Humorvoller und geistreicher Rüüss-Abig
Drei ganz unterschiedliche Reden, eine Konstante: Lachende Gesichter am Ufer der Reuss in Ottenbach
Bereits der 24. Rüüss-Abig war es, der am vergangenen Donnerstag, 3. September, traditionell im Festzelt beim Pontonierhaus an der Reuss in Ottenbach stattfand. Mit viel Humor und Charme begrüsste Geschäftsleiterin Barbara Roth rund 100 Gäste. Sie nutzte die Gelegenheit, sich bei der Redaktion, den freien Mitarbeitenden, den Gemeinden und natürlich bei den Inserentinnen und Inserenten zu bedanken. «Wir lesen seit Generationen Geschichten über Ereignisse, die das Knonauer Amt geprägt haben», so Barbara Roth stellvertretend für die Leserschaft. Der «Anzeiger» kann nämlich im nächsten Jahr bereits sein 180. Jubiläum feiern. Dafür, dass diese Erfolgsgeschichte auch künftig weiter geht, ist Daniel Koch zuständig, der seit Mai der neue Chefredaktor ist. Er stellte sich kurz vor und brachte einige amüsante Anekdoten aus seinen Anfangszeiten im Journalismus, liess aber keinen Zweifel offen, dass er durch seine langjährige Erfahrung bestens gewappnet ist für die anspruchsvolle Aufgabe als Chefredaktor des «Anzeigers».
Dann wurde das Wort an Gastredner Andreas Nufer, den Theologischen Leiter des Klosters Kappel, übergeben. Dieser hatte zwei Werke aus der Ausstellung «Bullinger!» von Peter Leisinger mitgebracht, die lange im Kloster Kappel bestaunt werden konnten: ein Relief des Klosters und eine Holzfigur, die Heinrich Bullinger und Ulrich Zwingli in einer innigen Umarmung zeigt. Anhand dieser Werke schlüsselte Andreas Nufer auf eine witzige Art und Weise die grösseren Zusammenhänge der Reformation auf. Es war an Heinrich Bullinger, als er 1523 im Alter von knapp 19 Jahren eine Stelle als Lehrer im Kloster Kappel annahm, den gleichzeitig aufkommenden humanistischen Geist ins Säuliamt zu tragen. Ausserdem war es spannend, über die tiefe Freundschaft zu erfahren, die Zwingli und Bullinger trotz des Altersunterschiedes zeitlebens verband. Die Holzfigur stellt den Abschied der zwei Freunde 1531 kurz vor Zwinglis Tod im Kappeler Krieg dar. Bullinger wird als Nachfolger von Zwingli Antistes in Zürich und etabliert die Reformation.
Andreas Nufer vermochte das Publikum mit seinem lebendigen Vortrag dermassen in seinen Bann zu ziehen, dass nicht ein Einziger den Kopf nach den Fisch-Knusperli reckte oder sich zum Grill umdrehte, der inzwischen angeworfen worden war. Auch wenn dadurch bereits feine Düfte bis an die Nasen des Publikums gedrungen sein dürften, so schenkten sie dem Pfarrer bis zum Ende des Vortrags Gehör. (cle)

























