Hoffen auf baldigen Baubeginn
Die Weisbrod-Zürrer AG möchte ihr 1885 gebautes Fabrikgebäude in Hausen optisch und energetisch auffrischen. Obschon das Projekt besonderen Wert auf den Erhalt und die Wiederherstellung der ursprünglichen Bausubstanz legt, hat der Verein Heimatschutz Vorbehalte angemeldet. Oliver Weisbrod hofft nun auf eine einvernehmliche Lösung.

Viel hat sich auf dem Hausemer Weisbrod-Areal getan, seit die letzte Schweizer Seidenweberei vor fünf Jahren ihren Produktionsbetrieb unter anderem wegen des (zu) starken Frankens aufgeben musste. Das Rattern der Webstühle wurde abgelöst von vielen anderen Geräuschen aus den zahlreichen Kleinbetrieben, die seither in den Fabrikhallen eingezogen sind.«Es macht Freude zu sehen, wie sich das Areal seit dem schmerzhaften Einschnitt weiterentwickelt hat», sagt Geschäftsführer Oliver Weisbrod, der Ur-Ur-Urenkel von Firmengründer Jakob Zürrer. Zusammen mit seiner Frau Sabine ist Oliver Weisbrod daran, die teilweise in die Jahre gekommenen Immobilien den neuen Anforderungen anzupassen – räumlich, bautechnisch, feuerpolizeilich und energetisch.
Zeuge des Fabrikzeitalters
Das jüngste Projekt ist die Dach- und Fassaden-Sanierung des Langhauses, sowie der Ausbau des Dachstocks, der mit einer Umnutzung einhergehen soll. 1885 erbaut, war das Langhaus die erste Fabrik in Hausen; ein Zeitzeuge vom Übergang von der Heimarbeit zur industriellen Fertigung von Webereiprodukten. Die Arbeitsplätze verlagerten sich damit vom Webstuhl in der heimischen Stube an die 40 Lyoner Webstühle in der Hausemer Fabrik. Im Dachboden des Langhauses waren ausserdem eine Winderei und eine Zettlerei in Betrieb.
In den 1950er-Jahren wurden über der löchrig gewordenen Holzschindelfassade schmucklose, aber damals beliebte Eternitschindeln angebracht – ohne Isolationsschicht dazwischen. Diese Makel sollen nun behoben werden.


