«Holiday Inn» wird Impfzentrum
Im April sollen im Kanton Zürich die Impfzentren den Betrieb aufnehmen. Eines davon wird das Spital Affoltern betreiben, allerdings nicht wie angedacht in der Eventhalle des «Break», sondern in den leerstehenden Räumen des Hotels «Holiday Inn». Gestern Montag war Schlüsselübergabe.

Knapp 180000 Impfdosen stehen dem Kanton Zürich gemäss aktuellem Planungsstand im März zur Verfügung. Diese werden insbesondere für Zweitimpfungen in den Alters- und Pflegeheimen, für Hochrisikopatienten und Gesundheitspersonal eingesetzt, wie die Gesundheitsdirektion mitteilt. Die Patientinnen und Patienten werden von den Institutionen für einen Impftermin kontaktiert und müssen sich nicht selbstständig anmelden.
In den rund 400 Alters- und Pflegeheimen haben gemäss Gesundheitsdirektion 71 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner und 44 Prozent der Mitarbeitenden die Erstimpfung in Anspruch genommen. Diese Quote wird sich noch erhöhen, weil sich einige aus verschiedenen Gründen noch nicht impfen lassen konnten.
Bei Bedarf bis September
Im April soll dann der Betrieb in den Impfzentren anlaufen, angesichts der in Aussicht gestellten Impfstoffmengen wohl vorerst nur mit beschränkter Kapazität. Grössere Impfstoffmengen werden dann im Mai und Juni erwartet. Derweil steigt die Ungeduld: «Wir erhalten wöchentlich gegen 100 Anrufe mit Fragen zur Impfung», so Stefan Gyseler, Verwaltungsratspräsident des Spitals Affoltern.
Am Impfzentrum in Affoltern soll der Terminplan nicht scheitern. Ein Mietvertrag für die Räumlichkeiten des «Holiday Inn» in Affoltern liegt vor. Er umfasst primär den Bereich von Bar und Frühstücksraum im Erdgeschoss, sowie die Umkleideräume im Keller und ist von Anfang März – gestern Montag war Schlüsselübergabe – bis Ende Juli datiert, mit Option auf Verlängerung bis Ende September. Die vorhandene Infrastruktur habe den Ausschlag für diese Lokalität gegeben, verrät Gyseler. Das bestätigt Reto Schegg, Projektleiter für den Aufbau und Betrieb des Impfzentrums in Affoltern: «Ausser den Impfkojen und den Anmeldekojen müssen wir nichts gross aufbauen.»
600 Impfungen pro Tag
Die aktuelle Planung sieht den Zutritt über ein Vorzelt vor. Es folgt die Anmeldung in abgetrennten Nischen, dann ein Wartebereich, die sechs Impfkojen, ein Ruhebereich und der Checkout. Die Impfkojen sind spartanisch ausgestattet mit Tisch, Stuhl und Laptop. «Möglichst wenig, um den Aufwand fürs Desinfizieren tief zu halten», erklärt Schegg.
Im Fünf-Minuten-Rhythmus sollen so rund 600 Personen pro Tag geimpft werden, 100 pro Koje. Ein Mehr-Schichten-Betrieb sei nicht vorgesehen. «Wir müssen aber auch in der Lage sein, einen solchen sicherzustellen», so der Projektleiter. Das könnte etwa dann nötig werden, wenn der Impfstoff erst knapp wäre und verzögert in grösseren Mengen zur Verfügung stehen würde.
15 bis 20 Mitarbeitende
Für den Impfbetrieb rechnet Reto Schegg mit 15 bis 20 Mitarbeitenden, von der Zutrittskontrolle über das Administrative und die eigentliche Impfung bis zur Reinigung. Entsprechend vielfältig ist das Anforderungsprofil. Für die Schlüsselpositionen sind Fachleute des Spitals vorgesehen. Ergänzend werden weitere Mitarbeitende rekrutiert oder bei Bedarf auch aus dem Personalpool der Gesundheitsdirektion (Anmelden unter www.zh.ch/coronaimpfung, unter «Impfpersonal») übernommen. «Es haben sich schon viele Freiwillige gemeldet», sagt Schegg. Sie werden nun geschult. Vorgesehen sei, auch bei Hausärzten, der Spitex und bei pensionierten Pflegefachleuten anzufragen.
Zur Administration der Impfung – von der Registrierung über die Terminvergabe bis zur Impfbescheinigung – arbeitet der Kanton Zürich übrigens mit dem Kanton Bern zusammen. Die Software, die sich dort in den letzten Wochen bereits im Einsatz bewährt hat, wird dazu auf die Zürcher Verhältnisse adaptiert. «Die Applikation wird rechtzeitig aufgeschaltet, sobald Termine in den Impfzentren für April gesichert vergeben werden können», vermeldet die Gesundheitsdirektion.


