieses Projektes ist eine enge Koordination mit verschiedenen übergeordneten kantonalen Stellen erforderlich. Auch der Ersatzneubau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Zwillikon wird für Hedingen als Anschlussgemeinde Mehrkosten generieren.

Wohn- und Arbeitsort

Angesichts knapper Bauzonenreserven und einer wachsenden Bevölkerung lautet das Zauberwort in Hedingen ebenfalls: Verdichtung. Sie ist der Schlüssel, um nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen und gleichzeitig den Charakter des Dorfes zu bewahren.

Im Unterschied zu anderen Gemeinden im Bezirk punktet Hedingen nicht nur als attraktiver Wohnort, sondern auch als wichtiger Industriestandort. Allein bei den vier Firmen Ernst Schweizer AG, Schmiedewerk Stooss AG, Kolb Distribution Ltd und Zingg Transporte AG sind rund 700 Mitarbeitende in Hedingen tätig – das entspricht im Vergleich zur aktuellen Bevölkerungszahl von 4004 Einwohnerinnen und Einwohnern fast 18 Prozent. In Hedingen wird also nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet. Alles andere als ein Schlafdorf.

Verwaltung und Asylwesen

Auf Zack zu sein gilt es laut der Hedinger Gemeindeschreiberin Suzana Sturzenegger weiter beim Thema Digitalisierung der Verwaltung. «Wir möchten sämtliche Verwaltungsprozesse effizienter, schneller und bürgernäher gestalten. Behördengänge wollen wir vereinfachen und die Erreichbarkeit der Verwaltung steigern», erklärt sie.

Das Thema Asyl beschäftigt Hedingen genauso wie die anderen Gemeinden im Bezirk. Seit dem 1. Januar 2026 liegt die vom Bund festgelegte Asylquote bei 1,5 Prozent der Bevölkerung – statt wie bisher 1,6 Prozent. Suzana Sturzenegger sagt dazu: «Für Hedingen bedeutet das, dass wir 60 Menschen neu aufnehmen müssen. Dafür benötigen wir günstigen Wohnraum und sind gemäss Bund und Kanton verpflichtet, die Integration sowie Betreuung sicherzustellen.» Ein anspruchsvolles Unterfangen, das die Gemeinde auch in Zukunft weiter fordern wird.

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