Ideenwerkstatt zum Schulabschluss

Jeweils zum Start ins Berufsleben oder auf dem Weg ins Gymnasium arbeiten die Sekundarschüler in Hedingen an einem Projektwettbewerb. Die 37 Abschlussarbeiten wurden am letzten Donnerstag den Eltern, Verwandten und Freunden vorgestellt. Die Objekte zeigten einen grossen Ideenreichtum.

Kunstmalerin Romina Ottiger: Die Wölfe gehören zu ihren Lieblingstieren. (Bilder Martin Mullis)

Kunstmalerin Romina Ottiger: Die Wölfe gehören zu ihren Lieblingstieren. (Bilder Martin Mullis)

Er kennt den Ämtlerweg besonders gut: Jan Burkhardt.

Er kennt den Ämtlerweg besonders gut: Jan Burkhardt.

Das Sekundarschulhaus Güpf in Hedingen verwandelte sich am letzten Donnerstag in eine einzige Werkstatt der Inspiration und Erfindungsgabe. Der fast unerschöpfliche Reichtum an Ideen und Schaffenskraft der 37 «Daniel Düsentriebs», liess die Besuchenden staunen. Zu Beginn der Präsentationen herrschte ein hektisches Gewusel. Kribbelige Schülerinnen und Schüler, sichtlich zufriedene Lehrpersonen und natürlich stolze Eltern, Grosseltern und Verwandte freuten sich auf die Besichtigung und die Vorführungen. Einer der verantwortlichen Lehrpersonen, Roland Graf, stellte denn auch fest, dass alle Schülerinnen und Schüler mit grosser Ernsthaftigkeit und Ehrgeiz die Projektaufgabe umgesetzt hätten.

Der Projektwettbewerb verlangt neben den selber konstruierten und produzierten Objekten und Produkten auch eine die Arbeit begleitende Dokumentation, die mittels einem Beurteilungsraster benotet wird. Die Schüler wurden von den Lehrpersonen durch die Projektarbeiten begleitet, da vor lauter Begeisterung jeweils auch die Gefahr bestehe, über das Ziel hinauszuschiessen, oder das Zeitmanagement zu wenig zu beachten, so Lehrer Graf. Die ausgestellten Arbeiten der jungen Konstrukteure, Erfinder, Tüftler und Bastler zeigten eine unglaubliche Fülle nicht nur an Ideenreichtum und Fantasie, sondern zeugten auch von Geschick, Einsatz und grossem Aufwand.

Wölfe in Acryl und Pasta alla Nonna

Die enorme Erfindungsgabe und die erstaunliche Kreativität bestätigt die hier erwähnte kurze Aufzählung einiger ausgewählter Projekte: Die angehende Gymnasiastin Romina Ottiger, stellte ein grosses Acryl-Gemälde von über einem Quadratmeter her. Das akkurat gemalte und detailreiche Bild zeigt zwei Wölfe und verblüfft durch seine fotografische Genauigkeit. An welcher Wand das wunderschöne Bild einst hängen soll, wusste sie noch nicht. Ein Verkauf sei aber keine Option, hielt sie entschieden fest.

Valeria Nocco wiederum wählte ein Thema aus der Sparte Kulinarik. Inspiriert von ihren italienischen Grosseltern stellte sie authentische und traditionelle italienische Pasta her und verkaufte sie auch den Besuchern. Severin Bersnak baute für seine ältere Spielzeugeisenbahn-Anlage eine analoge und somit fast antike Signalsteuerung. Der zukünftige Telematiker liess sich für sein Objekt von seinem Vater, welcher als Lokführer bei der SBB arbeitet, inspirieren.

Zwölf Stunden auf dem Ämtlerweg

Stefanie Vollenweider wählte die nur im Hintergrund spektakuläre, dafür jedoch sehr alte Kunst der Veredelung von Bäumen. Das Zweien von Obstbäumen ermöglicht eine Umveredelung oder ein «Aufpfropfen» von einer anderen Sorte am selben Baum. Leider erkrankte sie und so konnte sie ihre Arbeit nicht selber vorstellen.

Ein weiteres Highlight schuf Jan Burkhardt mit seinem Vorhaben, den gesamten «Ämtlerweg» nicht nur in einem einzigen Tag abzulaufen, sondern den Wanderweg auch mit Bildern und Beschreibungen zu dokumentieren. Er benötigte zwölf Stunden und 44 Minuten, um die fast 50 Kilometer des beliebten Weges zurückzulegen. An seinem Ausstellungstisch standen ein Paar Wanderschuhe und eine Schale mit Studentenfutter und er schilderte den Besuchern seine Erlebnisse so überzeugend, dass sicher viele Zuhörer Lust bekamen, ebenfalls mindestens eine Etappe des Ämtlerweges unter die Füsse zu nehmen.

Die überaus interessante Ausstellung der Abschlussprojekte zeigte deutlich, dass mit grosser Ernsthaftigkeit und Begeisterung gearbeitet worden war. Die Sekundarschüler des Schulhauses Güpf starten somit mit Elan und Zuversicht ins Berufs- oder allenfalls ins weitere Studienleben.

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