Hitze, Sprünge und grosse Emotionen

Stimmungsvolle Freestyle Night 2026 – Publikumslieblinge: Pirmin Werner siegt vor Noé Roth

Der Sprung, der Pirmin Werner zum Sieg an der Freestyle Night 2026 verhalf. (Bilder Martin Platter)

Der Sprung, der Pirmin Werner zum Sieg an der Freestyle Night 2026 verhalf. (Bilder Martin Platter)

Der musikalische Liveact war in diesem Jahr der Rapper Knackeboul, der spontan reimte.

Der musikalische Liveact war in diesem Jahr der Rapper Knackeboul, der spontan reimte.

Die Autogrammstunde mit Noé Roth (links) und Pirmin Werner schlug voll ein.

Die Autogrammstunde mit Noé Roth (links) und Pirmin Werner schlug voll ein.

Das Jumpin in Mettmenstetten stand am letzten Samstag wieder ganz im Zeichen des Freestyle-Spitzensports und ausgelassener Partystimmung. Andreas Isoz, der die Geschicke des Zentrums und des Organisationskomitees nun bereits seit zwei Jahrzehnten als Präsident und Geschäftsführer leitet, zieht nach der Austragung der traditionellen Freestyle Night 2026 eine positive Bilanz. Für ihn als Betreiber der Sprungschanze war es wichtig, den Sport in all seinen spektakulären und faszinierenden Facetten zu präsentieren – was einmal mehr gelungen ist. Die Stimmung auf dem Gelände war ausgelassen, wozu auch das vielfältige Rahmenprogramm beitrug, das zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder beinhaltete. Ein reibungsloser Shuttle-Service sorgte für eine entspannte Anreise der Gäste, die am frühen Abend mit einer spektakulären Gleitschirmfliegershow der Skydivers Luzern belohnt wurden. Ein weiteres Highlight war das traditionelle Tramp-n-Dive, bei dem die Freestyler direkt vom Trampolin mit atemberaubenden Saltos und Schrauben ins Becken sprangen, bevor der Rapper Knackeboul um 20 Uhr mit seinem Konzert für den musikalischen Höhepunkt sorgte.

Den Aerials-Wettbewerb entschieden danach die zwei Publikumslieblinge unter tosendem Applaus für sich. Pirmin Werner sicherte sich den Sieg vor Vorjahressieger Noé Roth. Entsprechend begehrt war die Autogrammstunde der beiden Top-Athleten am frühen Abend bei den Fans, die Schlange standen. Dass auch bei ihm die Faszination für den Sport ungebrochen ist, bewies der OK-Präsident gleich selbst. Der Freestyle-Night-Sieger von 2015 liess es sich nicht nehmen, selbst in den Neoprenanzug zu schlüpfen und die Skier anzuschnallen: «Solange es Spass macht, bin ich gerne für eine Sprungeinlage zu haben», so Isoz.

Gute Stimmung

Auch Sonny Schönbächler, der Freestyle-Olympiasieger von 1994, war persönlich vor Ort, was nicht selbstverständlich ist. Im Sommer zum Zeitpunkt der Freestyle Night weile er jeweils bei seiner Tochter auf Bali, liess er wissen. Schönbächler zeigte sich sichtlich erfreut über den anhaltenden Erfolg «seiner» Schanze, die dank seines Exploits 1996 eröffnet werden konnte. Bis heute wird die Sprunganlage von verschiedenen Nationalteams genutzt und ist über die Sommersaison weitgehend ausgebucht. Der grosse Zulauf beim Nachwuchs zeigt, wie sehr die Kids auf den Freestyle-Sport abfahren, bringt die Betreiber aber auch an ihre Grenzen. «Man muss die Kinder teilweise vertrösten, weil schlicht die Ressourcen fehlen», bedauert Andreas Isoz. Aus diesem Grund soll die Schanzenanlage in den nächsten Jahren baulich noch besser an die vielseitigen Bedürfnisse angepasst werden.

Die äusseren Bedingungen brachten der diesjährigen Austragung aber auch Herausforderungen. Im Vergleich zum Vorjahr, als noch 2500 Zuschauer das Spektakel mitverfolgten, strömten dieses Mal rund 1800 Besucher an die Anlage. Als Hauptgrund für den Rückgang nennt Isoz ganz klar die extreme Hitze sowie im Juni die Konkurrenz durch andere Outdoor-Partys und Seenachtsfeste vor den Sommerferien. Ob sich das Event finanziell gelohnt hat, konnte er aber noch nicht beantworten. Nur so viel: Da die Leute wegen der Hitze teils drei Stunden später erschienen und bereits gegessen hatten, war beim Umsatz in der Festwirtschaft mit Sicherheit spürbar. Zudem war der Termin zwei bis drei Wochen früher angesetzt als sonst. Das merkte man gemäss Isoz auch an den nicht ganz so hochstehenden Sprüngen der Athleten, die sich mitten in einer Olympiasaison befinden und im Training noch nicht ganz so weit fortgeschritten sind wie in den Vorjahren. Mit 25 bis 26 Grad Wassertemperatur war es im Neoprenanzug zudem recht warm. Ohne Neopren dagegen war das Bassin perfekt, um sich abzukühlen, was insbesondere das junge Publikum eifrig nutzte.

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