«Holznutzung ist nicht Raubbau»

Die Holznutzung bewirkt, dass die Wälder vielfältig sind. Es wird jeweils nur so viel Holz genutzt, wie auch wieder nachwächst. Der Rohstoff Holz ist beliebt, ökologisch, wächst vor der Haustür und CO2-neutral. Er findet im Bezirk Affoltern in den zahlreichen Schnitzelheizungen eine sinnvolle Verwendung.

Förster Ueli Müller im Tannholz in Affoltern. Die Rot- und Weisstannen-Stämme warten auf den Transport durch den Käufer. (Bild Marianne Voss)
Förster Ueli Müller im Tannholz in Affoltern. Die Rot- und Weisstannen-Stämme warten auf den Transport durch den Käufer. (Bild Marianne Voss)

Im Tannholz in Affoltern liegen grosse Holzstapel bereit, um abtransportiert zu werden. Hier empfängt Förster Ueli Müller den «Anzeiger». Er ist für die Waldgebiete der Gemeinden Affoltern, Hedingen und Bonstetten verantwortlich. Die Wälder gehören entweder Privatpersonen oder den Korporationen. Zu den Holzstapeln erklärt er, dass durch die Stürme in den letzten Jahren und die Borkenkäferplage eine Zwangsnutzung nötig gewesen sei. «Wir mussten ein Mehrfaches der geplanten Menge schlagen oder wegräumen. Liegenlassen ist keine Option. Dann verbreitet sich der Borkenkäfer noch stärker.» Im ­Moment bestehe ein Stau bei den Holzabnehmern. Diese Rot- und Weisstannen-Stämme seien von mittlerer Qualität und für den Gebrauch als Bauholz vorgesehen. «Im Moment besteht ein grosses Problem mit einer bestimmten Borkenkäferart, welche die Fichtenrinde besonders bevorzugt.» Damit das Holzlager nicht zur Borkenkäferzucht werde, habe man die Stämme geschält. Die dürre Rinde, die nun neben den Stämmen verrotte, gebe dem Käfer keine Nahrung.

Gesunde und stabile Wälder

«Grundsätzlich wird im Wald nur so viel Holz genutzt, wie auch wieder nachwächst», führt der Förster aus und zeigt im weiteren Gespräch die Vorteile eines bewirtschafteten Waldes auf. In einem Naturwald dominiert bald die stärkste Baumart, was ein eintöniges Bild ergibt. Der bewirtschaftete Wald hingegen wird bewusst ausgelichtet, um eine möglichst breite Palette von Baumarten zu fördern. Das ergibt ein vielfältiges ­Mosaik. Welche Baumarten sich in den kommenden 50 Jahren bewähren, kann niemand voraussagen. «Wir können nicht mehr wie früher auf bestimmte Baumarten setzen. Das beste Rezept im Hinblick auf den Klimawandel ist ein abwechslungsreicher Wald.» Und das Ziel des Waldbaus seien langfristige, ­gesunde und stabile Wälder.

Ökologische Energie

Der grösste Teil des Holzes in unseren Wäldern wird als Energiespender verwendet, sei als Stückgut, Schnitzel oder Pellets. «Holznutzung ist nicht Raubbau» betont Ueli Müller. «Holz ist ein wertvoller ökologischer Rohstoff, der hier vor unserer Haustür wächst und den man unbedingt nutzen sollte.» Er erläutert den Vorteil des Rohstoffs Holz gegenüber dem Öl. Da sind einmal die nahen Wege vom Wald in die Heizanlagen im Bezirk Affoltern. Solche kleinere oder grössere Anlagen werden inzwischen in vielen Dörfern im Säuliamt betrieben. Ein weiteres Plus: Holz ist CO2-neutral, da es beim Wachsen gleichviel CO2 bindet, wie es beim Verbrennen – oder auch beim Verrotten – wieder abgibt. Die sogenannte graue Energie für das Verarbeiten und den Transport beträgt beim Holz nur sieben Prozent, beim Öl sind es 20 Prozent. Und scherzhaft meint der Förster: «Wenn der Servelat hier im Wald über dem Feuer ­gebraten wird, ist das CO2-neutral und verbraucht null Prozent graue Energie.»

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